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Title: Marx an Engels, London, 31. Mai 1858
Description: Marx, nach Manchester wieder in London, beginnt die Ausarbeitung seines ökonomischen Manuskripts für den Druck und berichtet über Cluß, Pélissier, Maclarens Geschichte der Currency, Lassalles Heraklit und Bangya.
Author: Karl Marx
Date: 1858-05-31
URL: https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/originales/1858-05-31%20Marx%20an%20Engels
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*Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester, London, 31. Mai 1858. Text nach MEGA¹ III/2, Berlin 1930, Nr. 526, S. 320-321, ohne den Apparat der Herausgeber. [Traducción al español](https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/1858-05-31%20Marx%20a%20Engels).*

31 May 1858.

9, Graftonterrace, Maitlandpark, Haverstockhill, London.

Dear Frederick,

In der ersten Woche mußte ich mich wieder akklimatisieren, und auch das plötzliche Aufhören des Reitens tat zunächst nicht wohl. Ich habe exakt bis heute gebraucht, wo ich mich endlich wieder so auf dem Damm fühle wie an dem Tag, wo ich Manchester verließ. Ich bin nun in working order und beginne sofort mit der Ausarbeitung für den Druck. Ich habe in der letzten Woche nur zwei Artikel für die *Tribune* geschrieben. Sonst immer herumgelaufen, da die Beklommenheit im „Koppe“ und die Schwierigkeit des Stuhl — mich Rückfall befürchten ließen.

*Ad vocem Cluß*. Dieser Jüngling war vor seiner Abreise noch einmal bei Schapper. Der brave Mann fand bei seiner Rückkehr von meiner Wohnung zu seinem Schrecken, daß er von Paris etwas mitgebracht hatte, einen Schanker nämlich mit allerlei bösartigen Nebenumständen. Er wurde bettlägerig und gab dies bei S[chapper] als Grund an, warum er sich aus der zivilisierten Welt zurückgezogen.

*Ad vocem Pelissier*. Was wir scherzhaft in Manchester präsumierten, daß P[elissier] sofort sich mit den Orleans einlassen würde, ist nun geschehn in real good earnest und bildet das Tagesgespräch in London.

Was sagst Du zu Bonas Konfiskationsgelüsten?

Während meiner Abwesenheit ist in London ein Buch über die gesamte Geschichte der Currency von Maclaren erschienen, das nach den Auszügen im *Economist* first rate ist. Das Buch ist noch nicht in der Bibliothek, wie überhaupt die Sachen dort erst Monate nach ihrem Erscheinen auftreten. Ich muß es natürlich lesen vor meiner Darstellung. Schickte daher meine Frau in die City zum publisher. Zu unsrem Schrecken fand sich aber, daß es 9 sh. 6 d. kostet, was mehr war, als unsre gesamte Kriegeskasse betrug. Es wäre mir daher sehr lieb, wenn Du mir eine postoffice order für diese Summe zuschicktest. Es ist wahrscheinlich, daß für mich nichts Neues in dem Buch steht, allein nach dem Wesen, was der *Economist* damit macht, und nach den Auszügen, die ich selbst gelesen, erlaubt mein theoretisches Gewissen nicht voranzugehn, ohne es zu kennen.

Glaubst Du nicht, daß Du Material genug hättest, für Freitag etwas Allgemeines über den state of the British forces in India und etwas Konjekturalistisches zu schreiben? It would be a great bonn for me, da das Durchlesen meines eignen Manuskripts mir beinahe eine Woche kosten wird. Der Teufel ist nämlich, daß in dem Manuskript (was gedruckt ein dicker Band wäre) alles wie Kraut und Rüben durcheinandergeht, vieles, was erst für viel spätere Teile bestimmt ist. So muß ich mir einen index machen, in welchem Heft und welcher Seitenzahl sich der Dreck kursorisch vorfindet, den ich zunächst in Arbeit zu nehmen.

Ich habe endlich an Lassalle geschrieben. Du mußt mir Absolution geben wegen der Elogen, die ich Heraklit dem Dunklen machen mußte. In einigen unscheinbaren Nebenremarks — da das Lob doch durch tadelnde Schattierung erst sich ernsthaft ausnimmt — habe ich einigermaßen das wirklich Mangelhafte an der entreprise leise, leise angedeutet.

Ich werde morgen oder übermorgen neue Bangyanummern erhalten und dann zwei nach Manchester schicken, eine für Dich, eine für lupum. Apropos! Aus einer Nummer der Tribune sah ich, daß Pulszky zuvorzukommen sucht den ekligen revelations, indem er B[angya] als Spion *Metternichs* darstellt und als einen, der den General Stein verraten habe. Staatsmann Blind hat sich dann doch im Advertiser gemüßigt gefunden, while giving a testimonium paupertatis to Kossuth „the illustrious Governor of Hungary“, ihn direkt aufzufordern, eine „Gegenerklärung“ zu machen. Kossuth, of course, hielt’s Maul.

Wie geht’s mit Gumperts Fortschritten in der edlen Reitkunst? Das Pech für mich ist, daß die Sache bei mir immer unterbrochen wird, wenn ich grade so weit gekommen bin, mich für die Geschichte zu interessieren.

Salut.

Dein K. M.
