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Title: 1-ый съезд народов Востока (1920)
Description: Резолюции, тезисы и воззвания Первого съезда народов Востока (Баку, 1-8 сентября 1920 г.): резолюция о турецком национальном движении, воззвания к народам Востока и к рабочим Европы, Америки и Японии (по-немецки), тезисы о советской власти на Востоке, тезисы по аграрному вопросу, постановление о Совете пропаганды и действия и приветствие Красной армии.
Author: Первый съезд народов Востока
Date: 1920-09
URL: https://marxismo.school/archivo/congresos/originales/1920%201-%D1%8B%D0%B9%20%D1%81%D1%8A%D0%B5%D0%B7%D0%B4%20%D0%BD%D0%B0%D1%80%D0%BE%D0%B4%D0%BE%D0%B2%20%D0%92%D0%BE%D1%81%D1%82%D0%BE%D0%BA%D0%B0
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*Текст по изданию:* 1-ый съезд народов Востока. Баку, 1-8 сент. 1920 г. Стенографические отчеты. *Петроград, Издательство Коммунистического Интернационала, 1920, стр. 116-117, 183-186, 199-206, 211-212, 220 ([экземпляр библиотеки Университета Янины](https://olympias.lib.uoi.gr/jspui/handle/123456789/28889)). Текст установлен по распознаванию, сверенному с изображениями страниц; орфография и опечатки издания сохранены. Пояснительные строки курсивом под заголовками — от редакции. Два воззвания съезда (к народам Востока и к рабочим Европы, Америки и Японии) в этом издании не напечатаны; русский текст в свободном доступе не найден, и они даются по-немецки по журналу* Die Kommunistische Internationale, *Nr. 15 (1921). [Перевод на испанский](https://marxismo.school/archivo/congresos/1920%20Congreso%20de%20los%20Pueblos%20de%20Oriente)*

*Полный стенографический отчет: [1-ый съезд народов Востока. Стенографические отчеты](https://marxismo.school/archivo/congresos/originales/1920%201-%D1%8B%D0%B9%20%D1%81%D1%8A%D0%B5%D0%B7%D0%B4%20%D0%BD%D0%B0%D1%80%D0%BE%D0%B4%D0%BE%D0%B2%20%D0%92%D0%BE%D1%81%D1%82%D0%BE%D0%BA%D0%B0.%20%D0%A1%D1%82%D0%B5%D0%BD%D0%BE%D0%B3%D1%80%D0%B0%D1%84%D0%B8%D1%87%D0%B5%D1%81%D0%BA%D0%B8%D0%B5%20%D0%BE%D1%82%D1%87%D0%B5%D1%82%D1%8B).*

## Резолюция о турецком национальном движении

*Принята на IV заседании, 4 сентября 1920 г., по предложению президиума, оглашена тов. Бела Куном.*

„Заслушав заявление Энвер-паши о турецком национальном движении, С’езд Народов Востока принимает следующую резолюцию:

1) С’езд выражает свое сочувствие всем турецким борцам, которые борятся против мирового империализма, угнетающего и эксплоатирующего восточные народы и держащего в рабстве трудящихся всего мира, и прежде всего против английских и французских империалистических бандитов. Подобно II Конгрессу Коммунистического Интернационала I С’езд Народов Востока заявляет, что он поддерживает те общенациональные революционные движения, которые стремятся освободить угнетенные народы Востока из-под ига чужеземных империалистов.

2) Однако, С’езд устанавливает, что общенациональное революционное движение в Турции направлено только против чужеземных угнетателей, и его успех отнюдь не означал бы освобождения турецких крестьян и рабочих от угнетения и эксплуатации всякого рода. Успех этого движения не принес бы с собой разрешения самых важных для турецких трудящихся классов вопросов—аграрного вопроса и вопроса о податях и не устранил бы самые главные препятствия к освобождению Востока—национальные распри.

3) С’езд находит необходимым особую осторожность по отношению к тем вождям движения, которые в прошлом вели на бойню турецких крестьян и рабочих в интересах одной империалистической группы и таким образом привели трудящиеся массы Турции к двойной гибели за интересы маленькой группы богачей и высшего офицерства. С’езд предлагает этим деятелям показать целом, что они готовы теперь служить трудящемуся народу и загладить прошлые ложные шаги. Предлагая трудящимся массам Турции и всего Востока поддержать турецкое общенациональное революционное движение, С’езд призывает крестьян и рабочих Турции сплотиться в самостоятельные организации, быть готовыми довести дело освобождения до конца и не допустить, чтобы чужеземные империалисты, стремясь помешать делу освобождения, могли использовать свои связи и влияние на туземных богачей, кулаков, бюрократов и генералов (паши, деребейлеры и проч.). Только таким образом может трудящийся народ Турции добиться освобождения от всех его угнетателей и эксплуататоров и только тогда земля, фабрики, копи и вообще все богатства страны будут служить интересам трудящихся и только трудящихся. Только таким образом“.

## Aufruf an die Ostvölker

*Принято на IV заседании, 4 сентября 1920 г. Русский текст в свободном доступе не найден; текст дается по немецкому изданию журнала Коминтерна:* Die Kommunistische Internationale, *Nr. 15 (1921), S. 141-151 ([marxists.org](https://www.marxists.org/deutsch/zeitschriften/komm-intern/index.html)).*

Völker des Orients!

Sechs Jahre sind es her, seit in Europa das gewaltige, ungeheuerliche Gemetzel, der Weltkrieg, ausbrach, der 35 Millionen Menschenleben vernichtete, Hunderte von großen Städten und Tausende von Dörfern verheerte, die Länder Europas an den Bettelstab brachte und alle Völker den Qualen unerhörten Elends, nichtdagewesenen Hungers preisgab.

Dieser gewaltige Krieg wurde bis jetzt in Europa geführt und berührte Asien und Afrika nur zum Teil.

Die europäischen Völker führten diesen Krieg, und die Völker des Orients beteiligten sich an ihm nur in geringem Maße, nur mit etlichen Hundert türkischen Bauern, die von ihren am Schürzenbande der deutschen Kapitalisten hängenden Herrschern hintergangen worden waren, sowie mit zwei bis drei Millionen Indern und Negern, die von den englischen und französischen Kapitalisten wie Sklaven gekauft und wie Sklaven auf den fernen, ihnen fremden Feldern Frankreichs um der ihnen fernstehenden und unbegreiflichen Interessen der englischen und französischen Bankiers und Industriellen willen in den Tod getrieben wurden.

Wenn die Völker des Orients diesem riesenhaften Krieg auch fernstanden, wenn sie auch nur geringen Anteil an ihm nahmen, so wurde er doch nicht um die Länder Europas, nicht um die Länder und Völker des Westens, sondern um die Länder und Völker des Orients geführt.

Er wurde geführt um die Aufteilung der ganzen Welt, hauptsächlich aber um die Aufteilung Asiens, um die Aufteilung des Orients. Er wurde geführt, um zu entscheiden, wer über die asiatischen Länder herrschen solle, wessen Sklaven die Völker des Ostens sein sollten.

Er wurde geführt, um zu entscheiden, ob die englischen oder aber die deutschen Kapitalisten den türkischen, persischen, ägyptischen und indischen Bauern und Arbeitern das Fell abziehen sollten.

Das ungeheuerliche vierjährige Blutbad endete mit dem Siege Englands und Frankreichs. Die deutschen Kapitalisten wurden niedergerungen, und zusammen mit ihnen wurde das deutsche Volk niedergerungen, vernichtet, dem Hungertode preisgegeben. Das siegreiche Frankreich, dem der Krieg fast die gesamte erwachsene Bevölkerung geraubt und alle Industriegebiete zerstört hatte, verblutete während des Krieges und blieb nach dem Sieg völlig entkräftet. Und als Ergebnis des gewaltigen, barbarischen Gemetzels blieb das imperialistische England als alleiniger, unbeschränkter Herr über Europa und Asien übrig. In ganz Europa konnte nur England noch genug Kraft aufbringen; denn es hatte mit fremden Händen, mit den Händen der von ihm geknechteten Völker, der Inder und Neger gekämpft, es hatte den Krieg auf Kosten der von ihm unterdrückten Kolonien geführt.

Als Siegerin und unbeschränkte Herrin der halben Welt schritt die britische Regierung zur Erfüllung dessen, wofür der Krieg geführt worden war, schritt sie dazu, sich alle asiatischen Länder zu sichern und alle Völker des Orients endgültig zu unterjochen.

Von niemand behindert, niemand fürchtend, machte sich das Häuflein beutegieriger Bankiers und Kapitalisten, das an der Spitze des britischen Staates stand, jede Scham beiseite werfend, offen und frech daran, die Bauern und Arbeiter der Orientländer in Sklaven zu verwandeln. Völker des Orients! Ihr wißt, was England in Indien getan hat, Ihr wißt, in was für stumme, rechtlose Lasttiere es die viele Millionen zählende Masse der indischen Bauern und Arbeiter verwandelt hat.

Der indische Bauer muß der englischen Regierung einen so großen Teil seiner Ernte abgeben, daß er sich von dem, was übrig bleibt, kaum einige Monate lang ernähren kann. Der indische Arbeiter muß in den Fabriken der englischen Kapitalisten für einen so jämmerlichen Lohn arbeiten, daß er sich dafür nicht einmal täglich die Hand voll Reis erstehen kann, die er braucht, um sein klägliches Leben zu fristen. Alljährlich sterben Millionen von Indern den Hungertod. Alljährlich lassen Millionen von Indern ihr Leben in den Wildnissen und Morasten, bei der schweren Arbeit, die die englischen Kapitalisten zu ihrer eigenen Bereicherung unternehmen.

