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Title: Engels an Marx, Manchester, 22. September 1859
Description: Engels erzählt, wie er in einer Kneipenrauferei einen Engländer mit dem Regenschirm verletzte, der ihm nun mit einer Klage droht, und verspricht Marx eine Fünfpfundnote.
Author: Friedrich Engels
Date: 1859-09-22
URL: https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/originales/1859-09-22%20Engels%20an%20Marx
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*Brief von Friedrich Engels an Karl Marx in London, Manchester, 22. September 1859. Text nach MEGA¹ III/2, Berlin 1930, Nr. 612, S. 417–418, ohne den Apparat der Herausgeber. [Traducción al español](https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/1859-09-22%20Engels%20a%20Marx).*

Manchester, 22. September 1859.

Lieber Mohr,

Eben bringt mir Lupus Deinen Brief. Ich bin erst vorgestern abend von einer Tour nach Schottland mit meinen Alten zurückgekommen und habe sie wieder nach Hause spediert.

Ein paar Tage, ehe mein Alter herkam, passierte mir ein ganz verfluchtes Pech. In einer bekneipten Gesellschaft insultiert mich ein unbekannter Engländer; ich habe den Regenschirm in der Hand, schlage nach ihm, und die Spitze trifft ihn ins Auge. Der Kerl überantwortet die Geschichte sofort seinem lawyer, ich tat die nötigen Gegenschritte, und anfangs schien sich die Affaire, da sein Auge nicht dauernd verletzt und er wiederhergestellt ist, beilegen lassen zu wollen — obwohl immer mit Kosten für mich. Jetzt ist der Schweinhund aber plötzlich umgeschlagen und droht mit einer action; und wenn es dahin käme, so würde mich die Geschichte über zweihundert Pfund kosten, dazu öffentlicher Skandal und den row mit meinem Alten, der das Geld stellen müßte. Ich denke aber doch noch an den jobbing lawyers vorbeizukommen; wenn es aber *sehr gut* geht, kostet mich der drunken brawl vierzig oder fünfzig Pfund. Das schlimmste ist, daß ich ganz in den Händen des Schweinhunds und seines solicitors bin, nichts forcieren kann, und mir alles gefallen lassen muß, nur um den Skandal zu vermeiden — denn sonst würden die Kosten nur noch größer. Diese verfluchten Engländer wollen sich das Vergnügen natürlich nicht entgehen lassen, einen bloody foreigner zu packen.

Diesmal kommt also Pech wirklich nicht allein. Ich weiß absolut nicht, was zu tun, bis ich einigermaßen über den Verlauf der Historie klar sehen kann. Meine englischen Bekannten benehmen sich sehr honorig und haben die Sache sofort aufgenommen, aber Geld wird mir ausgepreßt, das ist sicher, und wer weiß wieviel.

Jedenfalls werde ich Dir aber gegen Samstag oder Montag eine Fünfpfundnote schicken, damit das äußerste Pech abgewehrt wird; ich kann sie bis dahin auf Oktoberrechnung überschreiben lassen. Verlaß Dich drauf, daß ich das Möglichste tue, aber Du siehst selbst, daß ich augenblicklich selbst nicht weiß, wie ich stehe.

Grüße Deine Frau und Kinder herzlich.

Dein F. E.
