---
Title: [Auszüge aus James Mills Buch »Éléments d'économie politique«] (1844)
Description: Marx' Pariser Exzerpte aus James Mills Lehrbuch der politischen Ökonomie, mit seinen Kommentaren über Geld, Kredit, Austausch und entfremdete Arbeit und dem Entwurf einer menschlichen Produktion.
Author: Karl Marx
Date: 1844
URL: https://marxismo.school/archivo/marx-engels/originales/1844%20Ausz%C3%BCge%20aus%20James%20Mills%20Buch%20%C3%89l%C3%A9ments%20d%27%C3%A9conomie%20politique
---


*Handschrift, Paris 1844, in Marx' Exzerptheften (die römischen Ziffern in eckigen Klammern bezeichnen die Seiten des Hefts). Exzerpiert aus: James Mill, Éléments d'économie politique, traduits de l'anglais par J. T. Parisot, Paris 1823. Erstmals veröffentlicht in der Marx-Engels-Gesamtausgabe, I. Abteilung, Bd. 3 (Berlin 1932), S. 520-550; Text nach dieser Ausgabe, ohne den Apparat der Herausgeber. Der Titel ist von den Herausgebern. [Traducción al español](https://marxismo.school/archivo/marx-engels/1844%20Extractos%20y%20comentarios%20sobre%20los%20Elementos%20de%20econom%C3%ADa%20pol%C3%ADtica%20de%20James%20Mill).*

## [Auszüge aus James Mills Buch »Éléments d'économie politique«]

James Mill, *Éléments d’économie politique*. Traduits par J. T. Parisot. Paris 1823. VII, 318 p.

[XVIII] I. *De la Production*. „Une *certaine quantité de nourriture*, et de toutes autres choses qui, durant ce temps, sont employées par les *hommes* qui travaillent, est nécessaire à *l’existence du travail*.“ p. 8, 9. „Comme en général les hommes ne peuvent *exécuter* beaucoup d’opérations différentes avec la même vitesse et la même dextérité qu’ils parviennent, par l’habitude, à en exécuter un petit nombre, il est toujours *avantageux de limiter autant que possible le nombre d’opérations* confiées à chaque individu.“ p. 11.

Pour diviser le travail et distribuer les forces des hommes et des machines de la manière la plus avantageuse, il est nécessaire, dans une foule de cas, d’opérer sur une grande échelle, ou en d’autres termes de produire les richesses par grandes masses. C’est cet avantage qui donne naissance aux grandes manufactures.“ l. c.

II. *De la distribution*.

1) *Du loyer des terres* ou de la *rente foncière*. „Die Erde ist von verschiedenen Stufen der Fruchtbarkeit. Es gibt eine Art von Erden, die man als *nichts* produzierend betrachten kann.“ p. 15.

„Zwischen dieser Erde und der fruchtbarsten gibt es Ländereien von Zwischenstufen, intermediären Stufen der Fruchtbarkeit.“ p. 16. „Die Ländereien von der größten Fruchtbarkeit geben nicht mit derselben Leichtigkeit alles, was sie fähig sind zu produzieren. Ein Stück Land kann jährlich 4 Maß Getreide oder 2 und 3 mal so viel geben. Sie gibt ferner die 10 ersten Maße vermittelst einer bestimmten Quantität von Arbeit, die 10 anderen vermittelst einer größeren Quantität von Arbeit und so fort, indem jedes neue Dutzend von Maßen für seine Produktion größere Kosten erheischt, als das vorhergehende Dutzend.“ p. 16, 17. Bis die Totalität der besseren Erdart der Kultur unterworfen ist und man zu ihrer Kultur eine gewisse Quotité von Kapital angewandt hat, ist alles auf den Erdbau angewandte Kapital mit einem gleichen Produkt angewandt. Jedesmal, wenn man auf einem bestimmten Punkt angelangt ist, kann keine neue Portion von Kapital auf dieselbe Erde angewandt werden, ohne eine Verringerung des Produkts. Man kann also in jedem Land, nachdem eine gewisse Quantität Getreide von der Erde erhalten ist, eine beträchtlichere Quantität nur mit größern, *verhältnismäßig* größern Kosten erhalten.“ p. 17, 18. „Sobald der Teil des Kapitals, der dies geringere Produkt gibt, für die Agrikultur reklamiert ist, kann man ihn auf zwei Weisen anwenden, entweder auf eine Erde von zweiter Stufe der Fruchtbarkeit, die zum ersten Mal in Kultur gesetzt wird, oder auf eine Erde von erstem Grad der Fruchtbarkeit, auf welche man schon alles Kapital verwandt hat, welches ohne eine Verringerung von Produkt auf sie verwendet werden konnte. Ob man nun das Kapital auf eine Erde von zweiter Stufe der Fruchtbarkeit oder als zweiten Teil auf die Erde von erster Stufe der Fruchtbarkeit anwenden wird, hängt in jedem Fall von der Natur und den Qualitäten der beiden terrains ab. Wenn dasselbe Kapital, welches nur 8 Maß Getreide produziert, wenn man es als zweite Portion auf die bessere Erde anwendet, 9 Maß, auf die von zweitem Grad angewandt, produziert, so wird man es auf diese letztere verwenden und vice versa.“ p. 18, 19.

„Solang die Erde nichts produziert, lohnt sie nicht der Mühe, sie sich anzueignen. So lange nur ein Teil der besseren Erde verlangt ist, um in Kultur gesetzt zu werden, produziert alles das, was nicht kultiviert ist, nichts, hat keinen Wert. Dieser letztere Teil der Erde bleibt ohne Eigentümer, und wer sie produktiv zu machen unternimmt, kann das Eigentum davon haben. Während dieser Zeit bezahlt die Erde keine Grundrente, ... d. h. es findet keine Zahlung für die produktive *Macht des Bodens* statt, sondern nur *Zins*, Interesse für das zur Urbarmachung auf die Erde verwandte Kapital.“ p. 19, 20. „Kommt die Zeit, wo die Bebauung von Ländereien minderen Grads oder die Verwendung des Kapitals in zweiter Portion auf die Erde ersten Grads nötig wird, und produziert ein auf die Erde zweiten Grads verwandtes Kapital 8 Quart, eins in zweiter Portion auf die Erde N. 1 verwandtes 10, so kann der, der dieses Kapital anwendet, für die Erlaubnis, den Boden N. 1 zu bebauen, 2 Quart zahlen: diese Zahlung konstituiert die *Grundrente*, loyer de terre, rente foncière.“ p. 20, 21. „Die Grundrente vermehrt sich also in der Proportion, nach welcher der Effekt der sukzessiv auf die Erde angewandten Kapitalien sich vermindert.“ p. 21. „Ist die Bevölkerung auf einen Punkt gestiegen, wo alle Ländereien zweiter Qualität bebaut sind, und man zu dritten Zuflucht nehmen muß, die statt 8 nur 6 Quart produzieren (dasselbe gilt von Anwendung eines dritten Teils von Kapital mit minderer Frucht auf die besseren Ländereien), so gibt die Erde N. 2 eine Rente von 2 Quart und die N. 1 von 4 Quart.“ p. 22. „Also wenn man ein Kapital, sei es auf Ländereien von verschiedener Fruchtbarkeit, sei es in sukzessiven Portionen auf dieselbe Länderei anwendet, so werden einige Teile des so angewandten Kapitals ein größeres Produkt geben als die anderen. Die, welche am wenigsten geben, geben alles das, was nötig ist, um die Kapitalisten zu remboursieren und zu rekompensieren. Der Kapitalist wird nicht mehr als diese gerechte Remuneration für jeden andren Teil des Kapitals, welchen er anwendet, erhalten, weil die Konkurrenz von andren Kapitalbesitzern ihn daran verhindern wird. Der Grundeigentümer wird alles das erheischen können, was diese Remuneration überschreiten wird. Die Grundrente ist also die Differenz zwischen dem Produkt, welches durch die auf eine Erde mit dem wenigsten Effekte angewandte Portion des Kapitals gegeben wird und desjenigen Produkts, welches alle andren mit einem größeren Erfolg angewandten Teile des Kapitals ergeben.“ p. 23. „Dem praktischen Widerspruch (v. Say etc.), daß in einem zivilisierten Land jeder Teil der Erde Grundrente bezahlt, setzt Say entgegen, daß selbst bei einem fruchtbaren Land der loyer, die Grundrente, berechnet wird nach dem Überschuß des Total-Produkts der Summe der verschiedenen auf diese Länderei verwandten Kapitalien über die Zinsen und den Gewinn dieser Kapitalien. Aber außerdem wendet und kann der Pächter anwenden einen Teil des Kapitals, der ihm nur den Kapitalgewinn abwirft und keinen loyer zahlt.“ p. 30, 31.