Millionen von Indern, die in ihrer unermeßlich reichen, unermeßlich fruchtbaren Heimat nicht ihr tägliches Brot finden können, sind gezwungen, in das britische Heer einzutreten und die Heimat zu verlassen, um ihr ganzes Leben lang im schweren Soldatendienst zuzubringen und an allen Enden der Welt, mit allen Völkern der Welt, endlose Kriege zu führen, damit die unerbittliche englische Herrschaft sich behaupte. Während die Inder mit ihrem Leben und ihrem Blut die unendliche Bereicherung der englischen Kapitalisten erkaufen, ihnen ungeheure Profite, Luxus und Wohlleben sichern, sind sie selbst jeder Menschenrechte bar, werden sie von den über sie herrschenden englischen Offizieren, von den frechen Söhnlein der auf den Leichen der Inder fett gewordenen englischen Bourgeoisie nicht einmal als Menschen betrachtet.

Der Inder darf es nicht wagen, mit dem Engländer an einem Tisch zu sitzen, im selben Hause zu wohnen, im selben Eisenbahnwagen zu fahren, dieselbe Schule zu besuchen. In den Augen des englischen Bourgeois ist jeder Inder ein Paria, ein Sklave, ein Lasttier, das nicht wagen darf, irgendwelche menschlichen Gefühle zu hegen, irgendwelche Forderungen zu stellen. Jeden Aufstand der bis zum Aeußersten getriebenen indischen Bauern und Arbeiter beantworten die Engländer mit erbarmungslosen Massenerschießungen. Zu Hunderten bedecken die Leichen der Erschossenen die Straßen der aufständischen indischen Dörfer; zu ihrem eigenen Ergötzen zwingen die englischen Offiziere die am Leben Gebliebenen, auf den Bäuchen zu kriechen und die Stiefel ihrer Unterdrücker zu lecken.

Völker des Orients! Wißt Ihr, was England mit der Türkei getan hat? England hat der Türkei einen Frieden angeboten, laut dem drei Viertel Kleinasiens mit ausschließlich osmanischer Bevölkerung samt allen Industriestädten unter die Herrschaft Englands, Frankreichs, Italiens und Griechenlands fallen, dem übrigen Teil der türkischen Länder aber so hohe Steuern auferlegt werden, daß die Osmanen auf ewige Zeiten zahlungsunfähige Schuldner und ständige Zinspflichtige Englands bleiben.

Als das türkische Volk sich weigerte, diesen vernichtenden Frieden anzunehmen, besetzten die Engländer das den Muselmännern heilige Konstantinopel, lösten das türkische Parlament auf, verhafteten alle Führer des Volkes, schossen die besten unter ihnen nieder und verschickten die übrigen zu Hunderten nach Malta, wo sie sie in die finsteren, feuchten Keller der altertümlichen Festung warfen. Jetzt regieren die Engländer in Konstantinopel; sie haben den Türken alles genommen, was sie ihnen nur nehmen konnten, — Banken, Geld, Fabriken und Werke, Eisenbahnen und Schiffe. Sie haben alle Zugänge zu Kleinasien gesperrt. Die Türkei hat keinen Fetzen Stoff, kein einziges Stück Metall mehr. Der türkische Bauer ist ohne Hemd und muß seinen Grund und Boden mit hölzernem Pfluge bestellen.

Die Engländer haben mit Hilfe der griechischen Armee das Wilajet Smyrna eingenommen, mit Hilfe der französischen Truppen — Adann, mit Hilfe der Kolonialtruppen — Brussa und Ismid. Sie bedrängen die Türkei von allen Seiten und rücken beharrlich nach dem Innern des Landes vor, bestrebt, das türkische Volk, das durch die jahrzehntelangen, ununterbrochenen Kriege schon ohnehin auf das äußerste erschöpft und ruiniert ist, zu völliger Entkräftung zu bringen. In den bereits besetzten Gebieten der Türkei aber verhöhnen und beschimpfen die Engländer ihrer Gewohnheit gemäß das türkische Volk auf das unerträglichste. In Konstantinopel haben die Engländer alle Schulen und Universitäten in Kasernen verwandelt, den türkischen Unterricht verboten, sämtliche türkischen Zeitungen verboten, alle Arbeiterorganisationen zerstört, die Gefängnisse mit türkischen Patrioten gefüllt und die gesamte Bevölkerung unter die unkontrollierte Herrschaft der englischen Polizei gestellt, die sich berechtigt glaubt, Leute, die Fesse tragen, ohne jede Ursache am hellen Tage in den Straßen Konstantinopels über die Köpfe zu schlagen. Wenn einer einen Fes trägt, wenn er Türke ist, so bedeutet das nach englischen Begriffen, daß er ein Geschöpf niederer Gattung, ein Paria, ein Sklave ist, mit dem man umgehen kann, wie mit einem Hunde.

In den von ihnen besetzten Gebieten der Türkei behandeln die Engländer die Türken tatsächlich wie die Hunde, lassen sie Zwangsarbeiten verrichten und bestrafen sie mit Stockschlägen. Mit der größten Durchtriebenheit und Niedertracht, mit den gemeinsten Gewalttaten sind sie bestrebt, die Türkei in ein erobertes Land zu verwandeln und die türkischen Volksmassen zur Bereicherung der Engländer in den Frondienst zu spannen.

Völker des Orients! Was hat England in Persien getan? Die englischen Kapitalisten haben erst den Aufstand der Bauern gegen den Schah und die Gutsherren unterdrückt, Tausende und Abertausende persischer Bauern erschossen und gehenkt und danach die vom Volke gestürzte Macht des Schah und der Gutsherren wieder eingesetzt, den Bauern den Grund und Boden abgenommen, den sie den Gutsherren entrissen hatten und sie wieder in die Leibeigenschaft zurückgeführt, sie wiederum zu Reijatan, zu rechtlosen Sklaven der Mulkadaren gemacht.

Danach haben die englischen Kapitalisten die käufliche Regierung des Schahs für sich gewonnen und durch niederträchtigen, verräterischen Vertrag ganz Persien mit dem gesamten persischen Volk sich völlig zu eigen gemacht. Sie haben sämtliche persischen Reichtümer an sich gerissen, in allen persischen Städten Garnisonen aus betrogenen, als Sklaven gekauften indischen Sipai stationiert und begonnen, in Persien zu schalten, als sei es ein erobertes Land. Das persische Volk, das den Worten nach unabhängig ist, behandeln sie wie ein Sklavenvolk.

Völker des Orients! Was hat England in Mesopotamien und Arabien getan? Es hat diese unabhängigen muselmännischen Länder ohne weiteres für seine Kolonie erklärt, die alteingesessenen arabischen Besitzer vom Grund und Boden verjagt, ihnen die besten, fruchtreichsten Täler des Tigris und des Euphrats geraubt, ihnen alle besten Weiden, ohne die sie nicht auskommen können, die reichsten Naphtaquellen von Mossul und Basvor genommen. Nun spekuliert es darauf, daß der Hunger die aller Existenzquellen beraubten Araber zu seinen Sklaven machen wird.

Was hat England in Palästina getan? Erst hat es zum Wohlgefallen der jüdisch-englischen Kapitalisten die Araber vom Grund und Boden vertrieben, um das Land den jüdischen Kolonisten zu übergeben. Danach aber hat es, um den Unwillen der Araber von sich abzulenken, diese auf die jüdischen Ansiedler gehetzt, die es selbst eingesetzt hatte. Es sät Zwistigkeit, Feindschaft und Haß unter den verschiedenen Stämmen, schwächt die einen wie die anderen, um selbst zu herrschen und zu befehlen.

Was hat England aus Aegypten gemacht, wo die gesamte eingeborene Bevölkerung schon seit acht Jahrzehnten unter dem harten Joch der englischen Kapitalisten stöhnt, unter einem Joch, das noch grausamer und vernichtender für das Volk ist, als das einstige Joch der ägyptischen Pharaonen, die mit den Händen ihrer Sklaven die ungeheuren Pyramiden errichteten?

Was hat England aus China gemacht? Gemeinsam mit seinem Helfershelfer, dem imperialistischen Japan, hat es dieses riesige Land in seine Kolonie verwandelt, beutet die dreihundert Millionen zählende Bevölkerung aus und vergiftet sie mit Opium. Mit Hilfe seiner eigenen und japanischen Truppen unterdrückt es mit unerhörter Grausamkeit die revolutionäre Gärung, die dort eingesetzt hat. Es bringt die vom Volke gestürzten alten Despoten wieder zu Macht und Ehren und ist mit aller Kraft bestrebt, das viele Millionen zählende Volk unter dem Joch des Despotismus, in Unterdrückung und Armut zu erhalten, um es erfolgreicher ausbeuten zu können.

Was hat England aus Korea, aus diesem blühenden Lande mit seiner Jahrtausende alten Kultur gemacht? Es hat Korea den japanischen Kapitalisten zum Zerfleischen hingeworfen, die das koreanische Volk nun mit Feuer und Schwert unterjochen.

