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Title: Marx an Engels, [Ventnor,] 10. Januar 1883
Description: Der letzte Brief von Marx an Engels: über Jennys Krankheit, Hepners Wunsch nach einer Vorrede zum Manifest und die liegengebliebene Revision der dritten Auflage des Kapitals.
Author: Karl Marx
Date: 1883-01-10
URL: https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/originales/1883-01-10%20Marx%20an%20Engels
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*Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in London, [Ventnor,] 10. Januar 1883 (der Ort steht nicht im Brief). Der letzte Brief von Marx an Engels. Text nach MEGA¹ III/4, Berlin 1931, Nr. 1569, S. 589–590, ohne den Apparat der Herausgeber. [Traducción al español](https://marxismo.school/archivo/marx-engels/cartas/1883-01-10%20Marx%20a%20Engels).*

10. Januar 1883.

Lieber Fred,

Es war sehr gut von Dir, mir sofort Lafargues Schreiben herzuschicken; es hat mich sehr beruhigt, so mehr, da ich gleichzeitig heut direkt Brief von Laf[argue] erhielt und danach sicher die Wendung zum Besseren scheint. Ganz bin ich mit Deiner Ansicht, daß *unter keinen Umständen* Johnny jetzt fort darf. Es kann nicht die Rede davon sein, bevor Jenny wieder völlig hergestellt ist. Es wäre unverzeihlich, die Lage des Kinds noch erschweren. Ich schreibe heut noch direkt dem Longuet. Es ist mir lieb, wenn Du selbst ein paar Zeilen an Jennychen schreibst im selben Sinn. Johnny wäre deshalb noch nicht verloren pour l’armée territoriale.

Es ist merkwürdig, wie alle Nervenaufregung mir jetzt gleich an dem Hals packt, wie der rote Wolff seinen Bruder, den Kornwucherer. Alias hatte ich im ersten Schreck über die schlechte Nachricht von Paris einige Tage vorher einen spasmodischen Hustanfall, wo ich glaubte zu ersticken. Dies höchst distressing feeling muß das arme Jennychen oft während seines Asthma durchpassiert haben.

Was das „Hepnerchen“ angeht, so meine Ansicht, ihn „geschäftlich“ zu behandeln. Es stehe ihm ja frei, unsere Vorrede der Leipziger Ausgabe abzudrucken, auch bemerken, daß die Russen eine neue Übersetzung im letzten Jahr veröffentlichten. Wenn er *ohne eigne neue Vorrede unsrerseits* das „Manifest“ wieder drucken nicht der Mühe wert halte, so habe er ja zu tun oder lassen, was ihm den Umständen gemäß scheine. Das „Pistole auf die Brust setzen“ ist „unsrer Leit“ Natur und Art, also als Selbstverständliches mit dem Hepnerchen in Kauf zu nehmen!

Von poor Meißner erhielt ich Rechnungsbericht *für 1881*, es sei schlechtes Jahr gewesen, was aber wenig wichtig, da nach seinem eignen Bericht im Jahr 1882 die Exemplare zu „Neige“ gehn; je weniger in 1881, muß er also mehr in 1882 verkauft haben. Mein langes Schweigen muß ihn haben irrlichterlieren. Endlich kommt Mahomet zu ihm; leider noch nicht, was ihm wünschenswerter, ein Pack von Revisionsbogen. Seit Eintritt des langen und dann nur noch ausnahmsweise unterbrochnen Hausarrests, namentlich aber in Folge fortwährender Übelkeit, oder mich *süddeutsch* à la Madame Karl Blind, ehmalige Cohen, *ästhetisch* ausdrückend, in Folge täglicher „*Kotzerei*“ — (Folge dies des Hustens) — war ich wenig bis jetzt fähig, die Revision voranzustoßen. Doch glaube ich, mit Geduld und pedantischer Selbstkontrolle bald wieder ins Gleis zu kommen.

Der Mohr.
