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Title: Engels an Marx, Manchester, 17. Mai 1870
Description: Engels über seinen Brief an Liebknecht und den Abdruck Netschajews im Volksstaat; er lädt Marx mit Tussy nach Manchester ein.
Author: Friedrich Engels
Date: 1870-05-17
URL: https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/originales/1870-05-17%20Engels%20an%20Marx
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*Brief von Friedrich Engels an Karl Marx in London, Manchester, 17. Mai 1870. Text nach MEGA¹ III/4, Berlin 1931, Nr. 1374, S. 329, ohne den Apparat der Herausgeber. [Traducción al español](https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/1870-05-17%20Engels%20a%20Marx).*

Manchester, 17. Mai 1870.

Lieber Mohr,

Der Liebknecht wird Dir meinen Brief schwerlich schicken, denn er ist ganz das Gegenteil von dem, was W[ilhelm] von ihm sagt. Ich habe mich expreß gehütet, irgendeinen beleidigenden Ausdruck zu gebrauchen, aber der ganze Brief dreht sich natürlich um das bittre fact, daß Wilh[elm] unter *meiner* Firma über Sachen schreibt, von denen er (wie jetzt zugestanden) Nichts weiß. Und das muß ihn allerdings „beleidigen“.

Wie er den Saubrief Netsch[ajew]s abdrucken kann, der aus lauter Schimpferei besteht und sonst gar nichts enthält als die allerdümmsten russischen Herzenschen Gemeinplätze, ist Einem selbst jetzt noch unbegreiflich. Nur die kolossale Faulheit, die mit aller Gewalt das Blatt ohne eigne Arbeit füllen will, kann so etwas erklären.

Um dem „Zustand“ ein Ende zu machen, wirst Du am besten tun, noch im Lauf dieser Woche hieherzukommen, und zwar mit Tussy. Die Luftveränderung hat Dir immer gut getan, und Bewegung wollen wir Dir hier auch schon machen, besser als Du dort bekommst. Dann kannst Du schlimmsten Falls auch den Gumpert konsultieren. Aber bring Tussy mit. Lizzie hat bereits currantbread für ihre Herkunft gebacken, und das ganze Haus ist in jubilo, seit ich sagte, daß ich Dich bitten würde sie mitzubringen. Wenn Ihr morgen kommen könnt, tant mieux, dann telegraphiere eben, mehr Zeit ist nicht nötig, Eure Zimmer in Ordnung zu bringen. Sonst am Donnerstag. Es wird uns Beiden gut tun, tüchtig durch die Felder zu marschieren und dabei über den diversen Schwindel zu lachen, der, seit ich zuletzt in London war, sich ereignet hat. Lizzie hat versprochen, jeden Abend — Sundays always excepted — mit Tussy um 11 Uhr unweigerlich zu Bett zu gehn, so daß auch dieser Punkt keine Schwierigkeiten macht. Endlich finde ich, daß mein 1857er Rüdesheimer jetzt grade in der Periode ist, wo er getrunken werden muß, und dazu brauch’ ich Deine Hülfe.

Also entweder morgen ein Telegramm und „han selv“, zwar nicht mit 22 000 Mann wie „han selv“ sagte, aber doch mit Tussy — oder doch übermorgen.

Beste Grüße.

Dein F. E.

Bracke hatte wegen Abdruck des Briefs angefragt und mir eine Verbotsfrist gestellt, die ich verstreichen ließ, da mir nichts dran lag.