Was hat England mit Afghanistan getan? Es hat die Regierung des Emirs gekauft und hält das Volk in Unterjochung, Armut und Unwissenheit. Es ist bestrebt, dieses Land in eine Wüste zu verwandeln und durch diese Wüste das von ihm unterdrückte Indien von jeder Berührung mit der Außenwelt abzuschneiden.

Was tut England in Armenien und Grusien, wo es die Bauern- und Arbeitermassen mit seinem Golde unter dem Joch der ihnen verhaßten, käuflichen Regierungen der Daschnaken und Menschewiki erhält, die ihre Völker terrorisieren und unterdrücken und sie in den Kampf treiben gegen die Völker Aserbeidshans und Rußlands, die sich vom Joch der Bourgeoisie befreit haben?

Selbst nach Turkestan, nach China und Buchara, Aserbeidshan, Dagestan und dem Nordkaukasus dringt das imperialistische England durch; überall lungern seine Agenten umher und werfen freigebig mit englischem Golde um sich, das mit dem Blut und dem Schweiß der unterdrückten Völker erworben ist. Ueberall sind sie bestrebt, die Tyrannen und Despoten, die Chans und die Gutsherren zu unterstützen, die einsetzenden revolutionären Bewegungen im Keime zu ersticken, alle Völker um jeden Preis in Knechtung und wirtschaftlicher Zerrüttung, in Armut und Unwissenheit zu erhalten.

Die Unterjochung und der Ruin, das Elend und die Unwissenheit der Völker des Orients dienen als Quellen der Bereicherung für das imperialistische England.

Völker des Orients! Die reichsten, fruchtbarsten, weitesten Länder der Welt gehören Euch; diese Länder, die einstige Wiege der gesamten Menschheit, könnten nicht nur ihre eigenen Bewohner, sondern auch die Bevölkerung der ganzen Welt ernähren. Trotzdem aber können alljährlich Dutzende Millionen türkischer und persischer Arbeiter und Bauern in diesen fruchtbarsten, umfangreichsten Ländern nicht ihr tägliches Brot, nicht ihren Erwerb finden und sind gezwungen, ihre Heimat zu verlassen und sich ihren Unterhalt in fremden Ländern zu suchen.

Sie sind dazu gezwungen, weil in ihrer Heimat alles, — Land, Geld, Banken, Fabriken und Werkstätten in den Händen der englischen Kapitalisten liegt. Sie müssen es deshalb tun, weil sie in ihrer eigenen Heimat nicht als Herren walten, über nichts verfügen dürfen, weil Fremdlinge, englische Kapitalisten, Herren über sie sind. So war es auch früher, so war es auch vor dem Kriege, als das imperialistische England an den deutschen, französischen und russischen Raubjägern des Imperialismus noch Rivalen besaß, als es noch nicht wagte, seine Klauen nach allen Ländern des Orients auszustrecken, aus Furcht, von einem anderen Raubjäger im Wettbewerb auf die Tatzen geschlagen zu werden.

Nun aber, wo das imperialistische England alle seine Nebenbuhler entkräftet und aus dem Felde geschlagen hat, wo es zum unbeschränkten Herrn über Europa und Asien geworden ist, nun werden die Kapitalisten, von denen es regiert wird, ihren Wolfshunger voll entfalten und ohne sich irgendwelchen Zwang aufzuerlegen, ihre Raubzähne und Klauen in den verblutenden Körper der Ostvölker eingraben.

Dem englischen Kapital wird es zu eng in Europa. Es ist ungeheuer angewachsen und findet für sich keine Verwendung. Ueberdies sind die europäischen Arbeiter, die immer mehr von revolutionärem Bewußtsein durchdrungen werden, schlechte Sklaven geworden. Sie sind nicht mehr einverstanden damit, umsonst zu arbeiten, sie fordern guten Lohn, gute Nahrung. Damit das Kapital Raum finde, um sich zu entfalten, damit es guten Gewinn abwerfe, damit man den europäischen Arbeitern Almosen hinwerfen könne, um das Anwachsen ihrer revolutionären Stimmung aufzuhalten, damit man die führenden Spitzen der Arbeitermassen kaufen könne, braucht das englische Kapital neue Länder und neue Arbeiter — rechtlose, stumme Sklaven.

Und diese neuen Länder haben die englischen Kapitalisten in den Orientländern, diese stummen Arbeitersklaven in den Ostvölkern gefunden.

Die englischen Kapitalisten streben danach, die Türkei und Persien, Mesopotamien und Arabien, Afghanistan und Aegypten an sich zu reißen, um den Bauern in diesen Ländern den Grund und Boden zu nehmen, indem sie den ruinierten, verschuldeten Ackerbauern ihre Landteile für ein Butterbrot abkaufen; und aus diesen aufgekauften Landparzellen wollen sie riesige Güter und Pflanzungen machen, auf denen die ihres Landes beraubten Bauern des Orients ihnen Tagelöhnerdienste leisten sollen. Mit der billigen Arbeitskraft, mit den nahezu kostenlosen Händen der hungrigen türkischen, persischen und arabischen Armen, wollen sie in der Türkei, in Persien und Mesopotamien Fabriken und Werke errichten, Eisenbahnen anlegen, Gruben und Hüttenwerke ausbeuten. Mit billigen Fabrikerzeugnissen wollen sie das Gewerbe der Eingeborenen vernichten, Millionen örtlicher Handwerker, die die Städte des Orients füllen, ihres Erwerbs berauben und sie auf das Pflaster werfen. Durch Gründung riesiger Kaufhäuser wollen sie die örtlichen Kleinhändler ruinieren und auch diese zu dem Proletariat, das nichts als seine Arbeitskraft feilzubieten hat, auf die Straße werfen.

Die englischen Kapitalisten wollen alle Orientvölker völlig proletarisieren, alle Bauern, alle Handwerker, alle Händler ruinieren und sie als Arbeiter, als hungrige Sklaven auf ihre Plantagen, in ihre Fabriken, Werke, Schächte und Gruben treiben. Durch übermenschliche Arbeit, durch Hungerlöhne wollen sie den unterjochten Orientvölkern Schweiß und Blut erpressen. Und diesen Schweiß der Arbeiter, dieses Blut der Bauern wollen sie in Mehrwert, in Profite, in Gewinn, in reines Gold, in klingende Münze verwandeln.

Dies ist die Zukunft, die das imperialistische England den Völkern des Orients bereitet!

England, das kaum vierzig Millionen Menschen zählt, von denen die Gruppe der Bedrücker und Ausbeuter nicht mehr als den vierzigsten Teil bildet, während die übrigen 39 Millionen zu den unterdrückten und ausgebeuteten Stadt- und Landarbeitern gehören, will über die halbe Welt herrschen und 800 Millionen Werktätiger, die den Orient bevölkern, in Sklaverei halten. Ein einziger englischer Bourgeois und Kapitalist, der schon 39 englische Arbeiter für sich fronen läßt, will auch noch 2000 Arbeiter und Bauern Persiens, der Türkei, Mesopotamiens, Indiens und Aegyptens für sich schuften lassen. 2040 hungrige und erschöpfte Menschen, die aller Erdengüter bar sind, werden ihr ganzes Leben für einen müßiggehenden Parasiten, einen englischen Kapitalisten arbeiten müssen. Eine Million solcher Parasiten und Ausbeuter, eine Million englischer Bankiers und Industrieller will 800 Millionen Proletarier des Orients zu Sklaven machen. Und man muß es zugeben, sie verstehen es, ihr Ziel zu erreichen, sie besitzen weder Scham, noch Gewissen, noch auch Furcht, sie besitzen keinerlei Gefühle außer ungezähmter Habgier und unstillbarem Durst nach Gewinn. Was geht sie der Ruin, der Hunger, das Blut, die Qualen, das Gestöhn von 800 Millionen Menschen an! Wenn es nur Vorteil, wenn es nur Bereicherung bedeutet!

In der Jagd nach diesem Vorteil, nach dieser Bereicherung krallen sich die englischen Imperialisten mit zähen Klauen an der Gurgel der Orientvölker fest und bereiten ihnen eine trostlose Zukunft. Eine Zukunft völligen Ruins, jahrhundertelanger Knechtschaft, Rechtlosigkeit, Unterdrückung und grenzenloser Ausbeutung erwartet die Völker des Orients, falls die gegenwärtige englische Regierung ihre Macht behält, falls das imperialistische England seine Kraft behält und seine Herrschaft über die Orientländer festigt. Das kleine Häuflein englischer Bankiers wird hunderte Millionen Bauern und Arbeiter des Orients verschlingen. Aber das darf nicht sein.

Vor den englischen Kapitalisten, die das imperialistische Großbritannien beherrschen, erhebt sich die organisierte Macht der Bauern und Arbeiter der Ostvölker, die sich unter dem roten Banner der Kommunistischen Internationale, unter dem roten Banner des Bundes der revolutionären Arbeiter zusammengeschlossen und sich zum Ziele gesetzt haben, die ganze Welt, die gesamte Menschheit von jeder Ausbeutung und Unterjochung zu befreien.

Der erste Kongreß der Ostvölker erklärt den Kapitalisten, die England regieren, mit lauter Stimme, die durch die ganze Welt dringt:

Das darf nicht sein!

