---
Title: Engels an Marx, Manchester, 24. November 1867
Description: Nach der Hinrichtung von Allen, Larkin und O’Brien: die Tories haben den Feniern die Märtyrer geliefert, die ihnen noch fehlten, und die Trennung Englands und Irlands besiegelt.
Author: Friedrich Engels
Date: 1867-11-24
URL: https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/originales/1867-11-24%20Engels%20an%20Marx
---


*Brief von Friedrich Engels an Karl Marx in London, Manchester, 24. November 1867. Text nach MEGA¹ III/3, Berlin 1930, Nr. 1072, S. 449–450, ohne den Apparat der Herausgeber. [Traducción al español](https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/1867-11-24%20Engels%20a%20Marx).*

Manchester, 24. November 1867.

Lieber Mohr,

Die Briefe inliegend zurück.

Die Tories haben also wirklich gestern Morgen durch die Hand des Herrn Colcraft den definitiven Trennungsakt zwischen England und Irland vollzogen. Das Einzige, was den Feniern noch fehlte, waren Märtyrer. Diese haben ihnen Derby und G. Hardy geliefert. Erst durch die Hinrichtung der 3 wird die Befreiung von Kelly und Deasy zu der Heldentat, als welche sie jetzt jedem irischen Kind in Irland, England und Amerika wird an der Wiege vorgesungen werden. Die irischen Weiber werden das ebenso gut besorgen wie die Polinnen.

Das einzige Mal, daß Jemand wegen ähnlicher Sachen in einem zivilisierten Staat hingerichtet, ist meines Wissens der Fall von John Brown bei Harper’s Ferry. Ein besseres Präzedens konnten sich die Fenier nicht wünschen. Und doch hatten selbst die Southerners den Anstand, J. Brown als *Rebellen* zu behandeln, hier aber wird alles aufgeboten, ein politisches Attentat in ein gemeines Verbrechen zu verwandeln.

Louis Napoleon erschoß bekanntlich an der Spitze seiner Lumpenbande in Boulogne den wachthabenden Offizier. Er *tat* also, was Allen getan haben soll, aber nicht getan *hat*. Dafür hängt die englische Regierung den Allen, dem Louis Napoleon aber küßt die englische Königin das Gesicht und die englische Aristokratie und Bourgeoisie den Hintern.

Dies letztere sollte man in die Presse bringen.

Dein F.E.