[XIX] 2) *Des salaires*. „Die *Produktion* ist das Resultat der *Arbeit*; aber die Arbeit empfängt vom Kapital die Rohstoffe, welche sie façonniert und die Maschinen, wodurch sie in dieser Operation unterstützt wird, oder vielmehr diese Artikel sind das Kapital selbst.“ p. 32. „In der *zivilisierten* Gesellschaft sind der *Arbeiter* und der *Kapitalist zwei verschiedene Personen*.“ p. 32, 33. „Statt zu warten, bis die Produkte erhalten sind und ihr Wert realisiert ist, hat man es für die Arbeiter bequemer gefunden, ihren Teil als *Vorschuß* zu erhalten (à l’avance). Die Form, worunter man passend gefunden, daß sie ihn erhielten, ist die der *Saläre*. Wenn der Teil der Produkte, welcher dem Arbeiter zukommt, unter der Form der Saläre ganz von ihm erhalten ist, gehören diese Produkte ausschließlich dem Kapitalisten, weil er faktisch den Teil der ouvriers gekauft und denselben ihre als Vorschuß gezahlt hat.“ p. 34.

§ 1. „Nach welchem Verhältnis teilen sich die Produkte zwischen ouvrier und Kapitalist, oder welche Proportion regelt die Taxe der Saläre?“ p. 34.

„Die Fixation der Teile zwischen ouvrier und capitaliste ist der Gegenstand eines Handels, *Marktens* zwischen ihnen ... Jeder freie Handel ist geregelt durch die Konkurrenz, und die Bedingungen wechseln nach dem wechselnden Verhältnis zwischen Nachfrage und Zufuhr.“ p. 34, 35. „Man unterstelle eine *bestimmte* Zahl von Kapitalisten und eine *bestimmte* Zahl von ouvriers. Die Proportion, in welcher sie sich die Produkte teilen, sei auf irgend eine Weise fixiert. Wächst die Zahl der ouvriers, ohne daß die *Masse der Kapitalien* wächst, so muß der hinzugekommene Teil der ouvriers den ursprünglichen, beschäftigten Teil zu verdrängen suchen. Er kann es nur durch das Anerbieten, für eine geringere Retribution zu arbeiten. Die Taxe der Saläre sinkt notwendig.“ p. 35, 36. „Man unterstelle das Gegenteil, Gleichbleiben der Zahl der ouvriers, Wachstum der Kapitalien. Die Kapitalisten besitzen eine größere Quantität von Mitteln, um arbeiten zu lassen, ein surplus von Kapital, wovon sie Gewinn ziehen wollen; dazu bedarf es Zuwachs von Arbeitern. Sie sind alle durch andere Meister verwandt; um sie anzuziehen, gibt es nur ein Mittel, Anbietung stärkerer Saläre. Aber die anderen Meister befinden sich in demselben Fall und machen ihnen noch erhöhte Anerbietungen, um sie zum Bleiben zu engagieren. Diese Konkurrenz ist unvermeidlich, wie ihr notwendiger Effekt: eine *Erhöhung der Taxe der Saläre*.“ p. 36. „Vermehrung der Bevölkerung ohne Vermehrung der Masse der Kapitalien verursacht also das Fallen der Saläre, wie der umgekehrte Fall ihr Steigen. Vermehren sich beide in einer verschiedenen Proportion, so wird die Wirkung dieselbe sein, als wenn eine sich nicht vermehrt und die andere einen der Differenz gleichen Zuwachs erhalten hätte. Z. B. Vermehrung der Bevölkerung um ²/₈, der Kapitalien um ¹/₈, so ist die Wirkung dieselbe als wenn sich die Kapitalien nicht vermehrt und die Bevölkerung um ¹/₈ gestiegen wäre.“ p. 36, 37. „Bleibt also Verhältnis zwischen der Masse der Kapitalien und der Bevölkerung gleich, so bleibt auch die Taxe der Saläre dieselbe; vermehrt sich das Verhältnis der Masse der Kapitalien zur Bevölkerung, so steigt die Taxe der Saläre; vermehrt sich das Verhältnis der Bevölkerung zur Masse der Kapitalien, so sinkt die Taxe der Saläre.“ p. 37, 38. „Nach diesem Gesetz ist es leicht, die Umstände zu entdecken, welche die *Lage der größten Masse* des Volkes in jedem Lande bestimmen. Ist diese Lage bequem und comfortable, so reicht es, um sie so zu erhalten, hin, darauf hinzuwirken, daß die Kapitalien so schnell wachsen als die Bevölkerung oder die Bevölkerung zu verhindern, sich schneller zu vermehren, als die Kapitalien. Ist die Lage des Volks schlecht, so kann man sie nur verbessern durch beschleunigtes Wachstum der Kapitalien oder durch Verminderung der Bevölkerung; d. h. indem man das Verhältnis vermehrt, welches zwischen den Mitteln, das Volk arbeiten zu machen, und der Zahl von Individuen, welche dies Volk zusammensetzen, besteht.“ p. 38. „Hätten die Kapitalien eine natürliche Tendenz, schneller zu wachsen als die Bevölkerung, so wäre das Volk leicht in einer glücklichen Lage zu halten. Hat dagegen die Bevölkerung eine natürliche Tendenz, sich schneller als die Masse der Kapitalien zu vermehren, so wird die Schwierigkeit sehr groß sein. Die Saläre werden eine fortwährende Tendenz zum Fallen haben. Das Fallen der Saläre wird das immer größere Elend des Volks, sein Laster, seine Sterblichkeit produzieren ... Welches auch immer die Proportion wäre, wonach die Bevölkerung schneller als die Kapitalien sich zu vermehren strebt, die existierenden Individuen würden in derselben Proportion sterben, das Verhältnis zwischen Zunahme der Kapitalien und der der Bevölkerung bliebe hierauf dasselbe, die Taxe der Saläre würde aufhören zu fallen. Das Elend der großen Masse des Volks in allem andern beweist das raschere Wachsen der Bevölkerung als der Kapitalien als *natürliche* Tendenz. Ohne dies wäre dies Elend unmöglich ... Das *allgemeine Elend der menschlichen Rasse* ist ein Faktum, welches man durch eine der beiden Voraussetzungen erklären kann: entweder die Bevölkerung hat eine Tendenz, schneller als die Kapitalien zu wachsen, oder man hat durch irgendwelche Mittel die Kapitalien verhindert, der Tendenz, welche sie zu ihrem Wachstum hatten, zu folgen.“ p. 38—40.