Ihr Hunde sollt die Völker des Orients nicht verschlingen, Ihr, die Ihr ein elendes Häuflein von Unterdrückern seid, sollt nicht Hunderte Millionen orientalischer Bauern und Arbeiter auf Jahrhunderte in Sklavenketten schmieden. Zu groß ist der Bissen, den Ihr bereits ergriffen habt, Eure Zähne können ihn nicht zerkauen, Ihr werdet an diesem Bissen ersticken.

Lange, allzu lange haben die Völker des Orients im Dunkel der Unwissenheit verharrt, unter dem despotischen Druck ihrer tyrannischen Herrscher, im Joch der fremdländischen Eroberer und Kapitalisten geschmachtet. Das Dröhnen des Weltgemetzels, der Donner der russischen Arbeiterrevolution, die das östliche russische Volk von den jahrhundertealten Fesseln der kapitalistischen Sklaverei befreite, hat jetzt auch die Völker des Orients erweckt. Vom jahrhundertelangen Schlaf erwacht, erheben sie sich nun.

Sie erheben sich und vernehmen den Ruf zum heiligen Kriege, zum „Hasawath“. Es ist unser Ruf, der zu ihnen dringt.

Es ist der Ruf des ersten Kongresses der Vertreter der Orientvölker, die sich mit dem revolutionären Proletariat des Westens unter dem Banner der Kommunistischen Internationale zusammengeschlossen haben.

Wir sind es, die Vertreter der werktätigen Massen aller Orientvölker: Indiens, der Türkei, Persiens, Aegyptens, Afghanistans, Beludshistans, Kashgars, Chinas, Indochinas, Japans, Koreas, Georgiens, Armeniens, Aserbeidshans, Dagestans, des Nordkaukasus, Arabiens, Mesopotamiens, Syriens, Palästinas, Chiwas, Bucharas, Turkestans, Ferghans, der Tartarei, Baschkiriens, Kirgisiens usw., die ein unlösbares Bündnis miteinander und mit den revolutionären Arbeitern des Westens geknüpft haben, wir rufen unsere Völker zum heiligen Kriege.

Wir sagen ihnen:

Völker des Orients! So manches Mal habt Ihr von Euren Regierungen den Ruf zum heiligen Kriege vernommen, so manches Mal seid Ihr unter dem grünen Banner des Propheten ausgezogen, aber alle diese heiligen Kriege waren nichts als Lug und Trug, sie dienten nur den Interessen Eurer eigennützigen Herrscher. Ihr Bauern und Arbeiter aber bliebt auch nach diesen Kriegen in Sklaverei und Elend, für andere habt ihr Erdengüter erobert, Ihr selbst hattet nichts davon.

Nun rufen wir Euch zum ersten wahren heiligen Kriege unter dem roten Banner der Kommunistischen Internationale.

Wir rufen Euch zum heiligen Kriege für Euer eigenes Wohl, für Eure Freiheit, Euer Leben.

England, der letzte machtvolle imperialistische Raubvogel, der noch in Europa geblieben ist, hat seine schwarzen Fittiche über die muselmännischen Länder des Orients gebreitet und ist bestrebt, die Ostvölker zu seinen Sklaven, zu seiner Beute zu machen.

Sklaverei, unerträgliche Sklaverei, Ruin, Unterdrückung und Ausbeutung bringt England den Ostvölkern. Rettet Euch, Ihr Völker des Orients!

Erhebet Euch zum Kampf gegen diesen Raubjäger.

Erhebet Euch wie ein Mann zum Heiligen Krieg gegen die englischen Eroberer.

Erhebe Dich, Du Inder, der Du vor Hunger und übermenschlicher Sklavenarbeit hingesunken bist.

Erhebe Dich, Bauer Anatoliens, den die Steuern niederdrücken, die Wucherer aussaugen.

Erhebe Dich, persischer Raijat, der Du von den Mulkadoren gewürgt wirst.

Erhebe Dich, Werktätiger Armeniens, den man in die dürren Gebirge getrieben hat.

Erhebet Euch, Araber und Afghaner, die ihr verloren seid in den sandigen Wüsten, die Ihr durch die Engländer abgeschnitten seid von der ganzen Welt.

Erhebet Euch alle zum Kampf gegen den gemeinsamen Feind, gegen das imperialistische England.

Hoch weht das rote Banner des Heiligen Krieges ...

Es ist ein heiliger Krieg für die Befreiung der Orientvölker, ein Krieg, der die Einteilung der Menschheit in unterdrückende und unterdrückte Völker aufheben soll, ein Krieg, um die Gleichstellung aller Völker und Stämme, welche Sprache sie auch sprechen, von welcher Hautfarbe sie auch seien, zu welchem Glauben sie sich auch bekennen mögen.

Auf, zum heiligen Kriege, der die Einteilung der Länder in fortgeschrittene und zurückgebliebene, in abhängige und unabhängige, in Stammländer und Kolonialländer aus der Welt schaffen soll.

Auf, zum heiligen Kriege für die Befreiung der ganzen Menschheit von dem Druck der kapitalistischen und imperialistischen Sklaverei, für die Abschaffung jeder Unterdrückung eines Volkes durch das andere, jeder Ausbeutung eines Menschen durch den andern.

Auf, zum heiligen Kampf gegen das letzte Bollwerk des Kapitalismus und Imperialismus in Europa, gegen das Netz der See- und Landräuber, gegen den jahrhundertealten Bedrücker aller Ostvölker, gegen das imperialistische England.

Auf, zum heiligen Kriege für die Freiheit, das selbständige Leben und das Glück aller Völker des Orients, all der Millionen Bauern und Arbeiter, die von England unterjocht sind.

Völker des Orients! In diesem heiligen Kampfe werden alle revolutionären Arbeiter, alle geknechteten Bauern mit Euch sein. Sie werden Euch helfen, sie werden mit Euch zusammen kämpfen und sterben.

Dies sagt Euch der erste Kongreß der Vertreter der Orientvölker.

Es lebe die Vereinigung aller Bauern und Arbeiter des Orients und des Westens, die Vereinigung aller Bedrückten und Ausgebeuteten!

Es lebe ihr Generalstab, die Kommunistische Internationale!

Es brenne wie nie verlöschendes Feuer der Heilige Krieg der Orientvölker und der Werktätigen der ganzen Welt gegen das imperialistische England!

*Die Ehrenmitglieder des Vorsitzes:*

**Radek** (Rußland, **Bela Kun** (Ungarn), **Rosmer** (Frankreich), **Quelch** (England), **Reed** (Amerika), **Steinhardt (Gruber)** (Oesterreich), **Janson** (Holland), **Schablin** (Balkanföderation), **Joschiharo** (Japan).

*Der Vorsitzende des Kongresses:* Sinowjew.

*Die Mitglieder des Vorsitzes:*

**Ryskulow, Abduraschidow, Karrijew** (Turkestan), **Mustafa, Subchi** (Türkei), **Wan** (China), **Karid** (Indien), **Mulabekdshan, Rachmanow** (Chiwa), **Muhamedow** (Buchara), **Korkmassow** (Dagestan), **Digurow** (Tergebiet), **Alijew** (Nordkaukasus), **Kostanjan** (Armenien), **Narimanow** (Aserbeidshan), **Jenikejew** (Tatarische Republik), **Amur Sanan** (Kalmykische Republik), **Maharadzn** (Georgien), **Gaidarchan** (Persien), **Aga-Sadé** (Afghanistan), **Narbutabekow** (Taschkent), **Machmudow** (Ferghan), **Tahsim-Baari, Haasis-Mahomed** (Anatolien), **Kulejew** (Transkaspien), **Nijas-Kuli** (Turkmenien), **Kari-Tadshi** (Samarkand), **Nasyr-Sedyki** (Indien), **Sidadshedin, Kardasch-Ogly** (Dagestan), **Jeltschijew Mussajew** (Aserbeidshan), **Asim** (Afghanistan), **Abdulajew** (Chiwa).

*Der Sekretär des Kongresses:* Ostrowski.

## Aufruf an die Arbeiter Europas, Amerikas und Japans

*Принято на IV заседании, 4 сентября 1920 г. Текст по немецкому изданию:* Die Kommunistische Internationale, *Nr. 15 (1921), S. 152-158 ([marxists.org](https://www.marxists.org/deutsch/zeitschriften/komm-intern/index.html)).*

Arbeiter Englands, Amerikas, Frankreichs, Italiens, Japans, Deutschlands und anderer Länder! Vernehmet die Worte der Vertreter vieler Millionen des Orients. Vernehmet die Stimme des Leidens, die aus den geknechteten Ländern Asiens und Afrikas, aus der Türkei, aus Persien, China, Aegypten, Afghanistan, Buchara und Chiwa zu Euch spricht. Jahre, Jahrzehnte hindurch haben wir geschwiegen. Ihr hörtet unsere Stimme nicht, niemand sagte Euch, wie wir lebten, wie wir unter der Herrschaft derjenigen litten, die auch Eure Herren waren. Eure europäischen und amerikanischen Fabrikanten, Kaufleute, Generale, Beamten drangen in unsere Dörfer und Städte ein, plünderten uns jahrhundertelang aus, nahmen uns, was unsere Mühe und Arbeit geschaffen und führten alles nach Europa aus, um ihr Leben, ihre Wohnstätten mit dem Werk unserer Hände, unserer uralten Kultur zu schmücken. Uns aber machten sie zu Sklaven. Bis dahin hatten wir unseren eigenen Reichen, unseren Gutsherren, Sklavenbesitzern, Sultanen, Emiren, unseren Chans und Maharadschas Tribut zu zahlen. Nun aber sausten auch noch die Peitschen der europäischen Sklavenbesitzer auf unsere Rücken nieder. Wir plagten und mühten uns auf den Pflanzungen der europäischen Kapitalisten. Unser Schweiß rann, damit sie Reis, Tee, Zucker und Tabak, Kautschuk zu billigen Preisen erhielten. Unsere Kinder wurden in Sklaverei geboren und starben in Sklaverei. Wenn Eure und unsere Herren es wünschten, so entrissen sie der Mutter das Kind, dem Manne die Frau und trieben sie aus einem Land in das andere. Sie sagten Euch, daß sie europäische Kultur, europäisches Wissen in unseren Ländern verbreiteten, tasächlich aber verbreiteten sie nur Opium und Branntwein, damit die asiatischen und afrikanischen Sklaven, wenn das Leid ihnen das Herz zusammenschnürte, ihr unerträgliches Leben leichter vergessen konnten und es nicht wagen sollten, ihre gefesselten Hände gegen die Unterjochung zu erheben.

