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Title: Engels an Friedrich Graeber, [Bremen, Ende Juli 1839]
Description: Kurzer Brief mit dem am 27. Juli gedichteten Hexametergedicht „Deutsche Julitage. 1839“ gegen die deutschen Fürsten und Ernst August von Hannover.
Author: Friedrich Engels
Date: 1839-07-27
URL: https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/originales/1839-07-27%20Engels%20an%20Friedrich%20Graeber
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*Friedrich Engels an Friedrich Graeber, [Bremen 1839 Ende Juli]. Nach: Marx/Engels, Gesamtausgabe (MEGA¹), Abt. I, Bd. 2, Berlin 1930, S. 533-534. [Traducción al español](https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/1839-07-27%20Engels%20a%20Friedrich%20Graeber)*

Lieber Fritz!

Recepi litteras tuas hodie, et jamque tibi responsurus sum. Viel schreiben kann ich Dir nicht — Du bist noch in meiner Schuld und ich erwarte einen langen Brief von Dir. Ist Dein Bruder W[ilhelm] auch frei? Studiert Wurm jetzt auch mit Euch in Bonn? Gott segne dem dicken Peter seine Studia militaria. Ein kleines Poem, am 27. Juli gemacht, möge Dich üben im Liberalismus und im Lesen antiker Metra. Sonst ist nichts dran.

> *Deutsche Julitage.*  
> 1839.
>
> Wie die Wellen sich heben im rauschenden Strom, wie der Sturm so gewaltig einhergeht!  
> Mannshoch braust auf die geschlagene Flut, und es sinkt und es hebt sich der Nachen;  
> Von dem Rhein her wehet der sausende Wind, der die Wolken versammelt am Himmel,  
> Der die Eichen zerbricht und den Staub auftreibt, und die Wogen zerwühlt in der Tiefe.  
> Und Eurer gedenk’ ich im schwankenden Boot, Ihr Fürsten und Könige Deutschlands,  
> Aufs Haupt nahm einst das geduldige Volk den vergoldeten Thron, da Ihr sitzet,  
> Trug Euch im Triumph durchs heimische Land und verjagte den kühnen Erobrer.  
> Da wurdet Ihr keck und des Übermuts voll, da habt Euer Wort Ihr gebrochen,  
> Nun wehet der Sturm aus Frankreich her, und es woget die Menge des Volkes,  
> Und es schwanket der Thron wie das Boot in dem Sturm, und das Szepter erbebt in der Hand Euch.  
> Vor allem zu Dir, Ernst August, wend ich den Blick mit zornigem Mute,  
> Du brachst, ein Despot, das Gesetz tollkühn, horch auf, wie die Stürme erbrausen!  
> Wie das Volk aufschaut durchbohrenden Augs und das Schwert kaum ruht in der Scheide,  
> Sprich, ruhst Du so sicher auf goldenem Thron, wie ich in dem schwankenden Boote?

Das Faktum mit den hohen Wellen in der Weser ist wahr, auch daß ich am großen Tage der Julirevolution drauf fuhr.

Grüß Wurm, er soll mir viel schreiben.

Dein Friedrich Engels.