§ 2. Die natürliche Tendenz des Volkes, sich zu vermehren, kann man schließen:

*Erstens*: „Aus der *physiologischen Konstitution* des Weibes ... Im mindesten Fall kann das Weib alle 2 Jahre *ein* Kind zeugen, mindestens vom 20—40ten Jahr. Also 10 Geburten die natürliche Kinderzahl für das Weib.“ p. 41, 43. „Nehmen wir selbst mit Einrechnung aller Unglücksfälle, Unfruchtbarkeit etc. an, ein wohlhabendes Paar könne nur 5 Kinder erziehen.“ p. 44. „Selbst mit dieser Unterstellung ist es klar, daß die Bevölkerung im Verlauf einer kleinen Zahl von Jahren sich verdoppelt haben wird.“ p. 44.

*Zweitens*: „Man stellt dagegen öffentliche Bevölkerungstabellen auf, namentlich die der Geburten und der Todesfälle.“ p. 44. „Aber was beweisen diese Tabellen? Die Vermehrung der Bevölkerung. Zeigen sie selbst in der Mehrzahl der Länder die Bevölkerung als stationär, so beweist dies nichts. Teils erzeugt die Armut einen frühzeitigen Tod des größten Teils der in diesem Stand geborenen Bevölkerung, teils hindert die Klugheit die Kontrahierung vieler Ehen oder das Überschreiten der Früchte dieser Verbindungen über eine bestimmte Zahl.“ p. 45, 46.

§ 3. „Die Kapitalien haben eine mindere Tendenz, sich zu vermehren,“ denn:

„*Jedes Wachstum des Kapitals kommt von Ersparungen* her. Jedes Kapital Frucht der jährlichen Produktion. Damit irgend ein Teil des letzteren auf Seite gelegt werde, um als Kapital angewandt zu werden, dazu muß der, dem es gehört, sich seiner Konsumtion berauben.“ p. 46, 47.

„Das jährliche Produkt ist auf zweierlei Weise notwendig verteilt. Entweder die große Masse des Volks ist reichlich mit allem versehen, was notwendig ist zur Subsistenz und zur Verschaffung von Genüssen, und dann wird eine kleinste Portion des jährlichen Produkts die Revenuen der Reichen vermehren; oder die größte Masse des Volks ist auf die strikte Notdurft reduziert, und dann gibt es natürlich eine Klasse, deren Revenuen beträchtlich sind.“ p. 48. „In letztem Fall kann die Klasse des Volks keine Ersparungen machen, p. 49; ferner eine Klasse von Reichen mitten unter Armen ist nicht zur Ökonomie geneigt; große Begierde zum unmittelbaren Genuß; warum sich eines gegenwärtigen Genusses entschlagen der accumulation wegen, deren Anwendung so unbedeutend für ihn ist?“ p. 48, 49. „In dem ersten Fall hat weder die arme noch die reiche Klasse mächtige Motive zur Ökonomie; in der armen Klasse die *Mehrzahl* nicht, weil sie nicht Reflektion genug besitzt, um die Gegenwart der Zukunft zu opfern, die ausnahmsweise *Reflektierenden* nicht, weil sie einsehen, daß die Entsagung der gegenwärtigen Genüsse nicht aufgewogen wird durch die Zukunft.“ p. 50, 51.

Siehe p. sqq. die folgende langweilige Brühe.

„Die Tendenz der Bevölkerung, sich zu vermehren, sie mag groß oder klein sein, ist in allen Fällen uniform. Nach welcher Taxe sie auch bis zu einer gewissen Epoche angewachsen sein mag, zu jeder andren Epoche wird sie in derselben Proportion wachsen, wenn sie sich in gleich günstige Umstände gestellt findet. Dagegen je mehr sich die Kapitalien vermehren, um so größer wird die Schwierigkeit, sie zu vermehren, bis zur endlichen Unmöglichkeit einer Vermehrung. p. 55, 56.

[XX] „So langsam also die Zunahme der Bevölkerung sein mag, da die der Kapitalien noch langsamer ist, so werden die Saläre bis zu einem solchen Punkte fallen, daß ein Teil der Bevölkerung regelmäßig aus Elend sterben wird.“ p. 56, 57.

§ 4. „Die Hauptmittel, wodurch es die Gesetzgebungen in ihrer Gewalt haben, den Lauf der menschlichen Handlungen zu verändern, sind *Strafen und Belohnungen*, beide wenig geeignet, die Tendenz der Menschenart zum Wachstum und zur Vermehrung aufzuhalten.“ p. 57, 58.

