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Title: Engels an Marx, Manchester, 7. Januar 1861
Description: Engels über die Versendung der „Enthüllungen“, das Schicksal der alten Feinde, den Thronwechsel in Preußen, die Lage in Österreich und die Sezession in Nordamerika.
Author: Friedrich Engels
Date: 1861-01-07
URL: https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/originales/1861-01-07%20Engels%20an%20Marx
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*Brief von Friedrich Engels an Karl Marx in London, Manchester, 7. Januar 1861. Text nach MEGA¹ III/3, Berlin 1930, Nr. 725, S. 1–2, ohne den Apparat der Herausgeber. [Traducción al español](https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/1861-01-07%20Engels%20a%20Marx).*

Manchester, 7. Januar 1861.

Lieber Mohr,

Die Enthüllungen gehn heute oder morgen franko von hier an Petsch ab. Der Kerl läßt am besten auf den Titel ein Zettelchen kleben: London: A. Petsch & Co., 1861. Damit man weiß, wo es zu haben ist. Kannst Du mir Tobys Schmerzensschrei nicht besorgen? An Siebel schreibe ich.

In deutschen Blättern finde ich, außer der Kölnischen, auch nicht einmal eine Annonce — das ist doch kurios.

Unsre alten Feinde entgehn ihrem verdienten Schicksale nicht.

Der Redakteur en chef des selig verblichnen Straßburger Correspondenten war nach der A[ugsburger] A[llgemeinen] Z[eitung] „ein gewisser Herr *Wolfers* aus Köln“ — Ehrenwolfers von Dumonts Zeitung — kannst Du das nicht dem Biscamp stecken lassen, daß er es der A[ugsburger] A[llgemeinen] Z[eitung] mitteilt, auch daß der Kerl kein Rheinländer, sondern ein Lausebelgier ist?

Schwanbeck am Delirium tremens krepiert, Ehren-Brüggemann verschollen und vergessen, und Wolfers offen im bonapartistischen Sold — was verlangst Du mehr?

Der König Wilhelm I. wird sich nun auch wohl ehrlich blamieren. Wenn er den Berlinern sagt, manches wäre geschehn, was nicht recht sei, so ist damit wohl die notwendige Entlassung Stiebers gemeint. Apropos! Vogel *Greiff*, ein andrer Freund, liegt, wie die N[eue] P[reußische] Zeitung meldet, am Schlagfluß schwer krank darnieder. Es ist ein gutes Zeichen, wenn das Donnerwetter so diesen Kerlen in die Glieder fährt. Daß der Thronwechsel grade mit der östreichischen Revolution so schön Hand in Hand geht, ist famos. Sogar die Wochenschrift des National-Vereins erklärt jetzt, wenn Preußen sich nicht sehr eile, müsse Östreich an die Spitze kommen in Deutschland. In Östreich geht die Sache famos. Nichts günstiger als dieser in seiner Unentschlossenheit eigensinnige Esel Franz Joseph. Die Sache geht famos, sie wird dem Herrn Bonaparte ebensogut wie dem Franzl über den Kopf wachsen.

Die Sache in Nordamerika wird auch heiter. Mit den Sklaven muß es sehr eklig stehn, wenn die Southerners so gewagtes Spiel spielen. Der geringste Freischarenputsch vom Norden könnte Alles in Flammen setzen. Jedenfalls scheint es mit der Sklaverei, so oder so, rasch zu Ende zu gehn, und dann ebenso auch mit der Cottonproduction. Wie das aber auf England reagieren wird, wird sich dann bald zeigen. Und bei so gewaltigen Bewegungen glaubt ein Esel wie Bonaparte auf die Dauer im Trüben fischen zu können.

Viele Grüße

Dein F. E.