Eure Herren, die europäischen Kapitalisten, unterstützten unsere eigenen Unterdrücker und machten aus ihnen Hofhunde, die uns bewachten. Wo die Peitsche des örtlichen Machthabers fehlte, sandten sie weiße Soldaten, sandten sie Kanonen hin, vernichteten die Unabhängigkeit unserer Länder, unterwarfen uns ihren Gesetzen, ihren Statthaltern und verwandelten uns im vollen Sinne des Wortes in Sklaven. Sie gaben vor, ihre Kolonien erzögen uns zu künftigem, selbständigem Leben, in der Tat jedoch kämpften sie mit aller Kraft gegen die Verbreitung des Wissens unter uns Werktätigen des Orients. Sie stellten zahllose Gefängnisse und Kasernen für uns bereit, aber sie bauten keine Schulen, in denen die Kinder Asiens hätten lernen können, was die Weißen Hehres und Gutes erdacht und erfunden haben. Sie blickten auf uns wie auf eine niedere Rasse, sie verboten uns, in denselben Eisenbahnwagen zu fahren wie die Weißen, uns in den Stadtteilen anzusiedeln, in denen die Weißen lebten, mit den Weißen am selben Tisch zu essen.

Ihr sahet nicht unsere Wunden, hörtet nicht unsere leidvollen Klagelieder, Ihr glaubtet Euren Unterjochern, die Euch sagten, wir wären nicht Menschen, sondern Vieh. Ihr, die Ihr selbst Diener der Kapitalisten waret, sahet in uns Eure eigenen Diener. Ihr erhobt Einspruch in Amerika, als der chinesische, der japanische Bauer, von Euren Kapitalisten aus seinem Dorfe vertrieben, in Euer Land kam, um ein Stück Brot zu erhalten. Anstatt Euch brüderlich zu nähern, uns zu lehren, wie wir mit Euch zusammen für die gemeinsame Sache der Befreiung kämpfen könnten, verdammtet Ihr uns wegen unserer Unwissenheit, schloßt Ihr uns aus Eurem Leben aus, ließt uns nicht in Euren Verbänden zu. Es kam uns zu Ohren, daß Ihr sozialistische Parteien, eine internationale Vereinigung der Arbeiter gegründet habt, aber diese Parteien und diese Internationale blieben uns ein leerer Schall; wir sahen ihre Vertreter nicht unter uns, als die Engländer uns in den Straßen der indischen Städte niedermachten, als die vereinigten Truppen der europäischen Kapitalisten uns in Peking niederschossen, als die amerikanischen Kapitalisten auf den Philippinen unsere Forderung, daß man uns Brot gäbe, mit dem Knattern der Gewehre beantworteten. Und diejenigen von uns, die in ihrem Herzen die Vereinigung der Werktätigen der ganzen Welt ersehnten, standen auf der Schwelle Eurer Internationale, lugten über den Zaun und sahen, daß Ihr uns zwar in Worten als gleichberechtigt anerkanntet, in der Tat aber für Leute einer niederen Rasse hieltet.

Vor nunmehr sechs Jahren brach das große Gemetzel aus. Die Kapitalisten der ganzen Welt gerieten untereinander in Streit darüber, wer von ihnen die meisten Sklaven besitzen, wer die meisten asiatischen und afrikanischen Gebiete an sich reißen sollte. Ihr, Arbeiter Europas und Amerikas, sahet in diesem Kriege der Räuber, in diesem Kriege der Mörder Euren eigenen Krieg, einen Krieg um die Unabhängigkeit Eurer Länder, obgleich Ihr keine Handbreit Erde Euer eigen nanntet, obgleich der Grund und Boden, den Ihr mit Eurem Schweiße netztet, nicht Euch, sondern Euren Ausbeutern, Euren Herren gehörte.

Ihr halft Euren Fabrikanten, Euren Bankiers, uns zu zwingen, uns an diesem Kriege zu beteiligen, der ja doch ein Krieg gegen Euch und gegen uns war. Die Bajonette der europäischen Soldaten zwangen die Bauern Marokkos und Algieriens, auf den Feldern Flanderns, der Normandie und der Champagne durch Kugeln, Hunger und Krankheit umzukommen, zwangen die Bauern Hindustans in den Wüsten Mesopotamiens und Arabiens ihr Leben zu lassen und in den Einöden der Fellahs für das englische Expeditionskorps zu fronen, das gegen die Türken kämpfte. Sie machten aus den indischen Bauern Landkamele, die die Geschosse für die weißen Soldaten Mesopotamiens auf ihren Rücken schleppten. Für das Geld der europäischen Kapitalisten verkaufte man die Arbeiter Chinas und Annams an Rußland und Frankreich und zwang sie, unter tödlichem Kugelregen Laufgräben zu graben, in denen Ihr später starbt, in den Waffenfabriken zu arbeiten und Geschosse zu fabrizieren, durch die Ihr umkommen solltet.

Unser Blut und Schweiß vermengten sich mit Eurem Blut und Schweiß zu einem gemeinsamen Strom. Aber selbst auf den Schlachtfeldern, wenn der Farbige in trüber Nacht schier vergehen wollte vor Sehnsucht nach seiner Heimat, selbst dann zählte er nicht als Euer Bruder, sondern blieb nur der unzivilisierte Sklave, dessen Tod keiner Brust einen Seufzer, keinem Auge eine Träne abrang. In unseren Wohnstätten jedoch, hinter Meeren und Bergen, beweinten unsere Frauen ihre umgekommenen Männer, unsere Kinder ihre Väter und Ernährer.

Nun da der Krieg zu Ende ist, lassen Eure und unsere Herren, die diesen Krieg unter dem Banner der Völkerrechte und der Völkerherrschaft, unter dem Banner der Befreiung der unterdrückten Völker begonnen hatten, die Masken fallen. In den Städten Indiens herrschen Bajonett, Säbel und Maschinengewehr. In Armatzar ließ der englische General Dwayer Maschinengewehre gegen die friedlichen indischen Bürger auffahren und zwang sie, zu seinem Ergötzen auf den Bäuchen zu kriechen. Im englischen Parlament aber fand sich kein einziger Arbeitervertreter, der für diesen Henker und Mörder den Galgen gefordert hätte. In Mesopotamien halten die englischen Kapitalisten 80 000 indische Soldaten, die Brüder derjenigen, die sie in Armasar hinschlachteten, bereit, um sich mit ihrer Hilfe das Mossuler Naphtha zu sichern. In Smyrna metzeln die von den englischen Kapitalisten gekauften griechischen Soldaten die Türken nieder. In Südanatolien regiert das französische Bajonett. In Syrien zerstört der Stiefel des französischen Generals das neuerrichtete Gebäude der syrischen Unabhängigkeit. Für zwei Millionen Pfund Sterling kauft die britische Regierung ein Häuflein persischer Verräter der persischen Freiheit, um Persien zu einer Feste des englischen Kapitals gegen die Werktätigen Persiens und Rußlands zu gestalten. In Algerien, Tripolis, Annam herrscht der Absolutismus der französischen Generäle genau so wie vor dem Kriege. In Nordchina und Korea wirtschaften japanische Gendarme und japanische Offiziere, erschießen und erhängen jeden, der es wagt, von Freiheit auch nur zu träumen. Aus dem Blut, das die Arbeiter und Bauern Asiens und Afrikas in diesem Kriege vergossen haben, ist kein Baum der Freiheit aufgewachsen, sondern bloß Galgen für die Freiheitskämpfer.

Aber durch das Knarren der Galgen, durch das Gestöhn der Gepeitschten hindurch vernehmen wir neue Rufe, vernehmen wir die Stimme der Arbeiter, die sich mit der Waffe in der Hand gegen ihre Unterjocher erhoben haben, hören wir den Donner der Kanonen der russischen Roten Arbeiter- und Bauernarmee, die die aufständischen Arbeiter und Bauern Rußlands geschaffen. Wir hören, daß sie die russischen Kapitalisten, die russischen Gutsherren besiegt haben, und in unseren Herzen erwacht eine große Freude, erwacht der Glaube daran, daß das geknechtete und bedrückte werktätige Volk in seiner Brust die nötige Kraft finden wird, um dem Reich des Sklaventums, der Knechtung ein Ende zu machen und ein Reich der Arbeit und Freiheit zu errichten.

