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Title: Marx an Engels, [London], 14. Juli 1857
Description: Marx beschwört Engels, das Comptoir zu lassen und ans Meer zu gehen, und bittet um militärische Bemerkungen über den indischen Aufstand.
Author: Karl Marx
Date: 1857-07-14
URL: https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/originales/1857-07-14%20Marx%20an%20Engels
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*Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester, [London], 14. Juli 1857. Text nach MEGA¹ III/2, Berlin 1930, Nr. 440, S. 202–203, ohne den Apparat der Herausgeber. [Traducción al español](https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/1857-07-14%20Marx%20a%20Engels).*

14 July 1857.

Lieber Engels,

Trotz aller Mißfälle kannst Du sicher sein, daß ich und meine Frau (die nebenbei auf dem besten Weg der Genesung ist) weniger beängstigt waren durch unsre eignen affairs als durch Deinen letzten Bericht über Deinen Gesundheitszustand. Ich bin außerordentlich erfreut, daß es besser geht, sehe aber mit wirklicher Angst, daß Du wieder beabsichtigst, das Comptoir zu besuchen und zwar schon in dieser Woche. So viel mußt Du doch aus dem ganzen Gang Deiner Krankheit ersehn haben, daß Dein Körper der Stärkung und Erholung und einer temporären Abschüttlung von allem Comptoirstaub bedarf. Du mußt zur See as soon as possible. Wenn Du in diesem entscheidenden Moment so kindisch bist — Du verzeihst mir das Wort —, wieder in das Comptoir Dich einzuschließen, werden neue Rückfälle kommen und die Widerstandskraft gegen dies Übel gleichzeitig mehr und mehr sich brechen. In solchen Rückfällen könnte die Krankheit schließlich die Lunge affizieren, und dann wären alle Abhilfsversuche vergebens. Du strebst doch sicher nicht nach dem Ruhm, Dich selbst auf dem Altar des Ermen-Engelsschen Comptoirs aufzuopfern? Mit Deinem Leiden würde man einen Menschen bedauern, den die Situation zwänge, statt seine Gesundheit zu restaurieren, sich von neuem ans Geschäft zu ketten. Bei Dir bedarf es dagegen nur eines energischen Entschlusses, um das medizinisch Notwendige zu tun. Bedenke, wie lang das Übel sich schon schleppt, wie viele Rückfälle, und Du wirst die Notwendigkeit einsehn, for some time to let Mr. Ermen shift for himself, und Dich durch Seeluft und relativen Müßiggang zu restaurieren. Ich hoffe, Du nimmst die Sache ernsthaft und gibst das alte fehlerhafte System auf, zwischen Medizin und Comptoir abzuwechseln. Es wäre unverzeihlich, wenn Du darin beharrtest.

Die Umstände, die die Entbindung meiner Frau begleiteten und die mich unnerved for some days, kann ich nur mündlich mitteilen. Ich kann diese Dinge nicht schreiben.

Ich habe Deine Artikel erhalten. My best thanks for them.

Die indische Revolte setzt mich einigermaßen in Verlegenheit. Ich bin bei der Tribune expected to have some superior views of military affairs; wenn Du mir einige allgemeine Phrasen schreiben kannst, so kann ich mit dem Stoff, den ich gesammelt, leicht einen Artikel, der lesbar ist, draus machen. Die Lage der Insurgenten in Delhi und die moves der englischen Armee sind die einzigen Punkte, worüber für den Moment einige militärische Phrasen nötig. Alles andre ist matter of fact.

Herr Bamberger hat mich mit falschen Rendezvous, die er nie eingehalten, für zwei Wochen jetzt hingehalten. Ich gebe den Jüngling jetzt natürlich auf.

Die Frau von Jones ist tot seit April, und er scheint sich relativ wohl zu befinden.

Von Imandt heute einen Brief erhalten. Er ist in expectation einer Stelle, die er auf 300 £ schätzt. Wegen Dronke schreibt er mir, daß er en famille leben soll, mit einem Frauenzimmer, das er geschwängert hat. Es ist jedoch nicht Miss Smith.

Salut.

Dein K. M.
