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Title: Engels an Marx, Manchester, 18. September 1868
Description: Engels besteht darauf, daß Marx die Annonce des Kapitals für Meißner selbst verfaßt, verlangt Auskunft über das Darlehen, ehe er an Borkheim schreibt, und rechnet aus, daß der deutsch-französische Krieg nicht vor dem Frühjahr ausbrechen kann.
Author: Friedrich Engels
Date: 1868-09-18
URL: https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/originales/1868-09-18%20Engels%20an%20Marx
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*Brief von Friedrich Engels an Karl Marx in London, Manchester, 18. September 1868. Text nach MEGA¹ III/4, Berlin 1931, Nr. 1177, S. 93–94, ohne den Apparat der Herausgeber. [Traducción al español](https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/1868-09-18%20Engels%20a%20Marx).*

Manchester, 18. September 1868.

Lieber Mohr,

Ich denke, Ihr werdet die beabsichtigte Ausschließung des Eccarius vom Kongreß nicht durchsetzen können, er wird auch als Delegierter unentbehrlich sein. Sonst ist es aber sehr gut, daß ihm das nicht so hingeht und daß sich Verschiedene finden, who will wash his head, wie L[afargue] sagt.

Was die Anzeige über Dein Buch betrifft (Annonce), so ist es absurd zu behaupten, daß Du sie nicht selbst machen könntest. Du hast es ja selbst auch tun wollen, als ich Dir eine schickte, die Dir nicht gefiel. Komm’ also gefälligst auf diesen Gegenstand zurück und schick mir die damals versprochene Annonce. Ich will sie dann schon an M[eißner] besorgen. Aber wir müssen den Mann etwas unterstützen, damit sein guter Wille nicht erschlafft.

In puncto Geld will ich gern an B[orkheim] schreiben, sobald Du mir anzeigst, daß er zurück ist. Apropos dieser Sache aber mußt Du mir mitteilen, was damals bei der Anleihe vorgegangen ist. Für wieviel hast Du Dein Leben versichert, zu welcher Prämie und läuft die Police noch? Es wäre nämlich immer noch möglich, entweder durch dieselbe Gesellschaft einen neuen Pump oder aber einen Vorschuß auf die Police selbst zu bekommen. Wie soll ich aber für Dich Geld beitreiben, wenn Du mich über alle diese Sachen ganz im Dunkeln läßt? Wenn ich mich mit G[ottfried] E[rmen], der vor Ende Oktober schwerlich wiederkommt, einigen kann, so kann ich sofort wieder Einiges flüssig machen, aber davon hängt alles ab. Einige ich mich *nicht* mit ihm, so wird meine eigne Stellung sehr ungewiß. Dies kann sich aber bis Ende d. J. hinziehen, ehe es sich entscheidet, und bis dahin sind noch 3½ Monate.

Der schöne Wilhelm wird üppig, seitdem ihn sein Bismarck verlassen hat. Das Hineintreiben in den Krieg wird immer deutlicher. Trotzdem glaub’ ich, ist’s für dies Jahr jetzt zu spät. Die Pferdeankäufe und eigentliche Mobilmachung erfordern in Frankreich noch immer mehr Zeit als in Preußen, und trotz aller Vorbereitungen und Renommagen glaube ich nicht, daß die Franzosen dazu unter 6 Wochen gebrauchen. Die Unmöglichkeit, mit den inländischen Pferden auszukommen, zwingt dazu, den Eintritt der eigentlichen Mobilmachung, also jetzt des bestimmten Entschlusses zum Losschlagen durch große Pferdeankäufe im Ausland zu markieren, die sofort öffentlich werden. Die *ganze* Zahl der zum Krieg nötigen Pferde kann man auch jetzt noch lange nicht haben. Also 5 bis 6 Wochen Notice muß Louischen geben, und das bringt uns bis Ende Oktober, und eine Winterkampagne macht man, namentlich mit den enormen jetzigen Massen, sicher nur im äußersten Notfall. Kommen also nicht ganz besondre Motive, so sind wir bis März-April ziemlich sicher, und bis dahin kann Manches passieren.

Dazu *hat* Louis noch lange nicht so viel Leute, als er braucht. Seine Linie wird er schwerlich über 650 000 Mann bringen können (Gendarmerie, Garde municipale und ein Haufen andrer Polizeitruppen figurieren mit im Armee-Etat), und die Mobilgarde existiert großenteils selbst noch nicht einmal auf dem Papier. Bis ein verändertes Militärsystem durchgearbeitet ist, dazu gehören mindestens 6—7 Jahre, und das seinige ist erst ein Jahr alt. Ich glaube nicht, daß Louis schon jetzt einen Krieg wünscht, wenn er dran vorbei kann, da jeder Monat Aufschub *seinen* Streitkräften stärkeren Zuschub bringt als den preußischen.

Laura ist doch wieder wohl? Beste Grüße.

Dein F. E.
