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Title: Marx an Engels, [London,] 21. Mai 1869
Description: Marx kann wegen Geldmangels nicht nach Manchester kommen: Darlehen an Dupont, Leßner und Eccarius, Hitschkes alte Forderung; dazu Fox’ Tod in Wien und Meißners Trödelei mit dem 18. Brumaire.
Author: Karl Marx
Date: 1869-05-21
URL: https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/originales/1869-05-21%20Marx%20an%20Engels
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*Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester, [London,] 21. Mai 1869. Text nach MEGA¹ III/4, Berlin 1931, Nr. 1279, S. 193–194, ohne den Apparat der Herausgeber. [Traducción al español](https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/1869-05-21%20Marx%20a%20Engels).*

21 May 1869.

Dear Fred,

Tussy und meine Frau kamen Mittwoch von Paris zurück, und ich beabsichtigte, mit Tussy Morgen nach Manchester zu gehn. Dies ist inzwischen durch ein ökonomisches Hindernis verunmöglicht worden.

Die verschiednen Pariser Reisen von Jenny, Tussy und Madame, und die dazu nötigen Anschaffungen, hatten mir natürlich Extraausgaben verursacht. Zweitens kamen Auspumpereien zum Belauf von 14 £, die ich absolut nicht vermeiden konnte, by an unhappy Zusammenlauf von Umständen. Dupont, der tüchtigste unter den hiesigen Leuten, hatte nicht nur chômage, sondern seine Frau totkrank. Er ist ein so diskreter Mann, daß er Niemand anpumpt, außer in äußerster Not, und er ist so gewissenhaft, stets zurückzuzahlen. Ich pumpte ihm daher 6 £. Dann kam Leßner, der durch die mit Tod beendigte lange Krankheit seiner Frau in großen Umstand versetzt. Ich konnte ihm umsoweniger abschlagen, als ich selbst für lange Zeit sein Schuldner gewesen war. Also 5 £. Endlich schreibt der würdige Liebknecht (nachdem er mir *umsonst* darüber geschrieben) an Eccarius selbst, er solle sich an mich um Vorschuß wenden. Ich erklärte dem E[ccarius], ich habe dem Wilhelm das schon abgeschlagen. Aber E[ccarius] jammert — und die Sache richtig —, er würde aus dem Haus geschmissen, wenn ich nicht wenigstens 2 £ für schuldige Hausmiete ihm vorschieße. Dies also geschehn, zugleich dem Wilhelm geschrieben, daß er mir dies zu returnieren. So 14 £ out of pocket. Mit alledem hatte ich noch 15 £ in petto liegen. Da kommt aber gestern a certain Drengler (nomen omen) aus der City mit einem Brief des Herrn Hitschke von New York, der mir *vor 13 Jahren* 15 £ gepumpt hatte, aber plötzlich aus London wegen Geldunterschlagung (er expedierte Auswandrer nach New York) verschwand. Turns now up again mit der alten Geldfordrung, die ich durch seine Kassendefekte für erledigt hielt. Ich mußte mich umsomehr exekutieren, als er in der Zwischenzeit sich mit Herrn Heinzen befreundet hat, der im Stande wäre, bei Zahlungsweigerung mich auszu„pionieren“. So trocken gelegt.

Fox ist in Wien nach 5tägiger Lungenkrankheit verstorben. Seine Familie im Elend zurückgelassen. Briefe darüber aus Wien an mich gelangt. Fox’ Mutter (Peter Fox nom de plume, wirklicher Name Peter Fox Andree) reiche Frau, die ihn aber, teils weil er ihre (jetzt alte) Kammerkatze geheiratet, teils wegen seines Atheismus, ganz im Stich ließ. Ich habe mich jetzt an sie gewandt, *drohend*, daß, wenn sie nichts gibt, öffentliche Kollekte für ihren Sohn in London veranstaltet wird.

Meißner schickte mir vor 1 Woche 1. Bogen des „18. Brumaire“, schrieb, es solle nun „rasch“ gehn. Aber noch kein 2. Bogen da. Er verzieht die Sache, wie es scheint, solang als möglich.

Salut.

Dein K. M.
