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Title: Marx an Engels, Argenteuil, 21. August 1882
Description: Nach der Abschiedsuntersuchung in Enghien schicken die Ärzte Marx an den Genfer See; Tussy hat Johnny nach England mitgenommen, und in Frankreich nützt der Skandal Lissagarays mit Brousse den Guesdisten.
Author: Karl Marx
Date: 1882-08-21
URL: https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/originales/1882-08-21%20Marx%20an%20Engels
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*Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Great Yarmouth, Argenteuil, 21. August 1882. Text nach MEGA¹ III/4, Berlin 1931, Nr. 1537, S. 552–553, ohne den Apparat der Herausgeber. [Traducción al español](https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/1882-08-21%20Marx%20a%20Engels).*

Montag, 21. August 1882.

11 Boulevard Thiers, Argenteuil.

Dear Fred,

Die „Versilberung“ fand statt vorgestern.

Die Woche, die mit letztem Montag begonnen, zeichnete sich aus durch abominables Wetter; Regen (kalt zum Teil), Stürme, Schwüle; vor allem Nässe, während „Wassermangel“ zu Paris „offiziell“ angezeigt. Die hiesige Bureaukratie würde zur Zeit selbst der Sündflut „offizielle Wassernot“ für Trinken, Waschen, häusliche und industrielle Zwecke etc. fertiggebracht haben.

Gestern meine letzte Wanderung im Salle d’inhalation und Genuß von Bad und douche zu Enghien; ebendaselbst untersucht zum Abschied durch Dr. Feugier; *Resultat*:

1. das bronchitische Röcheln sehr reduziert; ganz wäre verschwunden ohne das Wetterpech;

2. der pleuritische frottement-Lärm bleibt im statu quo; ein durchaus vorhergesagter casus. Im besten Fall, und keineswegs häufigen, dauert diese Reliquie der pleuresie für Jahre. Man schickt mich an den Genfer See, von wo bis jetzt günstige Wetterberichte, indem die beiden Doctores meinen, daß möglicher Weise die letzten Reste des Bronchialkatarrhs von selbst dort „alle“ werden können. Qui vivra verra. Für Berglungengymnastik die saison zu avanciert und vor allem Kälte zu vermeiden.

Diesmal vorgeschrieben, nur bei Tag zu reisen nach der Schweiz, so daß ich in Dijon über Nacht zu bleiben; nächsten Tag erst nach Bestimmungsort abzutrollen. Man will platterdings jeden Vorwand zu „rechute“ abschneiden.

Tussychen reiste ab mit Johnny letzten Mittwoch; wir haben Brief von ihr erhalten; lief alles gut ab. Am 19. August (Samstag) wollte sie mit Johnny nach Eastbourne. Da für ihre pädagogische[n] Zwecke vor allem the young man beim Beginn nur unter ihrer Aufsicht stehe, wählte Tussy Seeort, wo er keine „Freunde“ vorfinde.

Jennychen ist leider krankhaft. Unter jetzigen „Umständen“ entbehrt sie dabei aller Ruhe und Erholung.

Laura ist all right; *morgen* reist sie fort mit mir.

Der Skandal Lissagarays mit der Bande Brousse hat das gute Resultat, daß letztere über kein Tageblatt mehr verfügt. Der Diplomat Malon hält sich neutral bei dieser Gelegenheit vis-à-vis des Brousse, da er (Malon) nicht seinem Redakteur-en-chef Rochefort gegenüber Sympathien für Brousse et Co. im *Intransigeant* sich erlauben darf (auch „wünscht“ Malon das nicht zu „dürfen“).

Guesde und seine Partei gewinnen das Oberwasser.

Beste Grüße an Jollymeyer und Pumps.

Salut.

Der „Mohr“.

Mit gewöhnlichem Takt bringt Herr Longuet mir zum Dejeuner den *Roy*; während 3 Monaten fand er hierzu keinen Tag bis heute, wann ich zu packen habe etc. etc., außerdem ich Dr. Dourlen Abschiedsbesuch machen muß, endlich mit Jennychen allein zu sein wünsche.