„In den ihrer direkten Aktion nicht unterworfenen Fällen kann die Gesetzgebung manchmal große Wirkungen durch eine indirekte Aktion hervorbringen ... Wenn die Gesetzgebungen die Zunahme der Bevölkerung stimuliert haben, so verlangt so schädliche Gesetzgebung Korrektur.“ p. 58, 59. „Der mächtige Einfluß der *populären Sanktion* könnte in diesem Fall, so wie in vielen andren, mit großem Vorteil angewandt werden. Es würde vielleicht hinreichen, daß der öffentliche blâme (Tadel) mit all seiner Kraft auf die Menschen fiele, die, durch ihre Unvorsichtigkeit und durch Erschaffung einer zahlreichen Familie in Armut und Abhängigkeit verfallen sind, und daß die öffentliche Approbation die Belohnung derer wird, die durch eine weise Zurückhaltung sich vor dem Elend und der Degradation garantiert haben.“ p. 59. „Erziehung des Volks, Fortschritt der Gesetzgebung, Abnahme des Aberglaubens werden die schwierige Aufgabe lösen.“ p. 59. „Was die Beschleunigung des Anwachsens von Kapital betrifft, so hat die Gesetzgebung das Mittel der *Aufwandgesetze*, sie kann die Frugalität auf die Tagesordnung setzen und die Verschwendung entehrend machen.“ p. 60. „Sie kann direkt wirken dadurch, daß sie eine *bestimmte Portion des jährlichen produit net* nimmt, um es in *Kapital* zu verwandeln. Aber wie? — *Taxe auf die Revenuen* ... Die Gesetzgebung könnte das auf diese Weise geschaffene Kapital doppelt anwenden: es an Personen, die es anwenden würden, verleihen; sie könnte sich auch seinen Gebrauch vorbehalten.“ p. 61. „Einfachste Methode das Verleihen an Kapitalisten und Manufacturiers, welche Garantien für das Remboursement geben könnten. Das Interesse dieser jährlichen Ausleihe könnte auf dieselbe Art als Kapital das folgende Jahr verwandt werden. Jeder jährliche Teil würde so ein zusammengesetztes Interesse bilden, und erhielte sich das Interesse auf einem mäßig vernünftigen Fuß, so würde es sich in sehr kurzer Zeit verdoppeln. Schienen die Saläre zu sinken, so wäre der Moment da, die Taxe auf die Revenuen zu erhöhen. Stiegen die Saläre mehr als nötig, um die Lage des Arbeiters *wünschenswert* vorteilhaft zu machen, so könnte man die Taxe auf die Revenuen reduzieren.“ p. 61, 62. „In Folge dieser Operation würde das Wachstum der Bevölkerung reißend sein; ebenso schnell würde man die Notwendigkeit zunehmen sehen, die Kapitalien auf Ländereien von immer *minder* guter Qualität anzuwenden, oder in sukzessiven Portionen auf dieselbe Länderei mit immer schwächeren Früchten.“ p. 62. „Im Verhältnis, wonach die Kapitalien jährlich weniger ergeben würden, würden die Kapitalisten eine kleinere Revenue haben. Nach dem Verlauf einer bestimmten Zeit wäre das Interesse des Kapitals so reduziert, daß nur die Eigentümer großer Massen von Kapitalien Existenzmittel davon ziehen könnten; dies das letzte Resultat jener Operation.“ p. 62, 63. „Man unterstelle, daß die Taxe der Saläre dieselbe bleibe. Alle Individuen, die nicht von der Arbeit leben, leben vom Interesse des Kapitals oder von der Grundrente. Der unterstellte Zustand strebt die Personen, die von Kapitalien leben, zu verarmen, wie die Grundeigentümer zu verreichern durch sukzessive Erhöhung der Grundrente. Mit Ausnahme der Grundeigentümer würde der ganze übrige Rest der Gesellschaft, Arbeiter und Kapitalisten, fast gleich arm sein. So oft Ländereien zu verkaufen wären, würde man große Portionen von Kapital geben, um sie zu erwerben; jeder könnte also nur eine sehr beschränkte Quantität davon kaufen.“ p. 63. „In diesem Zustand wäre der Verkauf der Ländereien *häufig oder selten; wenn häufig*, so würden sich die Ländereien in sehr kleine Portionen geteilt finden, bedeckt mit einer zahlreichen Bevölkerung, wovon kein Teil sich in einem viel besseren Zustand als die Arbeiter befinden würden ... Kämen Zufälle, wodurch das jährliche Produkt für eins oder mehr Jahre reduziert würde beträchtlich unter die gewöhnliche Taxe, so würde sich ein allgemeiner und unheilbarer Mißstand (calamité) ausbreiten, da nur da, wo ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung viel stärkere Revenuen hat als die von den Salären lebenden Individuen, große Oekonomien gemacht werden können auf die Ersparungen dieser Reichen, um die Effekte des Defizits zu mildern.“ p. 63, 64. „Die menschliche *perfectibilité*, oder die Macht, beständig von einer Stufe der Wissenschaft und des Glücks zu einer andren größren zu avancieren, scheint großen Teils von einer Klasse von Menschen abzuhängen, die Herren ihrer Zeit sind, das ist, die reich genug sind, und von aller Sorge für die Mittel, in einem gewissen Zustand von Genuß zu leben, überhoben sind. Durch diese Menschenklasse ist die Domäne der Wissenschaften kultiviert und vergrößert sich; sie verbreiten Licht; ihre Kinder empfangen bessere Erziehung und bereiten sich vor, die wichtigsten und delikatesten Funktionen der Gesellschaft auszuüben; sie werden Gesetzgeber, Richter, Administrateure, Instituteure, Erfinder in den Künsten, Direktoren aller großen und nützlichen Arbeiten, worauf sich die Herrschaft der Menschengattung über die Naturkräfte erstreckt.“ p. 65. „Die *glücklichsten* Menschen sind die von *mittlerem* Vermögen. Unabhängig. Sie erschleichen notwendig die größte Summe von Genüssen, die der Menschenespèce vorbehalten ist. Diese Klasse muß also den größtmöglichen Teil der Gesellschaft bilden. Dazu darf die Bevölkerung, in Folge einer erzwungenen Akkumulation von Kapitalien, nicht auf dem Punkt angelangt sein, wo das Interesse des auf die Erde angewandten Kapitals sehr schwach ist. Das *Interesse der Kapitalien* muß sehr *stark* sein, damit ein beträchtlicher Teil der Gesellschaft à même ist, die Vorteile zu genießen, die die *Muße* verschafft. Wird die nötige Quotität der Bevölkerung überboten, so vermindert sie den fonds des Überflusses, von welchem das Glück der Gesellschaft so großenteils abhängt, statt den Überschuß des jährlichen Produkts, d. h. dessen was nötig ist, um das depensierte Kapital zu remboursieren und die Arbeiter subsistieren zu machen.“ p. 67.

3) *Von den Gewinnen des Kapitals*. „Bei der Untersuchung alles dessen, was Saläre und Profite regelt, kann man die Grundrente aus dem Spiel lassen. Denn sie ist der Effekt und nicht die Ursache der Verminderung des Produkts, welches die Kapitalisten und Arbeiter unter sich zu teilen haben.“ p. 76. „Wenn eine Sache unter zwei Personen geteilt wird, so ist evident, daß, was den Teil der einen, auch den der andern regelt, denn, was dem einen genommen wird, wird dem andern gegeben.“ p. 76. „Da aber die Proportion zwischen den respektiven Teilen des Kapitalisten und des Arbeiters von der Proportion zwischen der Masse der Bevölkerung und der Masse der Kapitalien abhängt, und da die erste eine Tendenz hat, schneller als die andere zu wachsen, so ist das *aktive Prinzip* [XXI] des Wechsels auf Seite der Bevölkerung, und man kann den Stand der Bevölkerung, also die Saläre als Regulator betrachten.“ p. 76, 77. „Die Profite — der Anteil der Kapitalisten an dem kombinierten Produkt von Arbeit und von Kapital — hängen also von den Salären ab, stehen in umgekehrtem Verhältnis zu ihnen.“ p. 77. „Die Profite hängen nicht nur von dem Teil ab, den die Besitzer von dem, was man teilt, empfangen, sondern auch vom Totalwert der Dividende.“ l. c. „Die Verminderung der Profite des Kapitals, welches auf die Erdkultur angewandt wird ... vermindert die Profite des Kapitals, welches auf Manufaktur und jede andere Art von Industrie angewandt wird.“ p. 81. „Die erste Verminderung ist unvermeidlich; aber die Taxe der Profite für ein irgend wie verwandtes Kapital muß die der Profite für die auf jede andere Art angewandten Kapitalien regeln; weil niemand fortfahren wollte, sein Kapital auf die Agrikultur zu verwenden, wenn er größere Vorteile durch eine andere Verwendung erhalten könnte. Alle Profite müssen deshalb auf das Niveau derer von der Agrikultur herabsinken.“ p. 81.

