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Title: Engels an Marx, [Manchester], 9. Juni 1858
Description: Engels und Wolff raten, daß Lassalle sich nach dem Überfall durch Fabrice und Bormann nicht duellieren soll.
Author: Friedrich Engels
Date: 1858-06-09
URL: https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/originales/1858-06-09%20Engels%20an%20Marx
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*Brief von Friedrich Engels an Karl Marx in London, [Manchester], 9. Juni 1858. Text nach MEGA¹ III/2, Berlin 1930, Nr. 528, S. 323, ohne den Apparat der Herausgeber. [Traducción al español](https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/1858-06-09%20Engels%20a%20Marx).*

9. Juni 1858.

Lieber Mohr,

Hierbei der Brief von L[assalle] zurück. Daß unser Jüdel Braun eine Keilerei gehabt, hatte mir schon Borchardt am Samstag mit triumphierender Miene angezeigt. Diese Details also höchst nützlich zu wissen. Was unsre Meinung angeht, so ist es sonnenklar, daß die beiden Herren, Intendanturrat wie Assessor, durch einen so gemeinen Mordanfall sich vollständig auf den Holz-Standpunkt gestellt haben, und daß das einzige Duell, auf das man sich mit solchen Knaben einlassen *könnte*, schon in der Keilerei selbst *stattgefunden hat*. Wenn zwei Kerle einem Dritten auflauern und ihn *beide* anfallen, so glaube ich nicht, daß irgendein Duellkomment in der Welt *erlaubt*, sich mit solchem Pack noch zu duellieren. Wollte Herr F[abrice] durch die Reitpeitschengeschichte ein Duell mit Gewalt provozieren, so mußte Herr B[ormann] rein passiv, als *Zeuge* dabei assistieren, oder war überhaupt überflüssig. Wo aber zwei *einen* zugleich überfallen, da hat man mit Canaille zu tun, bei der Ehre und fair play aufhört, und die bewiesen haben, daß ein honoriger Zweikampf, a fair duel, mit ihnen nicht geführt werden kann. Man riskiert ja, hinterlistig ermordet zu werden.

So weit meine und Lupus’ Ansicht, den Komment des Duells als Rechtsboden vorausgesetzt.

Abgesehen hiervon, ist es unsre wie Deine Ansicht, daß 1. Duelle für Revolutionäre jetzt überhaupt unzeitgemäß sind und 2. Lassalle, nachdem er sich „prinzipiell“ gegen das Duellieren bis zum Festreiten erklärt hat, sich sehr blamieren würde, wenn er sich jetzt duellierte.

Was unsre Meinung also angeht, so kannst Du unsrem Ephraim Gescheit ruhig schreiben, daß er sich nicht pauken soll, sondern gemütlich seine „unerschütterliche Bestimmtheit“ sich wieder ankneipen und möglichst bald wieder den Mond bei den Zähnen nehmen und zum hundertundersten Mal die Vernichtung wagen soll. Zur Entdeckung, daß er einen hinreichenden Vorrat an Eitelkeit zu besitzen scheint, gratulieren wir ihm, glaub ich, am besten im stillen.

Hast Du die Geschichte mit Foulds Sohn gelesen? Er ist mit der Mademoiselle Valérie vom Gymnase und frcs. 1600000 nach London durchgebrannt. Der Alte schrieb an Pelissier und sagte, er solle au cas de besoin, user d’autorité. Pelissier ladet das Pärchen zum Dejeuner ein, sagt ihnen: Je vous donne ma bénédiction, und schreibt dem Alten: Que voulez-vous? Les jeunes gens seront toujours de jeunes gens! und ganz Paris lacht den alten Fould aus.

Dein F. E.
