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Title: Engels an Marx, [Manchester,] 10. Januar 1868
Description: Engels schildert den Besuch Amand Goeggs, der für die Friedensliga reist und Vogt als unbezahlten Bonapartisten verteidigt, und verspricht Artikel für Wien und die „Fortnightly Review“.
Author: Friedrich Engels
Date: 1868-01-10
URL: https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/originales/1868-01-10%20Engels%20an%20Marx
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*Brief von Friedrich Engels an Karl Marx in London, [Manchester,] 10. Januar 1868. Text nach MEGA¹ III/4, Berlin 1931, Nr. 1095, S. 9–10, ohne den Apparat der Herausgeber. [Traducción al español](https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/1868-01-10%20Engels%20a%20Marx).*

10. Januar 1868.

Lieber Mohr,

Ich wollte Dir heute ausführlich schreiben, aber die Intervention eines Serben und eines Walachen, die mich stundenlang aufhielten, haben meine Pläne durchkreuzt. Dazu hatte ich gestern den Besuch des Exdiktators Amand Goegg, welcher für die lächerliche Friedensliga reist und mir den Abend verdarb. Glücklicher Weise kam Schorlemmer zufällig dazu, der sein blaues Wunder an diesem fossilen Stück Föderalrepublik erlebte; so was hatte er nicht für möglich gehalten. Das dumme Vieh ist durch die gedankenlose Repetition derselben Phrasen noch 10mal dummer geworden und hat alle Berührungspunkte mit der Welt des gesunden Menschenverstandes (von eigentlichem Denken nicht zu sprechen) verloren. Außer der Schweiz und dem Kanton Badisch gibt es für diese Sorte noch immer nichts in der Welt. Er überzeugte sich indes bald von der Wahrheit Deiner ersten Antwort auf seine Aufforderung zur Unterstützung: daß, je weiter wir voneinander wohnten und je weniger wir miteinander zu tun hätten, desto besser würden wir uns vertragen. Er gab zu, daß Blind in der Vogtsache sich *feig* benommen, sei aber doch ein braver Kerl, und er drohte sogar damit, Dich und Blind versöhnen zu wollen! Vogt — kein Politiker, aber ein kreuzguter, braver Kerl, der bloß in den Tag hineinschreibe, ohne zu überlegen, was — wenn wir 2 eine Stunde mit ihm zusammen wären, so würden wir schmollieren —; daß er ein Bonapartist, gab er zu, aber kein bezahlter. Darauf ich: *alle* Bonapartisten seien bezahlt, es gebe keinen unbezahlten, und wenn er mir *einen* unbezahlten aufweisen könne, so würde ich die *Möglichkeit* von Vogts Nichtbezahltheit annehmen, sonst nicht. Dies frappierte ihn, endlich aber entdeckte er einen — *Ludwig Bamberger*! Übrigens sagte er, Vogt sei es fortwährend sehr schlecht gegangen, seine Frau sei ein Berner Oberländisches Bauernmädel, die er *aus Tugend* geheiratet, nachdem er ihr ein Kind gemacht. Der Schlauberger Vogt scheint diesen Esel gut hinters Licht geführt zu haben. Aber als Sch[orlemmer] und ich ihm erklärten, daß Vogt auch als Naturforscher nichts geleistet, da hättest Du seinen Zorn sehen sollen: Hat er nicht *popularisiert*? Ist das kein Verdienst?

Für *Wien* werde ich jetzt sobald irgend möglich etwas machen. Ferner für die Fortnightly, aber vorerst wäre zu wissen, ob man einen größeren Artikel daraus machen kann oder nur eine kurze Anzeige wie sie hinten in der Fortn[ightly] stehn. Darüber wäre Beesly auszuforschen — die kurze Anzeige wäre *fast nutzlos*, und B[eesly] selbst erführe Nichts über das Buch daraus.

Wilhelmchen werde ich dieser Tage zur Rede stellen über die Erfüllung der mir gemachten Zusagen; diesem Männlein wollen wir schon Beine machen. Die Adresse von Richter habe ich.

Inliegend Liebknecht, Kugelmann und Siebel zurück.

Beste Grüße.

Dein F. E.
