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Title: Engels an Marx, Manchester, 31. Mai 1860
Description: Engels rät Marx, wie er Lassalle wegen Fischel antworten soll, und spottet über Lassalles Gegensatz von reaktionärer und revolutionärer Außenpolitik.
Author: Friedrich Engels
Date: 1860-05-31
URL: https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/originales/1860-05-31%20Engels%20an%20Marx
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*Brief von Friedrich Engels an Karl Marx in London, Manchester, 31. Mai 1860. Text nach MEGA¹ III/2, Berlin 1930, Nr. 668, S. 487–488, ohne den Apparat der Herausgeber. [Traducción al español](https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/1860-05-31%20Engels%20a%20Marx).*

Manchester, 31. Mai 1860.

Lieber Mohr,

Hierbei Ephraim Gescheit zurück. Sein Plan Deinetwegen ist in der Tat verrückt. Du kannst ja über das in Köln Vorgegangne auch gar nichts aussagen. Indes wäre Ephraim doch zu brauchen bei der Sache, er hat wenigstens mehr pluck als die beteiligten alten Weiber in Köln selber, die lieber alles über sich ergehen lassen. Es wäre auch zu versuchen, ob nicht von Köln aus doch etwas zu machen.

Ad vocem Fischel wird man dem Narren wohl ziemlich reinen Wein einschenken müssen und ihm einige Aufklärung darüber geben müssen, wie weit das Wort „reaktionär“ ihm reine Phrase geworden ist. Du kannst ihn auch gelegentlich wohl veranlassen, sich zu erklären, warum denn Er, Ephraim der Tiefe, eigentlich mit uns und Fischel im „Antipalmerstonianismus“ übereinstimmt. Ist so weit wenigstens nicht abzusehn. Der Berliner Privatkrakeel zwischen L[assalle] und F[ischel] kann uns nichts angehn, und F[ischel] hat sich zu gut benommen, als daß wir ihn irgendwie fallen lassen dürften dem L[assalle] zulieb. Es wird freilich nicht anders gehn, als dem Dunklen Herakleitos einige mysteriöse Andeutungen darüber zu geben, daß in auswärtiger Politik mit „Reaktionär“ nichts gemacht ist und daß auf diesem Feld noch weit größere „Esel“ als Fischel brauchbar sind, wenn sie wissen, wo Barthel den Most holt. Was würde unser weitgreifender Revolutionsdenker und praktischer königlich preußischer Hofdemokrat sich erst entsetzen, wenn er hört, daß Urquhart die Macht der Krone vergrößern will. Übrigens ist ja auf diesem Separatgebiet der foreign Policy eine so hübsche spekulative Trennung von der inneren Politik möglich, daß Du Dir gewiß den Spaß machen wirst, das Subjektiv-Reaktionäre als das in auswärtiger Politik diesmal Objektiv-Revolutionäre ihm klarzumachen, worauf der Mann Ruhe haben wird. Man gebe diesem Mann einen Übergang, und er wird theoretisch zufrieden sein, so sehr ihn unser Konnex mit Fischel praktisch ärgern muß, um so mehr, da er weiß, daß er meine Broschüre besorgt hat.

Du kannst dem Mann auch wohl bemerken, daß es sehr revolutionär gehandelt ist, erst den Deutschen ihren besten Grund und Boden und ihre nationalen Existenzbedingungen unter den Füßen wegzuziehn oder wegziehn zu lassen unter dem Vorwande, daß die jetzigen Machthaber über diesen Grund und Boden Reaktionäre sind, und dann auf Revolution zu rechnen. Auch etwas über den Aberglauben an die revolutionäre Initiative der Crapauds wäre gut. Das Ganze in gewohnter andeutungsvoller Weise, daß er vier Wochen dran zu beißen hat, und der Fall wird erledigt durch ein vier Bogen langes Manuskript, auf das Du wieder nicht antwortest.

Meine Herreise am Samstag sehr nützlich. Ich erfuhr gleich Sonntag allerhand für die Verhandlung Wichtiges und habe jetzt den Kontraktsentwurf zum Studieren.

Grüße Frau und Kinder herzlich.

Siebel will fort.

Dein F. E.
