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Title: Marx an Engels, [London], 1. August [1859]
Description: Marx berichtet über „Das Volk“ und Biskamp und zeichnet nach Nachrichten aus Köln ein bissiges Bild Heinrich Bürgers' nach seiner Freilassung.
Author: Karl Marx
Date: 1859-08-01
URL: https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/originales/1859-08-01%20Marx%20an%20Engels
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*Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester, [London], 1. August [1859]. Text nach MEGA¹ III/2, Berlin 1930, Nr. 603, S. 409–411, ohne den Apparat der Herausgeber. [Traducción al español](https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/1859-08-01%20Marx%20a%20Engels).*

1. August.

Dear Frederick,

D’abord hiermit Anzeige der 2 £ 10. Von Deinem Artikel habe ich diesmal selbst Korrektur besorgt. Sind noch Druckfehler darin, so fällt’s bloß auf den Drucker. Das Saugedicht von Herwegh war ohne mein Zutun hineingekommen. Ich zwang also B[iskamp] zur Erklärung in der letzten Nummer und, into the bargain, gab das Landwehrmannslied (als passende Fortsetzung zu H[erwegh]).

Was mir sehr fatal, ist, daß B[iskamp] nicht nach Edmonton geht, sondern (so scheint’s) eine Hauslehrerstelle bei Bibra (dem Wirt) mitten im Westend akzeptiert. Ist dies der Fall, so werde ich auf ein schriftliches Arrangement mit dem Herrn dringen. Denn, wie alle Humoristen von Profession, ist er launiges hysterisches Frauenzimmer, und wir wollen nicht den Karren aus dem Dreck ziehn, damit andre später drin fahren. Man muß sich des *Eigentums* versichern.

Lina hier von Köln zurückgekehrt. Bürgers ist ganz „edel“ geworden seit seiner Freilassung. Im „Volk“ tadelt er „wieder“ die alte Manier, „durch schlechte Witze“ die „Partei“ zu entzweien. Unter der „Partei“, scheint es, versteht er jeden, der „nicht“ offiziell ist, namentlich auch Vogt und Kinkel. Natürlich, bloß aus zarter Sorge für „mich“ gab er diese „Winke“. Von meiner Schrift war „eine“ Nummer für das Dutzend Parteifreunde zu Köln angekommen bei dem Bermbach. Bürgers hatte es natürlich nicht gelesen und wird es nicht lesen, „aber“ er sprach „in meinem Interesse“ seine Entrüstung darüber aus, daß die Sache wieder so „zerstückelt“ erscheint und nicht gleich 60 Bogen at once. Im übrigen ist er Hauslehrer bei einem gewissen „Kaufmann“, wo er nur einige Stunden des Morgens beschäftigt. Außerdem hat er noch eine Stunde. Im ganzen nimmt er 700 Taler ein. Seine „Arbeit“ beschränkt sich auf den Vormittag. Nach Essen beginnt er sich zu „erholen“ von dem Halb-Tageswerk und liegt und schwatzt stundenlang im Haus der Frau Daniels, wo aber Dr. Klein ein arger Konkurrent für ihn ist. Abends aber eilt er zu Lölgen, um mit großer Würde die Kölner Debatte bis tief in die Nacht hinein zu dirigieren. Er „achtet“ Lassalles Tätigkeit, hat aber nichts von ihm „gelesen“, nicht einmal den Franz von S[ickingen]. In dem falschen Vorwand, er sei gefährlich brustleidend von der Festungshaft her, hat er eine treffliche Schminke für seine traditionelle Faulheit gefunden. Außerdem treibt sich der „Edle“ in Musikvereinen herum. In bezug auf den Kölner Prozeß hat er einige sehr infame und keineswegs unwissentliche Lügen sogar bei der Lina wiederholt. Z. B. *wir*, nicht *er* und die andren Kölner Esel, hätten den Esel Nothjung als Emissär durch Deutschland geschickt. Er soll „noch schöner“ geworden sein als er früher war. *En passant*: Georg Jung ist Spieler geworden und soll sein Vermögen ziemlich vermöbelt haben. Gräfin Hatzfeld hat seit den letzten Wochen ihren Sitz wieder in Berlin aufgeschlagen.

Sobald Du Nebenstunden findest, ist es gut, wenn Du mit der Infantry vorangehst. Meine Geldgeschichten hängen eng damit zusammen. Ich möchte gern meine Frau auf ein paar Wochen an die See schicken. Dies aber nur durch Extraziehn auf Amerika tubar.

Salut.

Dein K. M.
