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Title: Marx an Engels, [London], 5. March 1858
Description: Marx über die Erneuerung der Maschinerie als materielle Voraussetzung des Zyklus der Krisen, das zirkulierende Kapital und Ricardos Beispiel über den auswärtigen Handel.
Author: Karl Marx
Date: 1858-03-05
URL: https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/originales/1858-03-05%20Marx%20an%20Engels
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*Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester, [London], 5. March 1858. Text nach MEGA¹ III/2, Berlin 1930, Nr. 508, S. 297–300, ohne den Apparat der Herausgeber. [Traducción al español](https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/1858-03-05%20Marx%20a%20Engels).*

5 March, 1858.

Dear Frederic,

Über Einliegendes, das sich offenbar verspätet hat, bist Du so gut mit Lupus abzumachen, welche Antwort Euch passend dünkt. Schick die Sache *nicht* zurück (heb’ sie aber auf), da diese Dinge bei Dir jetzt sichrer als bei mir. London ist jetzt Zentralpunkt von Mouchards aller Nationen. Es vergeht indes jetzt kaum ein Tag, wo die Hunde nicht plus ou moins gelyncht werden.

My best thanks for your éclaircissements über Maschinerie. Die Zahl von dreizehn Jahren entspricht, soweit es nötig ist, der Theorie, da sie eine *Einheit* für one epoch of industrial reproduction setzt, die plus ou moins koinzidiert mit der Periode, worin sich die großen Krisen wiederholen, deren Verlauf natürlich noch durch ganz andre Momente, ihrer Reproduktionszeit nach, bestimmt wird. Das Wichtige ist mir, in den unmittelbaren materiellen Voraussetzungen der großen Industrie *ein* Moment der Bestimmung für die Zyklen zu finden. Bei der Reproduktion der Maschinerie im Unterschied zum capital circulant fallen einem unwillkürlich die Moleschotts ein, die auch auf die Reproduktionszeit des Knochenskeletts zu wenig Rücksicht nehmen, rather, mit den Ökonomen, sich mit dem Durchschnitt der Gesamtumschlagszeit des menschlichen Körpers begnügen. Eine andre Frage, worüber ich auch nur eine Illustration, ungefähre, brauche, ist, wie sich z. B. in Eurer Fabrik, oder Fabrikgeschäft, rather das floating capital teilt in Rohmaterial, wages, und welchen Teil ihr beim banker im Durchschnitt stehn habt? Ferner, wie *berechnet* ihr den Umschlag in Euren Büchern? Die theoretischen Gesetze hier sind sehr einfach und selfevident. Aber es ist doch gut, eine Ahnung davon zu haben, wie die Sache praktisch aussieht. Die Rechnungsweise der Kaufleute beruht natürlich auf noch größern Illusionen, partly, als die der Ökonomen; berichtigt aber andrerseits durch praktische Illusionen deren theoretische. Du sprichst von 10 p. c. Profit. I suppose that you do not take into the account the interest, und dies wohl neben dem Profit figuriert. In the „first Report of the Factory commissioners‘“ finde ich als Durchschnittsillustration folgendes statement:

| | |
|---|---|
| Capital sunk in building and machinery | £ 10 000 |
| Floating capital | £ 7 000 |
| £ 500 | interest on 10 000 fixed capital |
| £ 350 | dto. on floating capital |
| £ 150 | Rents, taxes, rates |
| £ 650 | Sinking fund of 6½ percent for wear and tear of the fixed capital |
| £ 1650 | |
| £ 1100 | contingencies (?), carriage, coal, oil |
| £ 2750 | |
| £ 2600 | wages and salaries |
| £ 5350 | |
| £ 10000 | for about 400 000 lbs. Rawcotton at 6 d. |
| £ 15350 | |

16000 für 363 000 lbs. twist spun. Value 16000. *Profit* 650, or about 4,2 percent. Die wages der operatives hier also about ein Sechstel.

Hier ist der Gesamtprofit allerdings nur about 10 p. c., Zins eingerechnet. Herr Senior aber, der doch im Interesse der Fabrikanten schrieb, gibt 15 p. c. als Durchschnittsprofit (Zins eingerechnet) in Manchester an. Was sehr zu bedauern ist, daß in dem obigen statement die *Zahl* der Arbeiter nicht angegeben ist; auch nicht die Proportion zwischen dem, was als *salaries* figuriert, und den eigentlichen *wages*.

Wie übrigens selbst die besten Ökonomen, wie such as ipsissimus Ricardo, in reines kindisches Geschwätz verfallen, wenn sie auf die bürgerliche Denktretmühle geraten, fiel mir wieder recht auf bei folgender Stelle Ricardos, die mir gestern zufällig in die Hand lief. Du erinnerst Dich, daß A. Smith, der noch sehr altfränkisch ist, behauptet, fremder Handel, verglichen mit heimischem, gebe nur ohne half of the encouragement to the productive labour of a country etc. Darauf antwortet Ricardo mit folgender Illustration:

„Smiths Argument scheint mir falsch: denn obgleich zwei capitals, ein portugiesisches und ein englisches, angewandt werden, wie Smith voraussetzt, wird stets *ein* Kapital in dem fremden Handel employed werden doppelt von dem, was in dem heimischen angewandt werden würde. Unterstelle, daß Schottland ein Kapital von £ 1000 in der Produktion von Leinen verwendet, die es anwendet für ein gleiches Kapital, verwandt in der englischen Seidenfabrikation. 2000 £ und eine proportionelle Quantität Arbeit werden in den zwei Ländern verwandt. Entdeckt England, daß es mehr Leinen von Deutschland für die Seide, die es vorher nach Schottland exportierte, und entdeckt Schottland, daß es mehr Seide von Frankreich in Retour für sein Leinen erhalten kann als früher von England, so werden England und Schottland unmittelbar aufhören, miteinander zu handeln, und der heimische Konsumtionshandel wird für den fremden aufgegeben werden. Aber obgleich zwei additionelle Kapitalien in diesen Handel eingehn werden, das von Deutschland und das von Frankreich, wird nicht derselbe Betrag von Schottlands und Englands Kapital fortfahren, verwandt zu werden und dieselbe Quantität Industrie wie früher im heimischen Handel in Bewegung setzen?“ Die Voraussetzung, daß Deutschland unter den angegebnen Verhältnissen seine Seide in England, statt in Frankreich, und Frankreich sein Leinen in Schottland, statt in Deutschland kauft, ist of a fellow like Ricardo doch etwas starker Tubak.

Freund Thomas Tooke, und mit ihm der letzte englische Ökonom of any value, ist gestorben.

Hast Du in dem einen Guardian, den Du mir geschickt hast, nicht die Stelle übersehn, worin David Urquhart als Kindesmörder figuriert? Der fool hat nämlich seinen baby mit türkischem Bad traktiert und ihm dann glücklich im dreizehnten Monate zu einer Hirnkongestion und daher resultierendem death verholfen. Der Coroner’s inquest über diesen case dauerte drei Tage, und Urquhart entschlüpfte nur haarbreit einem Verdikt of manslaughter. Quel triomphe pour Pam!

Salut.

Dein K. M.