Hinter dem Kanonengebrüll in dem gerechten Kriege, den die russischen Bauern und Arbeiter führen, vernehmen wir Eure Stimme, Ihr Arbeiter Deutschlands, Oesterreichs und Ungarns! Wir hören, daß auch Ihr zu den Waffen greift, daß auch Ihr Eure Hände gegen Eure Unterjocher erhoben habt. Und obgleich wir wissen, daß Ihr Eure Feinde noch nicht besiegt habt, erfüllt uns der Glaube, daß Ihr den endgültigen Sieg davontragen werdet, mit froher Zuversicht. Wir vernehmen aus den Städten Italiens die Stimme von Hunderttausenden von Arbeitern, die mit ihrer Brust die Bajonette der italienischen kapitalistischen Banditen auffangen. Wir hören die Stimme der französischen Arbeiter hinter dem Gitter des Gefängnisses, in das die Regierung der französischen Millionäre sie geworfen, weil sie ihren gerechten Zorn fürchtete, vor ihren begeisterten Herzen zitterte. An unsere Ohren dringt das Rauschen des aufgepeitschten Meeres der englischen Arbeiter, wie es gegen die Felsen anstürmt, auf denen die Festen des englischen Kapitalismus, dieses Würgengels der Völker, dieses Räubers der Welt, Zerstörers friedlicher Hütten, emporragen.

Mit tiefer Freude, mit lauter Begeisterung vernehmen wir diese Klänge, und der Glaube wächst in uns, daß der Tag herrannaht, an dem unsere Qualen ein Ende nehmen werden, an dem unser Kampf sich mit dem Eurigen vereinen wird. Wir hoffen und glauben, daß Ihr nicht nur für Euren eigenen Sieg, für Eure eigene Befreiung kämpfen werdet. Wir hoffen und glauben, daß Ihr die Fesseln an Euren Händen und Füßen nicht dazu abschütteln werdet, um sie an unseren Händen und Füßen zu lassen. Wir hoffen und glauben, daß Ihr wie ein unsauberes Hemd all die Verachtung ablegen werdet, die unsere Unterjocher Euch gegen die Werktätigen des Orients eingeflößt haben, um die Weißen gegen die Völker von anderer Hautfarbe aufzubringen und auf diese Weise mit Hilfe der einen die anderen zu unterdrücken. Nur der gemeinsame Sieg der Arbeiter Europas und Amerikas und der werktätigen Massen Asiens und Afrikas wird allen denen Befreiung bringen, die bis jetzt fronten, damit eine Handvoll Reicher in Lust und Freuden lebe. Wolltet Ihr nur Euch selbst befreien, uns aber in Sklaverei und Knechtschaft lassen, würdet Ihr morgen derselben Sklaverei und Knechtschaft verfallen, denn um uns in Ketten zu legen und in Gefängnissen zu halten, müßtet Ihr im Osten und Süden Gefängniswärter haben, eine Hundemeute, die uns hüten würde, Truppen, die uns unter ihrer eisernen Faust hielten. Ihr müßtet die Macht über uns Euren Generälen und Statthaltern übergeben, diese aber würden ihre Bajonette alsbald gegen Euch selbst richten, nachdem sie das süße Brot des Müßigganges auf Rechnung fremder Arbeit gekostet, nachdem sie gelernt, Generationen farbhäutiger Werktätiger im Joch zu halten, und die Reichtümer, die sie in Asien und Afrika gesammelt, würden dazu dienen, um Euch zur früheren Sklaverei zurückzuführen. Wolltet Ihr uns jetzt vergessen, so würdet Ihr diesen Fehler teuer zu bezahlen haben, Ihr würdet unserer Ketten gedenken, wenn Ihr die Ketten an Euren eigenen Händen fühlte. Ihr könnt Euch nicht befreien, ohne uns in unserem Freiheitskampfe beizustehen. Die Reichtümer unserer Länder bilden in den Händen Eurer Kapitalisten ein Mittel, um Euch zu unterjochen. Solange der englische Kapitalismus die indischen, ägyptischen, türkischen Bauern unbehindert ausbeuten kann, solange er sie ausplündern kann, solange er sie zwingen kann, im englischen Heer zu dienen, werden ihm stets genug Reichtümer, genug Henker zur Verfügung stehen, um die englischen Arbeiter niederzuringen. Ohne unseren Aufstand können die englischen Arbeiter nicht über die englischen Kapitalisten siegen, kann das Weltproletariat nicht das Weltkapital besiegen. Und ebenso wie Ihr außerstande seid, Euren Kapitalisten die Macht zu entreißen, ohne Euch mit uns zu verbinden, so könnt Ihr diese Macht nicht in Euren Händen festhalten, wenn Ihr nicht ein Bündnis mit uns eingeht. Die kapitalistischen Länder Englands können aus eigenen Quellen nicht genug Getreide und Rohstoffe beschaffen, um ihre Arbeiter zu ernähren und zu bekleiden. Unsere Länder, die Länder des Orients, dagegen sind reich an Getreide und Rohstoffen. Dieses Getreide und diese Rohstoffe, ohne die die Arbeiter Europas trotz ihres Sieges vor Hunger sterben würden, stehen ihnen zur Verfügung, wenn sie mit den Werktätigen Afrikas und Asiens ein Bündnis eingehen, wenn sie den werktätigen Massen Afrikas und Asiens helfen, ihr Vertrauen und ihre Liebe gewinnen. Mit Euch vereint stellen wir eine unbesiegbare Kraft vor. Wir können einander ernähren und bekleiden, wir können einander helfen mit Heeren bewaffneter Männer, die die gleiche Idee, die Idee der gemeinsamen Befreiung beseelt.

Zu diesem gemeinsamen Kampf rief uns die III. Kommunistische Internationale, nachdem sie gebrochen hatte mit der vermoderten Vergangenheit der II. Internationale, die trieft von unserem und Eurem Blut, die geschändet ist durch ihre Kriecherei vor dem Imperialismus, durch ihren Verrat an den Interessen der werktätigen Massen der ganzen Welt. Die Kommunistische Internationale rief Euch zum gemeinsamen heiligen Kriege gegen die Kapitalisten; sie berief uns zum Kongreß nach Baku, wo die Arbeiter Rußlands, der Türkei, Persiens, die tatarischen Arbeiter viele jahrzehntelang für die Kapitalisten gearbeitet und zugleich gelernt haben, gemeinsam gegen ihre Unterdrücker zu kämpfen. Hier in Baku, an der Grenze zwischen Europa und Asien, haben wir Vertreter vieler Millionen aufständischer Bauern und Arbeiter Asiens und Afrikas unsere Wunden vor der Welt entblößt, der Welt die Spuren der Peitschen auf unseren Rücken, die Spuren der Fesseln an unseren Händen gezeigt. Und wir erhoben unsere Dolche, unsere Revolver und Degen und schworen vor dem Angesicht der Welt, diese Waffen nicht zum Kampf gegeneinander, sondern zum Kampf gegen die Kapitalisten zu gebrauchen. In der tiefen Hoffnung, daß Ihr, Arbeiter Europas und Asiens, Euch mit uns unter dem Banner der Kommunistischen Internationale verbinden werdet, um gemeinsam mit uns zu kämpfen, zu siegen, ein auf gegenseitiger brüderlicher Hilfe aller Werktätigen begründetes neues Leben aufzubauen, haben wir hier einen Propaganda- und Agitationsrat geschaffen, der unter der Führung der Kommunistischen Internationale, dieser Vereinigung unserer älteren Brüder im revolutionären Kampfe, sich das Ziel gesetzt hat, die werktätigen Massen aller Rassen zu erwecken, sie zu organisieren und sie im Sturm gegen die Festen der Unterjochung zu führen.

Arbeiter Englands, Amerikas, Frankreichs, Italiens, Japans, Deutschlands und anderer Länder! Höret die Stimme der Vertreter der Millionen aufständischer Völker des Orients, die schwören, sich zu erheben, um Euch in Eurem Kampf beizustehen und die von Euch brüderliche Hilfe in ihrem Kampf erwarten! Trotz der Jahrhunderte der Knechtung und Unterjochung wenden wir uns an Euch im Vertrauen auf Eure brüderlichen Gefühle, in der Überzeugung, daß Euer Sieg die Befreiung der gesamten Menschheit ohne Unterschied der Hautfarbe, ohne Unterschied des Glaubens und der Nationalität bedeutet. Möge auch in Euch die Überzeugung erwachen, daß unser Kampf zu einem neuen, besseren Leben, zur Entwicklung der Völker des Orients auf den gleichen Grundlagen der Arbeit und des Wohlstandes führen wird, auf denen Ihr Euer Leben aufbauen wollt. Mögen die Donnerrufe zu Euch dringen, mit denen Dutzende und Hunderte von Millionen Werktätiger Asiens und Afrikas unseren Eid bekräftigen werden, möge das Toben Eures Kampfes zur gemeinsamen Befreiung aller Arbeitenden als Antwort auf diese Donnerrufe ertönen.

Es lebe die Vereinigung der Arbeiter aller Länder mit den werktätigen Klassen Asiens und Afrikas! Es lebe die Weltrevolution aller Unterdrückten!

