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Title: Marx an Engels, [London,] 9. August 1865
Description: Marx schickt das Hatzfeldtsche Pamphlet über die Ausstoßung B. Beckers und schildert Edgar von Westphalens Lebensweise und Pläne.
Author: Karl Marx
Date: 1865-08-09
URL: https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/originales/1865-08-09%20Marx%20an%20Engels
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*Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester, [London,] 9. August 1865. Text nach MEGA¹ III/3, Berlin 1930, Nr. 935, S. 285–286, ohne den Apparat der Herausgeber. [Traducción al español](https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/1865-08-09%20Marx%20a%20Engels).*

9. August 1865.

Dear Fred,

Einliegend ein Brief des Herrn Siebold. Du brauchst ihn nicht zurückzuschicken. Zweitens schicke ich Dir den Hatzfeldtschen Dreck. Schick ihn *nicht* zurück, heb ihn aber auf. Zeig ihn auch *keinem* Menschen. Der Dreck ist glücklicher Weise spurlos an der deutschen Presse vorübergegangen. Das einzig darauf Bezügliche, das in öffentlichen Blättern erschien, war eine Erklärung von *Metzner* (Exbevollmächtigter der Berliner Gemeine) und *Vogt* (still Kassierer derselben), gegengezeichnet *W. Liebknecht* — worin sie erklärten,

1. daß Schilling den Bericht verfälscht, einige Beschlüsse unterdrückt, andre in ihr direktes Gegenteil verkehrt habe;

2. daß das alte Mensch Hatzfeldt ihre Randglossen hätte sparen sollen, since der Verein ihr jede Einmischung verboten habe.

Dies stand in „*Reform*“ und „*Volkszeitung*“.

Ich mediziniere seit ein paar Tagen und bin ganz und gar auf dem Hund, ganz arbeitsunfähig. Allen sagt jedoch, daß ich in wenigen Tagen wieder auf dem Strumpf sein werde. Es ist Gallengeschichte und Folge der „sauren“ Arbeit des Denkens in dem hot weather. *Offiziell* bin ich jetzt *auf Reisen*, von wegen des „*International*“.

Edgar vegetiert. In der Einsiedelei hat er sich an die schmalste Sorte von Egoismus gewöhnt, von Morgens bis Abends auf das für den Magen Nötige zu sinnen. Da er aber von Natur gutmütig, ist sein Egoismus der einer kindnatured cat oder eines wohlwollenden Hundes. Der Teufel hole die Einsiedelei. Sogar die Weiber hat er sich abgewöhnt, und auch der Geschlechtstrieb ist ihm in den Bauch gefahren. Dabei die konstante Angst für die liebe Gesundheit, derselbe Bursche, der andrerseits gewohnt war, unter Schlangen, Tigern, Wölfen und Leoparden „sich sicher“ zu fühlen.

Er wünscht sich jetzt wieder nach Texas zurück. Aber die Konfrontation mit dem cher frère wird nicht zu umgehn sein.

Seine waldursprünglinglichen Vorstellungen kannst Du daraus sehn, daß Anlegung eines store — Zigarren- oder Weinstore — jetzt sein Ideal ist, mit der offenbaren Hinterlist, in dieser Art den Zigarren und dem Wein am sichersten auf den Pelz rücken zu können.

Er liebt es, sich selbst als old gentleman „vorzukommen“, der seine Rechnung mit dem Leben abgeschlossen, nichts mehr zu tun hat und nur noch „für seine Gesundheit“ zu leben hat.

Außerdem ist er noch beschäftigt mit dem *Putz*, und die „old genlemen“ in Rotten Row machen ihm viel Kummer, weil er sie nicht nachmachen kann. Kurioser Kauz! Laura, die einen kleinen carbuncle auf der linken Backe just now has, says that „her mother’s brother is an *exceedingly bright* fellah!“ Tussy, „that she likes him, because he is *so funny*“, und Jennychen, daß Lina Schöler und er sich wechselseitig kongratulieren können „to have safely got rid of each other.“ Well, they are a bad lot. Die Mädchen haben mich auch severely crossexamined as to the „Mrs. Burns“.

Salut.

Dein K. M.
