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Title: Marx an Engels, [London,] 22. August 1865
Description: Marx dankt für das Geld, äußert sich zu Kirkwoods Gesetz und spottet über Eglis „Neue Handelsgeographie“ aus Lupus' Nachlaß.
Author: Karl Marx
Date: 1865-08-22
URL: https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/originales/1865-08-22%20Marx%20an%20Engels
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*Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester, [London,] 22. August 1865. Text nach MEGA¹ III/3, Berlin 1930, Nr. 939, S. 291–292, ohne den Apparat der Herausgeber. [Traducción al español](https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/1865-08-22%20Marx%20a%20Engels).*

22. August 1865.

Dear Fred,

Best thanks for the £ 20, deren first half erhalten. Ich würde Dich sicher nicht so bother, aber das Ende des Vierteljahres, dessen Rechnungen aufgeschoben worden, lastet schwer.

Was Kirkwoods Gesetz betrifft, so unterliegt keinem Zweifel, daß es die Differenz in den rotatory movements, z. B. zwischen denen des *Jupiter* und denen der *Venus* etc. erklärt, was bisher ganz zufällig schien. *Wie* er aber das Gesetz selbst herausfindet und beweist, weiß ich nicht, werde aber bei nächstem Besuch des British Museum hinter die Originalarbeit zu kommen suchen und Dir dann das Nähere mitteilen. Die mathematische Bestimmung der sphere of attraction jedes Planeten scheint mir die einzige „*Aufgabe*“ in der Sache. Das *Hypothetische* ist wahrscheinlich nur die Annahme von Laplaces Theorie als Ausgangspunkt.

Meine Influenza ist mir so sehr in die Nase geschlagen, daß das „Näschen“ des Texan Boy sich bei mir reproduziert hat, begleitet von einem scheußlichen Schnupfen und einer Kopfverduselung, wie sie im Laplaceschen Feuerdunstuniversum allgemein gewesen sein muß.

Die Kerls und Freunde des „International“ haben nun doch ausgefunden, daß ich *nicht* verreist bin, und so habe ich summons erhalten to attend heute einer Sitzung des subcommittee. Die 4 Wochen, während deren ich verschwand, sind mir durch die doctors Rezepte total spoilt worden.

Unter den in meinem Besitz befindlichen Büchern aus lupus’ Nachlaß ist auch eine „*Neue Handelsgeographie*“ von Egli. Dieser Schwitzer sagt in der Vorrede, daß er dann und wann zwischen die „handelsgeographischen Biographien“ — „ein Lebensbild einflicht, ein Bild, in dessen Beschauen sich die Seele einen Augenblick verliert, behaglich ausruhend . . . eingeflochtne Genrebildchen . . . ein Stück Leben soll sich hier abrollen vor unserm Auge. Nur aus dem Leben entwickelt sich das Leben.“

Was dieser naive Schwitzer nun unter diesen „Lebensbildern“ versteht, kannst Du aus folgendem sehn:

„Der Markgräfler wächst an den sonnigen Hügeln von Mühlheim und Badenweiler. Nicht umsonst hat der liebenswürdige Hebel gesungen:

„Z’Mülle-n-i der Post,  
Tausig Sappermost!  
Trinkt me nit e guete Wi!  
Goht er nit wie Baumöli;  
Z’Mülle-n-i der Post!“

Derselbe naive Schwitzer, zum Beweis, wie „wenig leicht ich die Sache genommen“, verweist auf das Register der von ihm benutzten Schriften. Dies Register zählt exakt 20 Nummern, worunter neben naiven „Kinderschriften“, wie das „Buch der Erfindungen“ usw., zwei Schriften des identischen Herrn Egli selbst sich finden.

Beste Grüße von der whole family.

Dein K. M.