Es lebe der Sieg über die Welt der Unterdrückung, der Ausbeutung und der Lüge! Es lebe die Kommunistische Internationale!

*Der Vorsitzende des Kongresses:* G. Sinowjew.

*Der Sekretär:* Ostrowski.

## Тезисы о Советской власти на Востоке

*Приняты на VI заседании, 6 сентября 1920 г., по докладу тов. Бела Куна.*

1. Революция народов Востока против внешнего и внутреннего угнетения, против чужеземных империалистов и местных эксплуататоров ставит в порядок дня вопрос о государственном строе во всех странах Востока. Европейская буржуазия путем всяких махинаций долгое время умела скрывать от неимущих и малоимущих, пролетарских и полупролетарских элементов сущность государственной власти, как орудия угнетения. В противоположность этому в государствах Востока насильническая сущность власти совершенно ясна.

Жизнь и все продукты труда бедноты, живущей в государстве в полной бесправности, являются предметом купли-продажи в руках разных султанов, шахов, эмиров, предводителей племен и примыкающих к ним богатых и бюрократических клик. Это положение подготовило почву для империалистических эксплуататоров, которые в колониальных или опустившихся до полуколониального состояния странах заключали свои сделки всегда с помощью правителей государств, высшего офицерства и чиновничества за счет бедноты.

2. Подобно западным государствам богатые эксплуататорские слои населения в ближне-восточных странах попытались придать своей власти вид народовластия. Парламентаризация Турции и Персии, преобразование в демократические республики Грузии под рукодством меньшевиков, Армении—под руководством дашнакцатанов, Азербейджана—под руководством муссаватистов, происходили под лозунгами свободы и равенства. Все эти политики, однако, не оказались пригодными даже к тому, чтобы создать видимость народовластия. Неслыханная нищета народных масс остается рядом с благоденствием агентов чужеземных империалистов; оставление земли во власти прежних владельцев, сохранение старой податной системы к неизмеримому вреду трудящихся и не только терпимое отношение к ростовщичеству, но и поддержка его государственной властью за счет бедноты,—все это выявило ложность лозунгов о равенстве, как турецкой, персидской и азербейджанской национально-демократических партий, так и партии меньшевиков и дашнакцатанов, действующих под прикрытием социалистических лозунгов.

3. Революция трудящихся масс Востока не остановится и после удаления власти чужеземных империалистов. Она не остановится при строе, который под лживым лозунгом народной власти, под прикрытием лозунгов равенства старается сохранить власть султанов, шахов, эмиров, пашей, беков, старается сохранить угнетение трудящихся, неравенство между имущими и неимущими, угнетателями и угнетенными, между богатыми и бедными, плательщиками податей и жившими этими податями. Революция не остановится у об’явленных священными межей помещиков; восточное крестьянство, подобно русскому крестьянству, разовьет свою революцию до размеров огромной аграрной крестьянской революции, в результате которой земля должна перейти в руки трудящихся, а вся эксплуатация—исчезнуть. Подобно тому, как русское крестьянство провело свою аграрную революцию с поддержкой промышленных рабочих под руководством коммунистической партии и, сплотившись в Советы, защищает теперь отнятую у помещиков землю и у эксплуататоров власть,—таким же образом, угнетенное крестьянство Востока в своей революционной борьбе рассчитывает на поддержку революционных рабочих Запада, на поддержку Коммунистического Интернационала и существующих и будущих советских государств.

4. Советская власть и советская организация являются не только орудием власти и организационной формой промышленного пролетариата, но и единственной подходящей системой для того, чтобы трудящиеся массы, исключив из власти привилегированные и, следовательно враждебные элементы (помещиков, спекулянтов, высшее чиновничество, офицерство), сами могли устраивать свою судьбу. Только советская власть дает власть исключительно трудящейся бедноте. Об’единение советов и их федерация являются единственным способом создать мирное сотрудничество трудящихся разных народов, которые до сих пор резали друг друга на Востоке, и помочь им общими силами уничтожить власть чужеземных и туземных угнетателей, отражая их попытки вернуть старое положение.

5. Так называемое, демократическое самоуправление, передавая администрацию исключительно в руки привилегированных слоев (ханов, беков и прочих), устраняет трудящиеся массы из управления своими собственными делами. Оно лишает их возможности научиться управлять, лишает их возможности приобрести необходимые для этого знания. В противоположность этому опыт среди крестьянства Советской России, Сибири, Башкиро-Киргизской республики и Туркестана доказал, что крестьяне восточных стран умеют управлять своими делами.

6. Победа коммунистической партии на Западе прекратит эксплуатацию восточных народов. Однако, победа коммунистической революции на Западе не означает, что Восток и Запад могут обходиться без взаимной экономической связи. Наоборот, победа революции на Востоке и Западе означает, что в отношениях между разными странами, вместо эксплуатации, будет существовать взаимная поддержка и помощь. После победы коммунистической революции, экономические сношения будут производиться между государствами и таким образом экономические сношения восточных государств, неимеющих советской системы, служили бы только интересам немногочисленной капиталистической группы, которая, собрав хлеб и сырье, производила бы торговлю с западными советскими государствами совершенно так же, как она производит ее в настоящее время с империалистическими государствами, эксплуатируя для этого трудящихся Востока.

В интересах полного освобождения от империалистической эксплуатаци, для передачи земли в руки трудящихся, для освобождения от власти спекулянтов-эксплуататоров требуется устранение из власти нетрудящегося элемента, всех чужеземных колонизаторских элементов (генералов, чиновников и др.), всех привилегированных, а также требуется организация власти бедноты на советских началах. И все остальные интересы трудящегося народа указывают Востоку на необходимость создания Советской власти.

## Тезисы по аграрному вопросу

*Приняты на VI заседании, 6 сентября 1920 г., по докладу тов. Скачко.*

1. Крестьянство стран Востока, являющееся единственным производительным классом и кормящее своими трудами не только помещиков, но и всю буржуазию и бюрократию, раздавлено бременем остатков феодализма, кабальных отношений, помещичьих поборов и государственных налогов и находится в совершенно невыносимом положении полного разорения, хронического голода, бесконечной задолженности и работы на помещиков, сборщиков податей и ростовщиков.

Угнетение и эксплуатация крестьян стран Востока со стороны государственной власти, иноземных капиталистов и своих помещиков достигают таких пределов, что делают невозможным для крестьян не только развитие, но и просто человеческое существование и низводят их на положение забитого и вечно голодного рабочего вьючного скота.

2. Источниками угнетения и эксплуатации крестьян являются:

а) сохранившиеся феодальные отношения, ставящие крестьян в личную и экономическую зависимость от помещиков;

б) захват земли помещиками, дающий им возможность на почве недостатка свободных земель закабаливать крестьян и обращать их, юридически свободных, в фактически крепостных;

в) захват земель государственной властью, раздающей их значительными площадями в аренду привилегированным классам и капиталистам, что создает для этих последних монополию на владение землей и заставляет крестьян становиться в положение переарендаторов и батраков на самых тягостных для них условиях;

г) непосильное бремя налогов и хищнический способ их взимания при посредстве безответственных бюрократических органов деспотической власти;

д) отсутствие личной безопасности, анархия и систематическое бандитство со стороны полудиких кочевых племен, поддерживаемых в своих насилиях над крестьянами государственной властью;

е) создаваемое всеми этими условиями крайнее разорение крестьян, доходящее до полного обнищания, и возникающая на почве этого разорения чудовищная задолженность земледельцев, которая отдает их в полную экономическую зависимость от ростовщиков и обращает их работу в работу на безконечную выплату займов и процентов по ним различным банкам, помещикам, кулакам и ростовщикам;

ж) созданное разорением полное отсутствие у крестьян средств и орудий производства, как-то денег, с.-х. машин, рабочего скота, семян для посевов и т. п., что создает для крестьян невозможность вести собственное хозяйство на собственной земле, даже в случаях наличности свободных и доступных им земель.

3. Для освобождения от невыносимого бремени угнетения, эксплуатации и разорения и для создания условий, необходимых для ведения собственного хозяйства, способного удовлетворить все потребности и создать условия возможности дальнейшего развития, крестьянам стран Востока необходимо:

а) сбросить являющуюся первоисточником всякого угнетения и всякой эксплуатации власть иностранных завоевателей-капиталистов и своих собственных деспотов-тиранов: султанов, шахов, ханов и беков со всей их паразитической сворой бюрократов и прихлебателей и взять власть со всеми ее административными, хозяйственными и финансовыми функциями в свои руки, путем образования местных и центральных крестьянских Советов и создания крестьянских советских республик Востока, связанных в одну мощную неразрывную федерацию с советскими республиками стран Запада;

б) отказаться от исполнения каких бы то ни было обязанностей по отношению к помещикам-феодалам, сбросить их власть, уничтожить всякую личную и экономическую зависимость от них, уничтожить крупное землевладение, под какими бы юридическими формами оно ни пряталось, отобрать земли у помещиков без всякого выкупа и вознаграждения и разделить их между обрабатывающими их крестьянами, арендаторами и батраками;

вместе с тем отобрать и имеющиеся у помещиков стада скота, разделив их в первую очередь между батраками, вовсе не имеющими скота, а потом и между арендаторами и маломощными крестьянами-земледельцами;

