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Title: Marx an Engels, [London], 27. Mai 1862
Description: Marx berichtet über Bernards Einsperrung, bittet um Geld für die Gasrechnung, verspottet Times und Economist wegen des amerikanischen Papiergelds und arbeitet an seiner ökonomischen Schrift.
Author: Karl Marx
Date: 1862-05-27
URL: https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/originales/1862-05-27%20Marx%20an%20Engels
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*Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester, [London], 27. Mai 1862. Ort nach MEGA¹. Text nach MEGA¹ III/3, Berlin 1930, Nr. 776, S. 72–74, ohne den Apparat der Herausgeber. [Traducción al español](https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/1862-05-27%20Marx%20a%20Engels).*

27. Mai 1862.

Lieber Frederick,

Die Kinder und die whole family lassen Dir bestens danken für den spirituösen Korb.

Aus dem einliegenden Brief von Eichhoff erkennst Du die Art Polemik, wie sie Pfaffe Kinkel liebt, lieblich wieder. Was wäre Gottfried ohne seinen Bettseicher!

Dr. Klein in Köln hat 35 000 Taler in der preußischen Lotterie gewonnen, was ich Dir wohl noch nicht geschrieben. Seine Heirat mit Frau Daniels wird jetzt wahrscheinlich, wenn er bei seinen alten Vorstellungen bleibt.

Bernard, stets sehr exzentrisch, außerdem sich überarbeitet habend in den letzten Wochen, ist allerdings in „Halluzination“ gefallen. Das Unfaire an der Sache bloß das, daß man sofort die Gelegenheit ergriff, ihn einzuspunnen, was ganz überflüssig war, da die Familie, bei der er in Dorking Unterricht gab, die Pflege für ihn sowie die Verantwortlichkeit übernehmen wollte. Ditto Allsop. Aber die Gegenwart des letztern, der das Geld für das Orsiniattentat gegeben, und sein abermaliges Zusammensein mit Bernard hatte längst die bonapartistische Polizei beunruhigt, in deren Auftrag die englische Polizei längst dem Bernard aufgepaßt.

Ich habe *letzten Sonnabend* summarische Aufforderung von meiner Gaskompanie erhalten, ihr bis *nächsten Sonnabend* 1 £ 10 sh. zu zahlen, widrigenfalls (es ist die letzte Warnung) ich „abgeschnitten“ werde. Da ich nun sans sou, muß ich mich in diesem Dreck an Dich wenden.

Das Aufblasen des Merrimac scheint mir eine evidente Feigheit auf seiten der konföderierten Sauburschen. Riskieren konnten die Hunde noch immer etwas. Wunderbar schön, wie die *Times* (die alle Coercionbills gegen Irland mit so großem Feuereifer vertrat) darüber jammert, daß „die Freiheit“ verloren gehn müsse, falls der Norden den Süden tyrannisiere. Der „*Economist*“ ist auch gut. Er erklärt in seiner letzten Nummer, daß ihm das finanzielle Glück der Yankees — die Nichtdepreziation des Papiergelds — *unbegreiflich* (obgleich die Sache platt einfach ist). Er hatte bisher seine Leser mit dieser Depreziation von Woche zu Woche getröstet. Obgleich er nun gesteht, daß er das, was seines Amts, nicht versteht und seine Leser darüber irrgeführt hat, tröstet er sie jetzt mit düstren Bedenken über die „Kriegsoperationen“, von denen er offiziell nichts versteht.

Was den Yankees die Papieroperationen außerordentlich erleichterte (der Hauptpunkt, das Vertrauen in ihre Sache und damit in ihre Regierung unterstellt), war unbedingt der Umstand, daß in Folge der Sezession der Westen von Papiergeld, also von circulating medium überhaupt, fast entblößt war. Alle die Banken, deren Hauptsecurities in den bonds von slave states bestanden, bankrottierten. Außerdem wurde für millions currency weggeschwemmt, die im Westen in direkten Banknoten der southern banks zirkulierte. Dann hatten die Yankees, teils in Folge des Morrilltarifs, teils des Kriegs selbst, der der Luxuseinfuhr großenteils ein Ende machte, die Handelsbilanz, also den Wechselkurs während der ganzen Zeit für sich gegen Europa. Ungünstiger Wechselkurs hätte das patriotische Vertrauen in das Papier auf Seiten der Philister arg affizieren können.

Übrigens diese lächerliche Sorge John Bulls für die Staatsschuldzinsen, die Uncle Sam zu zahlen haben wird! Als ob es nicht eine Bagatelle gegen Bulls Staatsschuld wäre, außerdem aber die United States jetzt unbedingt reicher sind, als die Bulls 1815 mit ihrer Milliarde Schuld waren.

Hat Pam den Bonaparte nicht schön in Mexiko hineingeritten!

Ich bin jetzt — schon aus Desperation — tüchtig im Schanzen und schreibe dem Teufel ein Bein ab, ich meine die Geschichte über Ökonomie. In der „Presse“ erscheint wöchentlich 1 Artikel. Ich schicke ihnen auch nur das, gemäß Herrn F[riedländer]s Brief.

Salut.

Dein K. M.

Meine Grüße an Mrs. Bortman and sister.
