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Title: Marx an Engels, [Ramsgate,] 17. August 1870
Description: Marx stimmt Engels über die Verhaltungsinstruktion für die deutschen Arbeiter zu, kritisiert Liebknecht und Kugelmann und fürchtet die Annexion von Elsaß-Lothringen.
Author: Karl Marx
Date: 1870-08-17
URL: https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/originales/1870-08-17%20Marx%20an%20Engels
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*Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester, [Ramsgate], 17. August 1870. Im Original irrtümlich „17. April“. Text nach MEGA¹ III/4, Berlin 1931, Nr. 1400, S. 369–370, ohne den Apparat der Herausgeber. [Traducción al español](https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/1870-08-17%20Marx%20a%20Engels).*

17. April 1870.

Dear Fred,

Meinen besten Dank (ditto von Mrs. Marx für den Brief an sie) für die Mühe, die Du Dir unter solchen circonstances aggravantes gegeben hast. Dein Brief stimmt ganz mit dem Plan der Antwort überein, die ich mir im Kopf bereits zurechtgemacht. Indes wollte ich in einer so wichtigen Sache — es handelt sich dabei nicht um Wilhelm, sondern um *Verhaltungsinstruktion für die deutschen Arbeiter* — nicht vorgehn ohne vorherige Rücksprache mit Dir.

Der Wilhelm schließt seine Übereinstimmung mit mir

1. aus der Adresse der *Internationalen*, die er sich natürlich vorher ins Wilhelmsche übersetzt hat;

2. aus dem Umstand, daß ich seine und Bebels Erklärung im Reichstag gebilligt habe. Das war ein „Moment“, wo die Prinzipienreiterei un acte de courage war, woraus aber keineswegs folgt, daß dieser Moment fortdauert, und noch viel weniger, daß die Stellung des deutschen Proletariats in einem Krieg, der national geworden ist, sich in Wilhelms Antipathie gegen die Preußen zusammenfaßt. Es wäre grade so, als wenn wir, weil wir im passenden Moment unsre Stimme gegen die „bonapartistische“ Befreiung Italiens erhoben, — die relative Unabhängigkeit, die Italien in Folge dieses Kriegs erhalten hat, redressieren wollten.

Das Elsaß-Lothringen-Gelüst scheint in zwei Kreisen vorzuherrschen, in der preußischen Kamarilla und im süddeutschen Bierpatriotismus. Es wäre das größte Unglück, welches Europa und ganz spezifisch Deutschland treffen könnte. Du wirst gesehn haben, daß die meisten russischen Blätter bereits von der Notwendigkeit europäisch-diplomatischer Intervention sprechen, um das europäische Gleichgewicht zu erhalten.

Kugelmann verwechselt einen defensiven Krieg mit defensiven militärischen Operationen. Also wenn ein Kerl mich auf der Straße überfällt, so darf ich nur seine Hiebe parieren, aber nicht ihn knock down, weil ich mich damit in einen *Angreifer* verwandeln würde! Der want an Dialektik kuckt allen diesen Leuten aus jedem Wort heraus.

Ich bin nun seit der vierten Nacht total schlaflos in Folge des Rheuma und phantasiere diese Zeit durch von Paris etc. Für heut Abend werde ich mir Gumperts Schlafmedizin bereiten lassen.

Mit dem deathknell des second empire that will end as it began, by a parody, habe ich’s doch getroffen, mit meinem Bonaparte! Kann man sich eine schönere Parodie von Napoleons Feldzug von 1814 denken? Ich glaube, wir beide sind die einzigen „Lait“, die from the beginning den Boustrapa in seiner *ganzen Mittelmäßigkeit*, als bloßen showman aufgefaßt und sich nie durch momentane Erfolge haben beirren lassen.

Apropos! Die bürgerliche Peace Society hat dem internationalen Generalrat 20 £ geschickt für Druck des Manifests in französischer und deutscher Sprache.

Salut. Dein K. M.

Die *Times*, *Telegraph*, *Daily News* etc., die so hübsch vor Bonaparte krochen während 20 Jahren!

Der Vorschlag der Braunschweiger, daß der Generalrat den *Borkheim* um Abfassung einer Broschüre gegen Rußland ersuchen soll, ist wirklich drollig!

Die Leute sind von einer Naivetät!

Die Seeluft bekommt mir sehr gut und jedenfalls wäre diese Attacke in London viel öklicher gewesen.

Was das Hausmieten auf 3½ Jahre betrifft, so bin ich nicht Deiner Meinung. Die gentlemen’s Wohnungen werden in Folge der französischen Katastrophe in London steigen, und Du wirst das Haus jeden Tag „mit Vergnügen“ loswerden können.
