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Title: Marx an Engels, London, 8. März 1855
Description: Marx berichtet von Muschs Besserung, einer kleinen Erbschaft seiner Frau, der Broschüre Prinz Napoleons, fragt nach dem Straßenmangel vor Sebastopol und deutet die innere Geschichte Roms als Kampf des kleinen mit dem großen Grundeigentum.
Author: Karl Marx
Date: 1855-03-08
URL: https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/originales/1855-03-08%20Marx%20an%20Engels
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*Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester, London, 8. März 1855. Text nach MEGA¹ III/2, Berlin 1930, Nr. 349, S. 82–83, ohne den Apparat der Herausgeber. [Traducción al español](https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/1855-03-08%20Marx%20a%20Engels).*

8. März 1855.
28, Deanstreet, Soho.

Lieber Engels,

Die £ 5 erhalten.

Ich kann von hier nicht fort, bis Colonel Musch sichtbar hergestellt. Indes hat er diese Woche rasche Schritte zur Rekonvaleszenz gemacht, der Doktor war heute exceedingly pleased und nächste Woche ist vielleicht alles all right. Sobald ich mit gutem Gewissen fort kann, schreibe ich Dir. Ich denke, nächste Woche.

A very happy event, der Tod des neunzigjährigen Onkels meiner Frau wurde uns gestern mitgeteilt. Dadurch spart meine Schwiegermutter eine jährliche Abgabe von 200 Talern und meine Frau wird an 100.£ St. bekommen; mehr, wenn der alte Hund den Teil seines Geldes, der nicht Fideikommis war, nicht seiner Haushälterin vermacht. Die Frage mit dem Manuskript des Herzogs von Braunschweig über den siebenjährigen Krieg, wofür der alte Scharnhorst schon große Summen angeboten hatte, wird auch zur Entscheidung kommen. Meine Frau hat sofort Protest eingelegt gegen etwaige Versuche ihres Bruders, es seinem „Allergnädigsten“ als Präsent zu übermachen. Für bares Geld mag der preußische Staat es acquirieren, but not otherwise.

Eine andre *mögliche* Geldzufuhr hat sich aufgetan. Meine Frau hatte bei einem Bankier Grach in Trier 1300 Taler deponiert. Der Kerl machte Bankrott, und in bezug auf sie fraudulös, da er schon fallit war (obgleich ohne Wissen des Publikums), als er das Deposit akzeptierte. Auf Anstehn der Frau dieses Grach ließ sich meine Frau „erweichen“ und stand davon ab, die Sache gerichtlich zu betreiben. Der Oberprokurator hatte erklärt, daß im gegenteiligen Falle Grach vor die Assisen kommen werde. Nun hat die Frau dieses G[rach] ein großes Vermögen geerbt, und wenn sie ihren Versprechungen treu bleibt, ist auf den Ersatz von wenigstens einem Teil des Verlustes zu rechnen. Jedenfalls wird so die „Vergangenheit“ endlich einmal abgezahlt und diese Last von den Schultern fallen.

Die Broschüre des Nap[oleon] Bonaparte — (Girardin erklärt in der Presse, daß er nicht der faiseur) — hat mich sehr amüsiert. Trotz des Versuchens, „le prince“ in Pose zu setzen, trotz der französischen Renommisterei, Oberflächlichkeit, plunders in militaribus, ist die Broschüre Gold wert als Denkstein für unsern Leroy, alias St. Arnaud, und überhaupt zur Charakteristik des „imperial Barnum“ und seiner Tafelrunde.

Ein Punkt, worüber Du mich aufklären mußt in der Krimscheiße, ist folgender: General Evans sagt vor dem Komitee, der Hauptgrund des melting der army vor Sebastopol sei der Mangel des Wegs vom Hafen von Balaklava gewesen, 1000 Mann während zehn Tagen würden hingereicht haben, ihn zu bauen, aber — et c’est la question — all men who could have been spared were employed in the trenches: und *von vornherein* sei der Umfang der Linien, die die Engländer einzunehmen, im größten Mißverhältnis to their numerical strength gewesen. Frage nun, ob die Franzosen als contrivers dieses mischief betrachtet werden dürfen?

Ich habe vor einiger Zeit wieder die römische (alt) Geschichte durchgegangen bis zur Zeit des August. Die innere Geschichte löst sich plainly auf in den Kampf des kleinen mit dem großen Grundeigentum, natürlich spezifisch modifiziert durch Sklavereiverhältnisse. Die Schuldverhältnisse, die eine so große Rolle spielen von den origines der römischen Geschichte an, figurieren nur als stammbürtige Konsequenzen des kleinen Grundeigentums.

Von dem Pfaffen Forster sah ich heut drei Werke angezeigt, alle unter dem gemeinsamen Titel der Original Language.

Herr Herzen, wie Du gesehn haben wirst, läßt sich jetzt auch in der A[ugsburger] A[llgemeinen] Z[eitung] puffen. Gleichzeitig erscheint sein speech (im Jonesschen Meeting) im People’s Paper als Flugschrift und in dem braven L’Homme des père Ribeyrolles.

Adieu.

Dein K. M.
