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Title: Engels an Marx, [Manchester, um den 2. August 1851]
Description: Engels über Schramms Abreise, Weydemeyers Pläne in New York und den Vorschlag einer lithographierten Korrespondenz für deutsch-amerikanische Blätter.
Author: Friedrich Engels
Date: 1851-08-02
URL: https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/originales/1851-08-02%20Engels%20an%20Marx
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*Brief von Friedrich Engels an Karl Marx in London, [Manchester, um den 2. August 1851]. Text nach MEGA¹ III/1, Berlin 1929, Nr. 106, S. 227-228, ohne den Apparat der Herausgeber. [Traducción al español](https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/1851-08-02%20Engels%20a%20Marx).*

Lieber Marx,

Inliegend die zweite Hälfte der Fünfpfundnote.

Daß Schr[amm] nach Paris gesegelt, wußte ich nicht, Du hattest mir nichts darüber geschrieben. Ich las daher mit dem größten Erstaunen in der Kölner Zeitung, daß er versoffen sei — leider wird das nicht wahr sein. Der Hund ist sehr störend — man hat ihn zu dicht herankommen lassen, und er ist ein gemeiner Kerl durch und durch. Du hast indes recht, das Schreien und Ulkschlagen hilft nichts, man muß den Kerl ruhig seiner Wege gehn lassen, bis man Macht über ihn hat. Wie gesagt, es wäre ganz gut, wenn er wirklich im Kanal ersoffen wäre; wahrscheinlich aber hat er das Gerücht selbst verbreitet — c’est une manière comme une autre de faire parler de soi.

Weydemeyer will also nach Amerika und sehn, daß er die New Yorker Arbeiterzeitung, die Fenner v. Fenneberg jetzt hat, in seine Hände bekommt. Kann er sich in New York halten, so ist er uns dort jedenfalls nützlicher als in London, wo der embarras nur vermehrt würde. Ein solider Bursche wie er hat uns in New York gerade gefehlt, und am Ende ist New York auch nicht aus der Welt und bei W[eydemeyer] ist man sicher, daß er le cas échéant doch gleich bei der Hand ist.

Der Plan mit der lithographischen Korrespondenz ist ganz gut. Nur müßt Ihr das Dings ganz geheim halten — der kleine Bamberger und andre, einmal die Idee gegeben, würden Euch sofort das Prävenire spielen. Ich würde an Deiner Stelle das Ding, sobald die ersten Einrichtungen getroffen, in den deutsch-amerikanischen Blättern annoncieren lassen, und zwar selbst als Direktor mit unterzeichnen, um das Ding ziehen zu machen. Geht das Ding so auf Deine Verantwortlichkeit und glaubst Du, daß es irgendwie nützlich sei, mich als Mitarbeiter zu nennen, so steht Dir das natürlich frei. Willst Du Deinen Namen indes aus der Geschichte heraushalten, wofür ich die Notwendigkeit durchaus nicht einsehe, car enfin, warum solltest Du nicht auch das Recht haben, eine industrielle Firma zu bilden und die Neue Rheinische Zeitung lithographiert fortzusetzen — so müßte Lupus die Firma bilden. Weydemeyer könnte Euch hierfür in New York vom größten Nutzen sein, besonders bei Eintreibung der Gelder, was die Hauptsache ist. Ich bin überzeugt, das Ding wird enorm ziehen, und die vielen amerikanischen Korrespondenten in London usw. werden es sehr bald fühlen.

Nennst Du Dich als Direktor, so ist keine Frage, daß das Ding besser zieht, namentlich gleich von vornherein; läßt Du bloß Lupus sich nennen, so fällt die moralische Verantwortlichkeit weg und man kann seinem schlesischen Gepolter à la Luther, das für die Deutschamerikaner sehr gut paßt, besser als Dein Stil, wobei sie denken müssen, ungehindert freien Lauf lassen. In jedem Falle müßtest Du es Dir zur Regel machen, so schlecht und décousu wie möglich zu schreiben, sonst verdirbst Du es bald mit diesem Publikum.

Was ist das für eine neue Schrift von Proudhon, von der Du sprichst?

Ich werde dem Jones einen Artikel mit meiner Unterschrift machen, ich wollte nur, Jones schickte mir ein möglichst vollständiges Exemplar seiner Notes, das hier nicht aufzutreiben ist. Wie ist seine Adresse, ich hab sie vergessen.

Auch von Amerika lauten die Berichte über das Baumwollwarengeschäft schlecht. Die Märkte sind overstocked, und die Yankees selbst fabrizieren für den jetzigen Stand des Markts zu viel.

Schreib bald wieder, ich ennuyiere mich hier tödlich.

Dein F. E.

NB. Halt Deine Papiere nur immer gut aus dem Haus, ich werde seit einiger Zeit hier sehr scharf beobachtet und kann keinen Schritt tun, ohne zwei bis drei informers an den Fersen zu haben. Herr Bunsen wird die Gelegenheit nicht haben unbenutzt passieren lassen, um der englischen Regierung neue und wichtige Aufschlüsse über unsre Gefährlichkeit zu geben.