„Durch welche Stufen gelangt man zu diesem Resultat? Sobald eine Nachfrage auf eine gewisse additionelle Quantität von Getreide hinzukommt, die nur durch Kultur der Ländereien von einer niedrigen Qualität oder durch Anwendung neuer Portionen des Kapitals mit geringeren Gewinnen auf dieselben Ländereien produziert werden kann, schwanken, wie billig, die cultivateurs, ihr Kapital auf eine minder produktive Weise wie vorher anzuwenden; die Nachfrage des Getreides vermehrt sich sodann ohne eine verhältnismäßige Vermehrung in der Produktion dieser Ware. Als natürliche Konsequenz steigt der Tauschwert des Getreides, und wenn er sich auf einen gewissen Grad erhoben hat, kann der cultivateur, durch eine mindere Produktion des Getreides als vorher, von seinem Kapital ebenso große Gewinne ziehn, wie die andren Besitzer der Kapitalien. Hierdurch halten sich seine Gewinne nicht auf ihrer primitiven Taxe, aber alle andren Gewinne steigen auf die herab, worauf die seinigen gefallen sind. Durch die Vermehrung des Getreidewertes finden sich die Arbeitskosten vermehrt. Eine gewisse Quantität zum Leben nötiger Sachen muß durch den ouvrier verzehrt sein, ob sie mehr oder minder kosten. Kosten sie mehr als früher, so kostet seine Arbeit mehr, obgleich die Quantität der Subsistenzmittel und der andren Sachen präzis dieselbe bleibt. Man kann seine Saläre also als gestiegen betrachten, obgleich die reelle Indemnität seiner Arbeit sich nicht vermehrt hat. So alle die Kapitalisten gezwungen, stärkere Saläre zu geben, also ihre Gewinne reduziert. Auch der fermier ist aus demselben Grund in derselben Lage ... Je mehr also die Bevölkerung zunimmt und man sich in der Notwendigkeit befindet, mehr oder minder fruchtbare Kapitalien auf die Erde zu verwenden, vermindern sich stufenweise alle Kapitalgewinne.“ p. 82 sqq.

III. *Des échanges*.

§ 1. *Austausch* begründet auf den Überschuß seiner eigenen und die Bedürfnisse der fremden Produktion. „Ihre Agenten die *voituriers* und *marchands*.“ p. 85.

§ 2. „Wenn die Quantität, die man für ein Produkt im Austausch für ein anderes Produkt gibt, von dem Verhältnis zwischen Nachfrage und Zufuhr abhängt, so fragt es sich, wovon hängt dies Verhältnis ab.“ p. 89. „Dies Verhältnis hängt in letzter Instanz von den Produktionskosten ab.“ p. 91, 92. „Diese Produktionskosten sind die Arbeit ... Die Quantität der Arbeit bestimmt also das Verhältnis, in welchem die Produkte sich gegen einander austauschen.“ p. 98, 99.

§ 3. *Travail immédiat*; das Kapital: *travail accumulé*. p. 100. „In Bezug auf diese beiden Arten zu bemerken: 1) Sie sind nicht immer zur selben Taxe gezahlt; 2) sie kontribuieren nicht immer in derselben Proportion zur Produktion aller Artikel.“ p. 100, 101.

„Drei Fälle werden hinreichend die verschiedenen Grade explizieren, wonach die Arbeit und das Kapital zur Produktion konkurrieren. Zwei extreme, ein mittlerer Fall. 1) Das Produkt nur durch die *unmittelbare* Arbeit, ohne den Konkurs des Kapitals erhalten; 2) halb durch die unmittelbare Arbeit, halb durch den Konkurs des Kapitals erhalten; 3) die Produkte durch das Kapital allein, ohne den Konkurs der unmittelbaren Arbeit erhalten.“ p. 102, 103.

„Wenn zwei Arbeitsarten auf die Produktion angewandt werden, und wenn, falls der Preis der einen steigt, der Preis der andern sinkt, so muß der Artikel, auf dessen Produktion eine größere Portion der ersten Art von Arbeit angewandt sein wird, bei der hausse in dem Preis dieser Arbeitsart, im Tauschwert steigen, verhältnismäßig zu einem Artikel, auf dessen Produktion eine geringe Art Quantität dieser Arbeitsart verwandt ist. Jedesmal hängt das Verhältnis, wonach diese Steigerung stattfinden wird, von zwei Umständen ab: 1) von dem Verhältnis, wonach der Preis der einen Arbeitsart sinkt, wenn der der andern steigt; 2) von dem Verhältnis, welches existiert zwischen der Arbeitsquantität erster Art, angewandt auf die Produktion des fraglichen Artikels und derjenigen, welche zur Produktion des andern Artikels angewandt ist.“ p. 103, 104.

„Die erste und einzige Frage ist also die: In welcher Proportion sinken die Gewinne, wenn die Saläre steigen? Die Proportion, nach welcher die zwei Arbeitsarten zur Produktion der verschiednen Artikel konkurrieren, hängt von den Umständen eines jeden besondern Falles ab.“ p. 104.

„Die drei oben angegebenen Fälle bezeichnen wir durch N. 1, 2, 3. Wären alle Artikel im Fall N.1 — allein durch die Arbeit produziert und wäre das Kapital einzig darauf verwandt, Saläre zu zahlen — so würden die Gewinne des Kapitals ganz genau in derselben Proportion fallen, als die Saläre steigen würden.“ p. 104. „Man unterstelle ein Kapital von 1000 £, angewandt mit Gewinnen zu 10 p/c. Wert der Produkte in diesem Fall = 1100 £; denn diese Summe würde das Kapital mit seinen Gewinnen ersetzen. Man könnte diese Produkte betrachten als bestehend aus 1100 gleichen Teilen, wovon 1000 den Arbeitern und 100 den Kapitalisten gehören. Steigen die Saläre um 5 p/c, so sinkt der Gewinn des Kapitals um 5 p/c, denn der Kapitalist muß statt 1000 1050 £ den Arbeitern zahlen; bleiben ihm also statt 100 nur 50. Seine Produkte würden nicht steigen, um ihn zu entschädigen, [XXII] weil wir alle Artikel in demselben Fall unterstellt haben; die Produkte würden nach wie vor einen Wert von 1100 £ haben, wovon dem Kapitalisten nur 50 £ blieben.“

„Befinden sich alle Artikel in dem Fall N. 2, so würden die Gewinne nur um die *Hälfte* der Taxe sinken, um welche die Saläre steigen würden. Unterstelle, daß man ein Kapital zu 1000 £ anwende, um die Saläre zu zahlen und 1000 andere £ in capital fixe; unterstelle den Gewinn, wie vorher, zu 10 p/c der Totalhöhe der Ausgaben; der Wert der Produkte wird dann sein 1200 £, weil diese Summe das Kapital mit dem Gewinn zu 10 p/c ersetzen würde. Unterstelle, daß die Saläre stiegen um 5 p/c. Der Kapitalist müßte dann, statt 1000, 1050 £ an Salären bezahlen; bliebe ihm an Gewinn: 150 £; auf jedes Hundert erführe er also nur eine Reduktion von 2½ p/c, d. h. um die Hälfte dessen, was der Arbeitslohn (5 p/c) gestiegen ist. Der Fall bliebe genau derselbe, wenn das Kapital von 1000 £ welches nicht angewandt ist, die Saläre zu zahlen, in einer bestimmten Proportion als capital circulant bestimmt ist, in dem Lauf der produktiven Operationen konsumiert und danach remboursiert zu werden. Z.B. zur selben Zeit, wo man 1000 £ anwendet, die Saläre zu zahlen, könnten 500 £ als capital fixe in Maschinen von einer langen Dauer angewandt sein und 500 £ in Einkäufen von Rohstoffen und andern Kosten. Bei diesem status der Ausgaben wäre der Wert der Produkte = 1700 £, der Montant des mit Gewinn zu remboursierenden Kapitals zu 10 p/c. Von diesen 1700 Teilen der Produkte würden 1000 Teile das Los der Arbeiter bilden; die des Kapitalisten würden 700 Teile sein, wovon 200 den Gewinn repräsentieren würden. Stiegen die Saläre um 5 p/c, so würden 1050 Teile von den 1700 das Los der Arbeiter und 650 das des Kapitalisten sein, welcher, nachdem er sich seine 500 £ capital circulant remboursiert hätte, nur mehr als 15 £. als Repräsentanten des Gewinns hätte; d. h. er hätte auf seine Gewinne eine Reduktion von 2½ p/c, wie früher, erfahren.“ p. 105—107.

