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Title: Marx an Engels, [London], 15. Februar 1859
Description: Marx bittet um Geld für den Empfang seines Schwagers Juta und berichtet über Freiligraths Antwort auf Engels’ Brief über Kinkel.
Author: Karl Marx
Date: 1859-02-15
URL: https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/originales/1859-02-15%20Marx%20an%20Engels
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*Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester, [London], 15. Februar 1859. Text nach MEGA¹ III/2, Berlin 1930, Nr. 566, S. 363-364, ohne den Apparat der Herausgeber. [Traducción al español](https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/1859-02-15%20Marx%20a%20Engels).*

15. Februar 1859.

Lieber Engels,

Einliegend:

1. Brief von meinem Schwager (dem Cape man), woraus Du siehst, daß der Bursche morgen in London landen wird. Da ich sans sou bin (ich habe noch Sonnabend den letzten „freien“ Rock meiner Frau versetzen lassen, um dem Eccarius some comforts zukommen zu lassen) und den Mann, der nach Trier geht und wichtig für die Transactions mit meiner Mutter ist, anständig empfangen muß, muß ich Dich wieder treten, mir at least 1. £ zuzuschicken per Post. Zum Glück hab ich den sogenannten Momms, und damit brauche ich den Mann nur im Haus zu empfangen, während ich alles Herumtreiben als Kranker abweisen kann.

2. Brief von Eccarius. Ich hatte letzterm (der mir etwas sich zu bessern scheint) gesagt, wenn er Wein brauche, solle er mich es wissen lassen. Du mußt also about two bottles of Portwein ihm zukommen lassen.

3. Zwei Einlagen aus der Free Press (die nun um so wichtiger, weil aus dem *New York Herald* abgedruckt) werden Dir eine Einsicht in den chinesischen Krieg und die Politik des Herrn Palmerston gewähren.

*Ad vocem Freiligrath*. Ich kam ihm sehr gelegen grade am Tag, als er Deinen Brief erhalten. Er gab ihn mir zu lesen. Entschuldigte sich, wenn das Gedicht unpolitisch gewesen, damit, daß er „Dichter“ sei. Zweitens aber habe er von wegen des *Hermann* nur einen „Witz“ Dir geschrieben. Well, after these very meagre explanations sagte er, er werde Dir schreiben, daß er mit mir die Sache all right gesetzt habe. Dein Brief hatte ihn übrigens tief „gekitzelt“. Ich sagte ihm, der Brief sei „sehr gut geschrieben“, und er mußte natürlich darüber lachen, daß ich on such an occasion zu allererst auf „die Form“ sähe. Das fact ist dies: F[reiligrath] sieht ein, daß Kinkel ihn *gebraucht* hat und sogar, nachdem er ihn gebraucht, etwas frech gegen ihn wird. (So zum tiefen Ärger von Freiligrath steht im *Hermann* mit großen Buchstaben unter den Annoncen: „**Schriften von Gottfried und Johanna Kinkel**“, und *unter dieser Rubrik* mit kleinen Buchstaben: *F. Freiligraths* Gedichte, so daß F[reiligrath]s Gedichte annexiert sind zu den Schriften von Gott[fried] und Joh[anna]. Dies wurmt unsern Biedermann sehre). Andrerseits ist Freiligrath dem Kinkel sehr verpflichtet, daß er ihm, wie es scheint wider alles Erwarten, wieder zu einer *politischen Leibesöffnung* verholfen, die, by the by, wenn ich nicht irre, große Elogen und, wie es heißt, sogar Presente von Philistern aus Deutschland bewirkt hat. *Notabene*: Die Frau Daniels schreibt an Lina (in Antwort auf einige Witze, die letztre über den Kinkelcase geschrieben): „*Wir* (sie und Heinrich, der Stille) *sind entzückt und schwärmen* über F[reiligrath]s Gedicht“, und der spintisierende Heinrich, der „noch selbstbewußter und noch energischer geworden“, hat sogar herausgewittert, daß „die perfide“ Kölnische Zeitung die nur in Heinrichs olympischem Haupt existierenden „bedeutendsten Strophen“ unterdrückt hat.

Was ist das mit Blind?

*Apropos*! Hast Du und Lupus aus den Zeitungen (es ist vielleicht vier bis sechs Wochen her) ersehn, daß *Madame* Bangya in Paris wegen Lorettenstreichen auf sechs Monate ins Zuchthaus gesperrt worden ist?

Salut.

Dein K. M.

Ich habe dem Lupus seine Adresse wieder verloren. Ist es nicht 59 Boundarystreet, Greenteys? Wenigstens habe ich unter dieser Adresse einen Brief ihm zukommen lassen.

Schappers Frau hat einen Jungen gemacht, und der alte Ochs, der jetzt Schädelwissenschaft treibt, hat entdeckt, daß der siebentägige imp sanguinisch-cholerisch ist.
