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Title: Marx an Engels, London, 3. Juli 1855
Description: Marx schickt Angaben über die neapolitanische Armee, spricht von der Trauer im Haus nach Muschs Tod und von den Szenen im Hydepark.
Author: Karl Marx
Date: 1855-07-03
URL: https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/originales/1855-07-03%20Marx%20an%20Engels
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*Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester, London, 3. Juli 1855. Text nach MEGA¹ III/2, Berlin 1930, Nr. 363, S. 91–92, ohne den Apparat der Herausgeber. [Traducción al español](https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/1855-07-03%20Marx%20a%20Engels).*

28, Deanstreet, Soho.
3. Juli 1855.

Lieber Frederic,

Die £ 5 erhalten Montag. —

Ich habe eine Masse Zeug durchwühlt auf dem Museum während drei Tagen, ohne irgend etwas über die neapolitanische Armee aufzutreiben, außer folgendem, was auch schon bei Mac Culloch, Dictionary geographical, statistical etc. zu finden.

Im Jahre 1848 Armee nearly 49000 Mann (dies scheint Kriegsfuß, da ich sie für das Jahr 1840 (in einem Dizionario Politico, Turino) auf 26—27000 Mann angegeben finde). Davon: 32000 Infantry ot the line, 5000 cavalry, 4000 artillery and engineers, 8000 gens d’armes. Sie behaupten, ihre Armee auf 64237 bringen zu können. Das ist als der offizielle Kriegsfuß angegeben. — Aus *Ricciardi* habe ich gesehn, daß der Sohn Ferdinands I. und der Vater King Bombas zuerst — 1824 oder 1825 — die Schweizer für dreißig Jahre engagierte (da die neapolitanische Armee die spanische nachgeahmt, insurgiert hatte) und mit dem dreifachen Sold der native army. Da die Regierung beider Sizilien im Innern auf Schweizer und Lazzaroni, im Äußern auf die östreichische Armee sich verläßt und ihre schlechtbezahlte, undisziplinierte, demoralisierte, feige Armee selbst auf zéro anschlägt, so glaube ich, daß bei einer Übersicht der europäischen Armeen sich auf dies Urteil der eignen Regierung bezogen werden kann, die Armee auf „0“ zu setzen und nur en passant ihre Zahl anzugeben. —

Vielleicht steht in Mariotti etwas näheres. Ich konnte ihn aber nicht habhaft werden, da er stets „in hand“ war, so oft ich ihn verlangte.

Hier bei mir ist es noch immer eine traurige Häuslichkeit. Meine Frau noch sehr leidend. Die Erinnerung an das liebe arme Kind quälend und selbst zwischen die Spiele seiner Geschwister dazwischentretend. Solche Schläge lassen sich nur langsam, im Lauf der Zeit verschmerzen. Mir selbst ist der Verlust noch so frisch wie am ersten Tag, und ich kann daher die Leiden meiner Frau beurteilen. Sollte das schottische Geld noch zeitig eintreffen, so werde ich auf mehre Wochen nach Kent ziehn, wo Überfluß an schöngelegnen und wohlfeilen Plätzen sein soll. —

Die Szenen vorigen Sonntag im Hydepark disgusting, einerseits wegen der Brutalität der Constables und andrerseits des bloß passiven Widerstands der ungeheuren Massen. Indes gärt und kocht es offenbar und nur zu wünschen, daß große Unglücksfälle in der Krim den Ausschlag geben.

Dein K. M.