„Wären alle Artikel im Fall N.3 — da keine Saläre zu zahlen wären — könnte ihre Steigerung die Quantität der Produkte nicht ändern; es ist klar, daß, je mehr die Artikel sich diesem extremsten Fall anzunähern schienen, um so weniger die Quotität der Profite durch eine ähnliche hausse alteriert sein würde.“ p. 107.

„Unterstellen wir, was sehr wahrscheinlich ist, daß in der Wirklichkeit es ebensoviele Fälle von dem einen Extrem des Mittels als dem andern gibt, so folgt als natürliche Konsequenz der Kompensationen, die stattfinden werden, daß die Profite gerade um die Hälfte dessen fallen werden, um was die Saläre steigen.“ p. [107], 108.

Steigen die Saläre, fallen *alle* Gewinne, so ist es klar, daß alle mit einem minderen Teil von Arbeit als von Kapital im Wert sinken werden im Verhältnis auf die, welche mit einer größeren Portion der erstern produziert sind. Nimmt man z. B. N. 1 als Regel, so bleiben alle Artikel, die in diesem Fall sind, von demselben Wert und alle die, welche einem der anderen Fälle gehören, fallen im Wert. Nimmt man als Regel N. 2, die Mitte, an, so bleiben alle Artikel, die diesem Fall angehören, von demselben Wert; alle die, welche dem ersten Extrem sich nähern, steigen an Wert; und alle die, welche einem Fall angehören, der sich dem letzten Extrem nähert, fallen an Wert. Die Kapitalisten, welche Artikel im Fall N. 1 produzieren, haben eine Mehrausgabe von 5 p/c ertragen; aber sie tauschen ihre Produkte gegen andere Artikel aus. Tauschen sie dieselben gegen Artikel im Fall N. 2 aus, wo die Kapitalisten nur eine Mehrausgabe von 2½ p/c ertragen haben, so empfangen sie ein Mehr um 2½ p/c von diesen Artikeln. Indem sie also Artikel, in den Umständen des Falls N. 2 produziert, erhalten, empfangen sie eine gewisse Kompensation und ertragen durch das Steigen der Saläre nur eine Reduktion von 2½ p/c auf ihre Gewinne. In diesem Austausch findet sich das Resultat durchaus entgegengesetzt in Bezug auf die Kapitalisten, welche Artikel, die in den Fall N. 2 gehören, produziert haben. Sie haben schon eine Vermehrung der Kosten von 2½ p/c ertragen in der Produktion ihrer Artikel, und sie erfahren eine andre Reduktion von 2½ p/c auf ihre Gewinne, indem sie im Austausch ihrer Produkte Artikel empfangen, welche in den Fall N. 1 gehören.“ p. 108, 109. „In Summa ist das Resultat also, daß alle Produkteure, welche, sei es durch Produktion, sei es durch Austausch, Besitzer von Artikeln werden, produziert in dem Fall N. 2, einen Verlust von 2½ p/c erfahren; daß die, welche [XXIII] Besitzer werden von Artikeln, produziert in den Fällen, die sich dem letzten Extrem nähern, einen geringern Verlust erfahren; daß endlich, wenn die Fälle des einen Extrems denen des andren gleich an Anzahl sind, ein Verlust von 2½ p/c auf die Totalität ertragen wird, und daß dieser Verlust das Maximum ist, worauf in der Praxis man rechnen kann, daß die Gewinne reduziert werden.“ p. 110. „Nach diesen Prinzipien ist es leicht, den Effekt eines Steigens der Saläre auf den Preis der verschiedenen Produkte zu berechnen. Alle sind gewöhnlich verglichen mit dem Geld oder den edlen Metallen. Unterstellt man — was sich wahrscheinlich nicht sehr von der Wahrheit entfernt — daß das Geld in den Fall N.2 gehört, d. h. durch gleiche Teile von Arbeit und Kapital produziert ist, dann werden alle in ähnlichen Umständen produzierten Artikel ihren Wert durch ein Steigen der Saläre nicht ändern; die Artikel, welche sich dem ersten Extrem nähern, werden im Preis steigen; die, welche sich dem letzten Extrem nähern, werden im Preis fallen; endlich auf die Generalmasse der Artikel, bewirkt sich eine solche Kompensation, daß weder Steigen, noch Fallen vorhanden ist.“ p. 110, 111.

§ 4. Es ist im Interesse der Nationen, ihre Produkte wechselseitig auszutauschen: α) wenn eine wohlverstandene Teilung der Arbeit dies erfordert; β) wenn die Artikel *nur* oder doch *leichter* in bestimmten Lokalitäten produziert werden können, sei es daß die Lebensmittel wohlfeiler, mehr Holz zum Verbrennen, oder Wasser zum Treiben der Maschinen vorhanden ist; p. 112, 113. γ) „Im allgemeinen, wenn mit einer selben Quantität von Arbeit einer von irgend welchen zwei Artikeln in einer größren Proportion im Verhältnis zu dem andern produziert ist, in dem einen Land als in dem andern Land, so ist es im *Interesse* beider Länder, einen Austausch zu machen.“ p. 119.

§ 5. „Der Vorteil, den man vom Austausch eines Artikels gegen einen andren zieht, kommt immer her von dem *empfangenen* und nicht von dem *gegebenen* Artikel. Jeder Vorteil im Handel eines Landes mit einem andren kommt daher von den *importierten* Artikeln; es gewinnt durch die *Importation* und durch nichts anderes.“ p. 120. „Wenn ein Mensch eine gewisse Ware oder Lebensmittel besitzt, so kann er nicht dadurch gewinnen, wenn er sie *los* wird. Dadurch allein, daß er sich ihrer entledigt, um eine andere zu erhalten, findet er Vorteil darin, diese letztere zu empfangen: er hätte seinen Artikel behalten können, wenn er ihn von mehr Wert geglaubt hätte als den, gegen welchen er ihn ausgetauscht. Das Faktum, den andern Artikel dem seinigen vorgezogen zu haben, ist eine Probe, daß er mehr Wert in seinen Augen hat.“ p. 121. „Ebenso verhält’s sich mit Nationen. Der Gewinn einer jeden besteht nicht in dem Loswerden ihres Produkts, sondern in dem, was sie dafür empfängt.“ p. 121.

*Intermédiaire*.

§ 6. „Der *Vermittler des Austauschs* ist ein solcher Artikel, welcher, um einen Tausch zwischen zwei andern Artikeln zu bewirken, zuerst im Austausch für den einen empfangen und darauf im Austausch für den andren gegeben wird.“ p. 125. Gold, Silber, *Geld*.

