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Title: Marx an Engels, London, 9. Dezember 1851
Description: Marx über den Staatsstreich: das Proletariat hat seine Kräfte geschont, die Lage ist eher verbessert, die Emigration hat sich als „pour rien in der Revolution“ erwiesen.
Author: Karl Marx
Date: 1851-12-09
URL: https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/originales/1851-12-09%20Marx%20an%20Engels
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*Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester, London, 9. Dezember 1851. Text nach MEGA¹ III/1, Berlin 1929, Nr. 135, S. 294-295, ohne den Apparat der Herausgeber. [Traducción al español](https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/1851-12-09%20Marx%20a%20Engels).*

9. Dezember 1851. 28, Deanstreet, Soho.

Dear Frederic,

Ich habe Dich auf Antwort warten lassen, quite bewildered von diesen tragikomischen Ereignissen in Paris. Ich konnte nicht wie Willich sagen: Sonderbar, man hat uns keinen Avis von Paris gegeben! Auch nicht, wie Schapper, mit dem Bierpott mich in Permanenz bei Schärttner erklären. Zur Rettung des Vaterlands schlief S[chapper] mit einigen Trabanten, unter dem Vorgeben zu wachen, zwei Nächte bei Schärttner. Diese Herrn, wie Löwe von Calbe et Co., hatten ihre malles gepackt, aber da die Vorsicht der bessre Teil der Tapferkeit ist, beschlossen sie erst hinüberzustiefeln, sobald die Sache sich „entschieden“ habe.

Hast Du Louis Blancs Miserere gelesen? Den andren Tag protestierte Bernard le Clubiste dagegen, dies Lamento mitunterzeichnet zu haben.

Einliegend erhältst Du einen Brief von Reinhardt aus Paris und die „Pötte“, von denen ich Dir bei meiner Anwesenheit in Manchester sprach.

Pieper ist wieder hier, sehr von sich selbst entzückt. Er tritt von Rothschilds aus, fährt aber fort, dort im Hause deutsche Stunde zu geben. Madame hat ihm den permanenten Hauslehrer gekündigt. In meiner Proudhonangelegenheit hat er seit seinem letzten Briefe nichts getan, nichts gehört noch gesehn. Es scheint mir, daß er die Übersetzung als *sein* Machwerk behandelt hat, ce qui n’est pas.

Maintenant, was soll ich Dir über die Situation schreiben? So viel ist klar, das Proletariat hat seine Kräfte geschont. Bonaparte hat einstweilen gesiegt, weil er während der Nacht das öffentliche Stimmrecht in geheimes verwandelte. Mit der, trotz allen posthumen Erklärungen von d’Argout, der Bank entwendeten Million £ St. hat er die Armee gekauft. Wird ihm der Coup noch einmal gelingen, wenn die Wahl gegen ihn ausfiele? Wird die Majorität überhaupt wählen? Die Orleans sind nach Frankreich abgereist. Es ist schwer, ja unmöglich, ein Prognostikon zu stellen in einem Drama, dessen Heros Crapulinski ist. Jedenfalls scheint mir die Situation eher verbessert als verschlechtert durch den coup d’état. Mit Bonaparte ist leichter fertig zu werden, als es mit der Nationalversammlung und ihren Generälen möglich gewesen wäre. Und die Diktatur der Nationalversammlung stand vor der Türe.

Kostbar ist die Enttäuschung von Techow et Co., die ohne weiteres in der französischen Armee les apôtres de la trinité démocratique, de la liberté, de l’égalité, de la fraternité sahen. Les pauvres hommes! Und die Herrn Mazzini und Ledru[-Rollin] können sich nun auch ruhig schlafen legen. Die Katastrophe war der downfall der Emigration. Es hat sich gezeigt, daß sie pour rien in der Revolution ist. Die Herrn hatten nämlich *beschlossen*, die Weltgeschichte zu suspendieren bis nach Kossuths Rückkehr. Apropos! Die Pennysubscription für letztern hat exakt in London 100 d., sage Pence, abgeworfen.

Salut.

Dein K. M.

Apropos! Habe ich Dir nicht einen *französisch* geschriebnen Brief Piepers an mich zugeschickt? Ist dies der Fall, so schick ihn mir umgehend zurück.
