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Title: Marx an Engels, Brüssel, 15. Mai [1847]
Description: Marx über die Verhaftung Voglers, Engels’ Broschüre, die Reise nach London und die Wechsel auf Heß und Bernays; mit einer Nachschrift von Lion Philips.
Author: Karl Marx
Date: 1847-05-15
URL: https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/originales/1847-05-15%20Marx%20an%20Engels
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*Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Paris, Brüssel, 15. Mai [1847], mit einer Nachschrift von Lion Philips. Text nach MEGA¹ III/1, Berlin 1929, Nr. 19, S. 70-72, ohne den Apparat der Herausgeber. [Traducción al español](https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/1847-05-15%20Marx%20a%20Engels).*

Lieber Engels,

Du weißt, daß Vogler seit Anfang Mai in Aachen arretiert ist. Das hat für einstweilen den Druck der von Dir hergeschickten Broschüre unmöglich gemacht. Das erste Drittel derselben hat mir sehr gut gefallen. An den zwei andern muß jedenfalls geändert werden. Mehr speziell das nächstemal über diesen Punkt.

Einlege ich den Abdruck Deiner Karikatur. Ich hatte sie der Brüssler Zeitung zugeschickt.

Was den wirklich ekelhaften Artikel des Grün oder Konsorten in der Trierschen Zeitung angeht, so ist es zwar jetzt zu spät; ursprünglich aber hättest Du gut getan, in zwei Zeilen eine Gegenerklärung in demselben Schundblatt zu erlassen.

Nach London kann ich nicht. Die Geldmittel gestatten es nicht. Wolff werden wir aber hoffentlich hinbringen. Und dann wird’s genügen, daß ihr beide da seid.

*Voce Geld*:

Du erinnerst Dich, daß *Heß* mir und meinem Schwager Edgar Geld vom Gesellschaftsspiegel her schuldet. Ich ziehe daher auf ihn einen *Wechsel* von hier, 30 Tage auf *Sicht*. Der *Bernays* schuldet mir ebenso vom Mai vorigen Jahres *150 fr.* Er erhält also ebenfalls einen Wechsel präsentiert.

Ich ersuche Dich also zu folgendem:

1. Schreib mir erstens die Adresse der beiden;

2. Teile beiden das Faktum mit und sage den Eseln

3. daß, wenn sie nicht glauben, bis zum 15. Juni die respektiven Gelder zahlen zu können, sie dennoch den Wechsel *akzeptieren* sollen. Ich werde dann für *Deckung* in Paris sorgen. Natürlich eröffnest Du den Eseln *letztres nur*, wenn’s durchaus nicht anders geht.

Ich bin in solchem Geldpech momentan, daß ich zu diesem Wechselziehn Zuflucht nehmen mußte, und am Ende, den beiden Eseln soll nichts geschenkt werden. Falls die Esel bloß zum *Schein* die Wechsel akzeptieren wollen, muß ich das natürlich gleich wissen.

Da die Sache *sehr pressiert*, erwarte ich von Dir, daß Du keinen Tag versäumst, um alles in Ordnung zu bringen und mich zu *benachrichtigen*.

Hier in Brüssel ist ein Escompteur aufgetrieben.

Ich kann Dir nicht mehr schreiben. Vor ungefähr zwölf Tagen ließ mir der Breyer zu *Ader*, aber statt an dem *linken*, am *rechten* Arm. Da ich fortarbeitete, als sei nichts vorgefallen, eiterte die Wunde, statt zu vernarben. Die Sache hätte gefährlich werden und mir den Arm kosten können. Jetzt ist’s so gut wie geheilt. Aber der Arm noch schwach. Darf nicht angestrengt werden.

Dein Marx.

[Nachschrift von Lion Philips]

Mein liebes Fritzchen,

Ich bin eben im Begriff, Deine Broschüre zu durchlesen — bis jetzt habe ich daran viel Spaß gehabt — und fühle mich ganz glücklich, *kein* Deutscher *nicht* zu sein. Gott oder Vernunft oder Gattung bewahre uns vor der Kleinbürgerei!!

Avec laquelle j’ai l’honneur d’être Yours most truly Philips.

P. S. Schreibe mir doch mal un demi mot.