§ 7. „*Wert des Geldes* = der Proportion, wonach man es austauscht gegen andre Artikel, oder der Quantität des Geldes, welche man im Austausch für eine bestimmte Quantität andrer Sachen gibt.“ p. 128.

Dies Verhältnis ist bestimmt durch die *Totalquantität* des in einem Lande existierenden Geldes. l. c. „Unterstellt man von der einen Seite alle Waren eines Landes vereinigt und von der andren Seite alles Geld vereinigt, so ist es evident, daß beim Austausch der beiden Seiten der Wert des Geldes, d. h. die Quantität der Waren, die für es ausgetauscht werden, ganz von seiner eignen Quantität abhängt.“ l. c. Der Fall ist ganz derselbe im wirklichen Zustand der Dinge. Die Totalmasse der Waren eines Landes tauscht sich nicht auf ein Mal gegen die Totalmasse des Geldes aus, sondern die Waren tauschen sich in Portionen, und oft sehr kleinen Portionen, zu verschiedenen Epochen im Lauf des Jahres aus. Dasselbe Stück Geld, das heute zu diesem Austausch gedient hat, kann morgen zu einem andern dienen. Ein Teil des Geldes wird zu einer großen Zahl von Austauschen, ein andrer Teil zu einer sehr kleinen Zahl von Austauschen angewandt, ein dritter wird angehäuft und dient zu keinem Austausch. Unter diesen Variationen wird es eine mittlere Taxe geben, gegründet auf die Zahl von Austauschen, wozu jedes Geldstück verwandt worden sein würde, wenn alle eine gleiche Quantität Austausch operiert hätten. Man fixiere diese Taxe auf eine beliebige Anzahl, z. B. auf 10. Wenn jedes Geldstück, das sich im Lande findet, zu 10 Einkäufen gedient hat, das ist, als wenn die Totalzahl der Geldstücke verzehnfacht worden wäre und als wenn ein jedes nur zu einem einzigen Ankauf gedient hätte. In diesem Fall ist der Wert aller Waren des Landes gleich zehnmal dem Wert alles Geldes, weil jedes Geldstück an Wert der Quantität der Waren gleich ist, wogegen man es austauschen kann und weil sie zu zehn Austauschen in einem Jahr dient.“ p. 129, 130.

[XXIV] „Wenn, anstatt daß jedes Geldstück im Jahr zu 10 Austauschen diente, die Totalmasse des Geldes verzehnfacht wäre und das Geldstück nur zu einem Austausch diente, so ist es evident, daß jede Vermehrung dieser Masse eine verhältnismäßige Verringerung von Wert jedem dieser Stücke, getrennt genommen, verursachen würde. Da man unterstellt, daß die Masse der Waren, wogegen man alles Geld austauschen kann, dieselbe bleibt, so ist der *Wert* der Gesamtmasse des Geldes nicht größer geworden nach Vermehrung seiner Quantität als vorher. Unterstellt man die Vermehrung von einem Zehnteil, so muß der Wert jedes seiner Teile, einer Unze z. B., um ein Zehnteil sich vermindert finden. Beläuft sich die Totalmasse auf 1 000 000 Unzen und vermehrt sie sich um ein Zehnteil, welche auch immerhin die Vermindrung des Wertes eines Ganzen sei, sie muß verhältnismäßig sich zeigen an jedem seiner Teile; und ¹/₁₀ einer Million verhält sich zu einer Million wie ¹/₁₀ einer Unze zu einer Unze.“ p. 130, 131. „Erhebt sich die Totalmasse des Geldes nur auf ¹/₁₀ der unterstellten Summe und dient jeder seiner Teile zu 10 Einkäufen im Jahr, so ist es, als wenn diese Masse zehnmal ausgetauscht worden wäre gegen ein Zehnteil des Totals der Waren; aber wenn das Zehnteil der unterstellten Summe, d.h. der Totalmasse des Geldes, in irgend einer Proportion sich vermehrt, so ist das dasselbe, als wenn das Ganze oder die unterstellte Summe sich in dieser Proportion vermehrt hätte. Welches also auch immer der Grad der Vermehrung oder der Verminderung der Totalmasse des Geldes sei, wenn die Quantität der andern Sachen dieselbe bleibt, so erfährt diese Gesamtmasse und jeder ihrer Teile wechselseitig eine verhältnismäßige Verminderung oder Vermehrung. Es ist klar, daß dieser Satz von absoluter Wahrheit ist. So oft der Geldwert ein Steigen oder Fallen erfahren hat, und so oft die Quantität der Waren, wogegen man es austauschen konnte und diese Bewegung der Zirkulation dieselben blieben, muß dieser Wechsel eine verhältnismäßige Vermehrung oder Verminderung des Geldes zur Ursache gehabt haben und kann keiner andern Ursache zugeschrieben werden. Vermindert sich die Masse der Waren, während die Gesamtheit des Geldes dieselbe bleibt, so ist das, als wenn die Gesamtheit des Geldes sich vermehrt hätte und wechselseitig. Ähnliche Wechsel sind das Resultat jeder Alteration in der *Bewegung der Zirkulation*. Unter Bewegung der Zirkulation versteht man die Zahl der Einkäufe, die in einer gegebenen Zeit gemacht sind. Jede Vermehrung der Anzahl dieser Einkäufe produziert denselben Effekt als eine Totalvermehrung des Geldes; eine Verminderung dieser Anzahl produziert den entgegengesetzten Effekt.“ p. 131, 132.

„Wenn eine Portion des jährlichen Produkts durchaus nicht ausgetauscht worden ist, wie das, was die Produkteure konsumieren, oder was sich nicht gegen Geld austauscht, so darf diese Portion nicht auf die Rechnung gesetzt werden, *parce que ce qui ne s’échange pas contre de la monnaie, est dans le même état, par rapport à la monnaie, que s’il n’existait pas*.“ p. 132, 133.

§ 8. „Was regelt nun die Quantität des Geldes?“

„Die Fabrikation des Geldes kann unter zweierlei Arten von Umständen statthaben. Das Gouvernement läßt entweder der Vermehrung oder Verminderung des Geldes einen freien Lauf, oder es selbst regelt diese Quantität und macht sie noch nach seinem Belieben größer oder kleiner.

Im ersten Fall öffnet das Gouvernement seine Münzhäuser dem Publikum und verwandelt, für alle Personen, die es verlangen, die Barren in Geld. Die Personen, welche Barren besitzen, begehren diese Verwandlung in Geld nur, wenn sie in ihrem Interesse ist, d.h. wenn ihre Barren in Geld verwandelt mehr Wert haben als unter ihrer ursprünglichen Form. Dies kann nur geschehn, wenn das Geld einen außerordentlichen Wert hat, und wenn dieselbe Quantität von gemünztem Metall sich gegen eine größere Quantität von andren Artikeln austauscht als im Barrenzustand. Da der Wert des Geldes von seiner Quantität abhängt, so hat es einen größern Wert, wenn es rar ist. Dann geschieht die Verwandlung der Barren; aber eben infolge dieser Vermehrung stellt [sich] das alte Verhältnis wieder her. Steigt das Geld also über den Barrenwert, so stellt unmittelbar, bei freigelassenem Lauf, die Intervention der Privaten das Gleichgewicht wieder her durch Vermehrung der Quantität des Geldes.“ p. 134—136. „Die Quantität des Geldes kann so groß sein, daß es unter seinen Wert im Barrenzustand herabfällt, so stellt die sofortige Umwandlung des gemünzten Geldes in Barren das alte Verhältnis auf dieselbe Weise wieder her.“ p. 136.