находящийся в имениях помещиков инвентарь обратить в коллективную собственность крестьян, захвативших земли; крестьянам надлежит об’единяться в группы, об’единяя и имеющийся в их распоряжении инвентарь для коллективной обработки земли, гарантирующей лучшие результаты и быстрейшее развитие крестьянского хозяйства и благосостояния;

в) захватить все земли, принадлежащие государству и его различным учреждениям как светским, так и духовным (в том числе вакуфные), и разделить их между обрабатывающими их крестьянами и арендаторами, переарендаторами и батраками, с полным уничтожением всех прав крупных фермеров-арендаторов, являющихся посредниками между государством и крестьянами, и с конфискацией в пользу крестьян всего принадлежащего этим арендаторам скота и инвентаря;

г) отменить все существующее земельное законодательство и все ограничения в праве пользования землей и изменения поверхности участков;

об’явить, что вся земля, без различия ее происхождения и вне зависимости от прав каких бы то ни было собственников и владельцев, принадлежит государству, а пользоваться ею безвозмездно может всякий, обрабатывающий ее своим трудом. Установить единственным земельным законом правило, что „кто обрабатывает участок земли собственным трудом, тот и является его владельцем и собственником производимых землею продуктов“, и вместе с тем об’явить, что мелкое хозяйство и землевладение крестьян, не пользующихся чужим трудом, неприкосновенно и ненарушимо, и никто не имеет права посягать на него во имя каких бы то ни было целей;

д) урегулировать пользование местными оросительными водами и поливными землями, передав дело в руки крестьянских советов, как местных, так и центральных;

е) обеспечить интересы кочевых племен, отведя в их пользование достаточное для удовлетворения их потребностей количество пастбищ, и вместе с тем принять все меры для облегчения перехода кочевых племен к оседлому быту;

ж) отменить все существующие налоги, в том числе и десятину, и заменить их единым разверсточным сбором части всех производимых крестьянами продуктов, необходимых для содержания рабочих городского населения и армии, причем, как величина этого сбора, так и его разверстка, равно как и самый процесс сбора должны определяться и осуществляться крестьянскими советами, а все взятое у крестьян при помощи сбора должно быть компенсировано разверсточной выдачей крестьянам всех необходимых им предметов городской промышленности;

з) отменить все крестьянские долги какому бы то ни было государству, его различным духовным и светским учреждениям, банкам, помещикам, торговцам и признать недействительными какие бы то ни было крестьянские долговые обязательства;

и) с организацией крестьянских советов и крестьянских советских республик на Востоке, при помощи и поддержке советских республик промышленного Запада приступить к широкому государственному снабжению крестьян сельско-хозяйственными машинами, орудиями, рабочим скотом и прочими средствами производства, необходимыми для ведения сельского хозяйства с установлением общего пользования всех крестьян этими средствами производства; приступить к организации агрономической помощи крестьянам и коллективной обработки земли, без всякого принуждения к ней отдельных землевладельцев; приступить к организации крестьянских производственных коопераций, как сельско-хозяйственных, так и кустарно-ремесленных, с широкой государственной их поддержкой и постепенным их огосударствлением; приступить к организации среди крестьян потребительских коопераций с широкой государственной поддержкой и постепенным их огосударствлением, организуя через их посредство снабжение крестьян всеми необходимыми для них предметами городской промышленности;

к) по мере снабжения крестьян всеми средствами производства, необходимыми для ведения сельского хозяйства, организовать на свободных, невозделываемых землях коммунистические советские хозяйства, эксплоатируемые под контролем государства при помощи организованных в производственные союзы сельских рабочих; стремиться к наиболее широкому развитию этих коммунистических советских хозяйств, с целью употребления излишков производимых ими продуктов для обмена их на необходимые продукты городской промышленности, вырабатываемые европейскими промышленными странами.

Одно только утверждение политической независимости восточных стран, как Турции, Персии, Афганистана и других, равно как и провозглашение только политической независимости колоний—Индии, Египта, Месопотамии, Аравии и др.—не может освободить крестьян восточных народов от угнетения, эксплуатации и разорения. При сохранении капиталистического строя в Европе и Азии, освободившиеся от политической зависимости, от империалистических стран запада страны Востока, как более отсталые в промышленном отношении, неизбежно останутся в полной экономической от них зависимости и по-прежнему будут служить для приложения финансового капитала европейских промышленных стран, связанного с капиталистической эксплуатацией крестьян и рабочих. При сохранении капиталистического строя, даже в случае завоевания странами и колониями Востока полной политической независимости, крестьянам этих стран неизбежно придется проходить мучительный период первоначального капиталистического накопления, связанного с их окончательным разорением, сгоном с земли, пролетаризацией и обращением в наемных фабричных рабочих и сельско-хозяйственных батраков, лишенных всякого своего хозяйства и принужденных продавать свою рабочую силу. Крестьянство народов Востока, идущее сейчас рука об руку с своей демократической буржуазией на завоевание независимости своих стран от западно-европейских империалистических держав, должно помнить, что оно имеет свои особые задачи, что его освобождение не достигается только одним завоеванием политической независимости, и потому оно не может остановиться на завоевании этой независимости и успокоиться на ней. Крестьянство народов Востока должно идти дальше и продолжать борьбу и после утверждения политической независимости своих стран, должно продолжать борьбу против своей зависимости от своих помещиков и от своей буржуазии, которая безусловно будет пытаться после завоевания независимости заменить эксплуатацию крестьян западно-европейскими капиталистами своей собственной эксплуатацией.

Для полного и действительного освобождения крестьянства Востока от всякого угнетения, от всякой зависимости, всякой эксплуатации необходимо еще и свержение власти своих помещиков и своей буржуазии и установление в странах Востока крестьянско-рабочей советской власти. Только полное уничтожение капиталистического строя как на Западе, так и на Востоке даст возможность крестьянам народов Востока не потерять, а сохранить и развить свое хозяйство и, избегнув прохождения через мучительную стадию первоначального капиталистического накопления, при помощи рабочего класса наиболее передовых стран, через известную ступень развития, придти к коммунистическому строю, обеспечивающему каждому крестьянину полную свободу и полное пользование всеми произведенными его трудом продуктами.

Только полное торжество социальной революции и установление мирового коммунистического хозяйства может освободить крестьянство стран Востока от разорения, нужды, нищеты, голода, угнетения и эксплуатации. А потому крестьянам Востока в борьбе за их освобождение нет другого пути, как совместно с передовыми революционными рабочими Запада, в тесном союзе с создаваемыми ими революционными советскими республиками, выступить на борьбу и с чужеземными капиталистами-завоевателями, и со своими деспотами—помещиками, буржуями и прочими угнетателямии—продолжать эту борьбу, не отступая до полной победы над мировой буржуазией, до полной победы социальной революции, до окончательного установления коммунистического строя, который один только и может дать всем народам и Запада, и Востока действительное освобождение, уничтожить всякое угнетение народа народом и всякую эксплуатацию человека человеком.

## Постановление о Совете Пропаганды и Действия

*Предложено обеими фракциями и президиумом, оглашено тов. Зиновьевым и принято на VII заседании, 7 сентября 1920 г.*

„Первый С’езд Народов Востока постановляет: образовать при Исполнительном Комитете Коммунистического Интернационала постоянный орган об’единения народов Востока под названием „*Совет Пропаганды Народов Востока*“. Совет составляется следующим образом: (список будет прочтен секретарем особо); в результате избирается 47 человек. Народы Востока, не представленные на первом с’езде, имеют право дополнительно послать в Совет своих делегатов.

Совет пропаганды и действия организует пропаганду на всем Востоке, издает журнал под названием „Народы Востока“ на трех языках, организует издательство брошюр, листков и т. д., поддерживает и об’единяет освободительное движение на всем Востоке, организует университет социальных наук для работников Востока и т. д... Совет Пропаганды и Действия Народов Востока, впредь до следующего С’езда Народов Востока (не позднее, как через год), имеет свое местопребывание в Баку.

Пленарные (полные) собрания Совета Пропаганды и Действия для всех дел происходят не реже раза в три месяца в Баку.

Между пленарными собраниями Совета Пропаганды и Действия всеми делами руководит президиум из семи человек, избираемый Советом.

Совет организует свой отдел в Ташкенте и в других центрах, где найдет нужным.

Вся работа Совета ведется под руководством и под контролем Исполнительного Комитета Коммунистического Интернационала, который назначает двух (из семи) своих представителей в президиум Совета с правом „вето“.

## Приветствие Красной армии

*Телеграмма, оглашенная тов. Таджиевым и одобренная на VII заседании, 7 сентября 1920 г.*

Первый С’езд Народов Востока шлет приветствие доблестной Красной армии Российской Социалистической Федеративной Советской Республики. Народы Востока, так долго мучимые армиями европейских государств, приветствуют Красную армию своего освободителя. С’езд просит каждого красного воина, на каком бы он фронте ни боролся, помнить, что миллионы восточных народов следят за его борьбой с затаенным дыханием, в ожидании момента, когда военное положение позволит, чтобы Красная армия направила свое оружие на освобождение народов Востока. Красная армия рабочих и крестьян в настоящее время является единственным оплотом этих народов против международного империализма, и укрепление этого оплота есть первейшая обязанность всех народов Востока.

Честь и слава каждому красному солдату, каждому красному командиру! Угнетенные, но жаждущие свободы сыны Востока ждут вас!
