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Title: Marx an Engels, [London], 27. Juni 1867 (2)
Description: Marx erklärt, warum er dem Bedenken des Vulgärökonomen nicht vorgreift: die Verwandlung des Werts in Produktionspreis kann erst im 3. Buch dargestellt werden; die dialektische Methode stellt den Kerls Fallen.
Author: Karl Marx
Date: 1867-06-27
URL: https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/originales/1867-06-27%20Marx%20an%20Engels%20%282%29
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*Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester, [London], 27. Juni 1867. Zweiter Brief dieses Tages; von Marx irrtümlich „Juli“ datiert. Text nach MEGA¹ III/3, Berlin 1930, Nr. 1030, S. 403–404, ohne den Apparat der Herausgeber. [Traducción al español](https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/1867-06-27%20Marx%20a%20Engels%20%282%29).*

27. Juli 1867.

Lieber Fred,

Die 2 halben 5 £-Noten mit bestem Dank erhalten. Was die Adresse angeht, so *Borkheim*. Er kennt meine Lage, natürlich mit so viel Halbdunkel, als ich ihm gegenüber für nötig halte. Es ist mir sogar lieb, wenn er weiß, daß Du mir Geld pumpst. Nur mußt Du mir schreiben, *wann* das Geld an ihn geschickt wird. Ich sehe nicht ein, warum ich noch einen 3. Philister hineinziehn sollte.

Du erhältst heute „Fenians“ zugeschickt.

Deine Zeilen von gestern haben mir große Freude gemacht, und ich habe nicht nötig, Dir das weiter zu explizieren.

Es ist mir zu Hand gekommen zuletzt Bogen 20. Das Ganze wird wohl 40 bis 42 Bogen. *Reinabzüge* nach den Dir geschickten *keine* bis heut erhalten. Die in Deiner Hand befindlichen schicke mir bei Deiner Abreise zurück.

Was das von Dir erwähnte, unausbleibliche Bedenken des Spießers und Vulgärökonomen angeht (die natürlich vergessen, daß, wenn sie die *bezahlte Arbeit* unter dem Namen *Arbeitslohn*, sie die *unbezahlte* unter dem Namen *Profit* etc. berechnen), so kommt es, wissenschaftlich ausgedrückt, auf die Frage hinaus:

*Wie verwandelt* sich der *Wert* der Ware in ihren *Produktionspreis*, worin

1. *die ganze Arbeit als bezahlt erscheint* unter der Form des *Arbeitslohns*;
2. die Mehrarbeit aber, oder der Mehrwert, die Form eines *Preisaufschlags* annimmt unter dem Namen Zins, Profit etc., *über* den *Kostenpreis* (= Preis des konstanten Kapitalteils + Arbeitslohn).

Die Beantwortung dieser Frage setzt voraus:

I. Daß die *Verwandlung* von z. B. *Tageswert der Arbeitskraft* in *Lohn oder Preis der Tagesarbeit* dargestellt ist. Dies geschieht *Kapitel V* dieses Bandes.

II. Daß die *Verwandlung des Mehrwerts* in *Profit, des Profits* in *Durchschnittsprofit* usw. dargestellt ist. Dies unterstellt vorherige Darstellung des *Zirkulationsprozesses des Kapitals*, da der Umschlag des Kapitals usw. Rolle dabei spielt. Diese Sache kann daher erst im 3. Buch dargestellt werden (*Band II* enthält 2. und 3. Buch). Hier wird sich zeigen, woher die *Vorstellungsweise* von Spießer und Vulgärökonom stammt, nämlich daher, daß in ihrem Hirn sich immer nur die unmittelbare *Erscheinungsform* der Verhältnisse reflektiert, nicht deren *innerer Zusammenhang*. Wäre letztres übrigens der Fall, wozu wäre dann überhaupt eine *Wissenschaft* nötig?

Wollte ich nun alle derartigen Bedenken *vorweg abschneiden*, so würde ich die ganze dialektische Entwicklungsmethode verderben. Umgekehrt. Diese Methode hat das Gute, daß sie den Kerls beständig *Fallen stellt*, die sie zur unzeitigen Manifestation ihrer Eselei provozieren.

Übrigens folgt unmittelbar auf den, Dir zuletzt in Hand befindlichen § 3: „*Die Rate des Mehrwerts*“ der §: „*Arbeitstag*“ (Kampf um die Länge der Arbeitszeit), dessen Behandlung *ad oculus* demonstriert, wie sehr der Herr Bourgeois *praktisch* über die Quelle und Substanz seines Profits im Klaren ist. Auch zeigt sich dies in dem *case Senior*, wo der Bourgeois versichert, sein ganzer Profit und Zins rühre von der *letzten unbezahlten Arbeitsstunde* her.

Besten Gruß an Mrs. Lizzy.

Dein K. M.

Auf Deiner Rückreise mußt Du ein paar Tage hierbleiben.

Apropos! Ich habe es in keiner Weise für zweckmäßig erachtet, Herrn *Meißner* in meine Privatverhältnisse einzuweihn.