[XXV] „So oft also die Vermehrung oder die Verminderung der Quantität des Geldes frei statthaben kann, ist diese Quantität durch den *Wert* des Metalls geregelt, weil es im Interesse der Privaten liegt, es zu vermehren oder zu vermindern; je nachdem der Wert des Metalls kleiner oder größer unter der Geldform als in dem Barrenzustand ist.“ p. 137. „Wenn aber der *Geldwert* bestimmt ist durch den *Metallwert*, was regelt diesen letztern Wert? ... Gold und Silber sind Waren, Produkte, welche die Anwendung von Arbeit und Kapital erheischen; die Produktionskosten regeln also den Gold- und Silberwert, wie den aller andern Produkte.“ l. c.

Bei jener Kompensation des Geldes und Metallwerts, wie bei der Darstellung der Produktionskosten als des einzigen Momentes in der Wertbestimmung, begeht Mill — wie überhaupt die Schule von Ricardo — den Fehler, daß sie das *abstrakte Gesetz*, ohne den Wechsel oder die beständige Aufhebung dieses Gesetzes — wodurch es erst wird — ausspricht. Wenn es ein *beständiges* Gesetz ist, daß z.B. die Produktionskosten in letzter Instanz — oder vielmehr bei der periodisch, zufällig eintreffenden Deckung von Nachfrage und Zufuhr — den Preis (Wert) bestimmen, so ist es ein ebenso *beständiges Gesetz*, daß dies Verhältnis sich nicht deckt, also daß Wert und Produktionskosten in keinem notwendigen Verhältnis stehn. Ja, Nachfrage und Zufuhr decken sich immer nur momentan durch das vorhergegangne Schwanken von Nachfrage und Zufuhr, durch das Mißverhältnis zwischen Produktionskosten und Tauschwert, wie diese Schwankung und dies Mißverhältnis ebenso wieder der momentanen Deckung folgt. Diese *wirkliche* Bewegung, wovon jenes Gesetz nur ein abstraktes, zufälliges und einseitiges Moment ist, wird von den neueren Nationalökonomen zum Akzidens gemacht, zum Unwesentlichen. Warum? Weil bei den scharfen und exakten Formeln, worauf sie die Nationalökonomie reduzieren, die Grundformel, wollten sie jene Bewegung abstrakt aussprechen, heißen müßte: Das Gesetz ist in der Nationalökonomie durch sein Gegenteil, die Gesetzlosigkeit, bestimmt. Das wahre Gesetz der Nationalökonomie ist der *Zufall*, aus dessen Bewegung wir, die Wissenschaftlichen, einige Momente willkürlich in der Form von Gesetzen fixieren. —

Sehr gut und das Wesen der Sache in einen Begriff gebracht ist es, wenn Mill das *Geld* als den *Vermittler* des Austausches bezeichnet. Das Wesen des Geldes ist zunächst nicht, daß in ihm das Eigentum entäußert wird, sondern daß die *vermittelnde Tätigkeit* oder Bewegung, der *menschliche*, gesellschaftliche Akt, wodurch sich die Produkte des Menschen wechselseitig ergänzen, *entfremdet* und die Eigenschaft eines *materiellen Dings* außer dem Menschen, des Geldes wird. Indem der Mensch diese vermittelnde Tätigkeit selbst entäußert, ist er hier nur als sich abhanden gekommner, entmenschter Mensch tätig; die *Beziehung* selbst der Sachen, die menschliche Operation mit denselben, wird zur Operation eines Wesens außer dem Menschen und über dem Menschen. Durch diesen *fremden Mittler* — statt daß der Mensch selbst der Mittler für den Menschen sein sollte — schaut der Mensch seinen Willen, seine Tätigkeit, sein Verhältnis zu andren als eine von ihm und ihnen unabhängige Macht an. Seine Sklaverei erreicht also die Spitze. Daß dieser *Mittler* nun zum *wirklichen Gott* wird, ist klar, denn der Mittler ist die *wirkliche Macht* über das, womit er mich vermittelt. Sein Kultus wird zum Selbstzweck. Die Gegenstände, getrennt von diesem Mittler, haben ihren Wert verloren. Also nur, insofern sie ihn *repräsentieren*, haben sie Wert, während es ursprünglich schien, daß er nur Wert hätte, so weit *er sie* repräsentierte. Diese Umkehrung des ursprünglichen Verhältnisses ist notwendig. Dieser *Mittler* ist daher das sich selbst abhanden gekommne, entfremdete *Wesen* des Privateigentums, das sich selbst äußerlich gewordne, *entäußerte* Privateigentum, wie es die *entäußerte Vermittlung* der menschlichen Produktion mit der menschlichen Produktion, die *entäußerte* Gattungstätigkeit des Menschen ist. Alle Eigenschaften, welche dieser in der Produktion dieser Tätigkeit zukommen, werden daher auf diesen Mittler übertragen. Der Mensch wird also umso ärmer als Mensch, d. h. getrennt von diesem Mittler, als dieser Mittler *reicher* wird. —

Christus *repräsentiert* ursprünglich 1) die Menschen vor Gott; 2) Gott für die Menschen; 3) die Menschen dem Menschen.

So repräsentiert das *Geld* ursprünglich seinem Begriff nach: 1) Das Privateigentum für das Privateigentum; 2) die Gesellschaft für das Privateigentum; 3) das Privateigentum für die Gesellschaft.

Aber Christus ist der *entäußerte* Gott und der entäußerte *Mensch*. Gott hat nur mehr Wert, sofern er Christus, der Mensch nur mehr Wert, sofern er Christus repräsentiert. Ebenso mit dem Geld. —

Warum muß das Privateigentum zum *Geldwesen* fortgehn? Weil der Mensch als ein geselliges Wesen zum *Austausch* [XXV] und weil der Austausch — unter der Voraussetzung des Privateigentums — zum Wert fortgehn muß. Die vermittelnde Bewegung des austauschenden Menschen ist nämlich keine gesellschaftliche, keine menschliche Bewegung, kein *menschliches Verhältnis*, es ist das *abstrakte Verhältnis* des Privateigentums zum Privateigentum, und dies *abstrakte* Verhältnis ist der *Wert*, dessen wirkliche Existenz als Wert erst das *Geld* ist. Weil die austauschenden Menschen sich nicht als Menschen zu einander verhalten, so verliert die *Sache* die Bedeutung des menschlichen, des persönlichen Eigentums. Das gesellschaftliche Verhältnis von Privateigentum zu Privateigentum ist schon ein Verhältnis, worin das Privateigentum sich selbst entfremdet ist. Die für sich seiende Existenz dieses Verhältnisses, das Geld, ist daher die Entäußerung des Privateigentums, die Abstraktion von seiner *spezifischen*, persönlichen Natur.

Der Gegensatz der modernen Nationalökonomie zu dem Geldsystem, système monétaire, kann daher trotz aller ihrer Klugheit es zu keinem entscheidenden Sieg bringen; denn, wenn der rohe nationalökonomische Aberglaube des Volks und der Regierungen, an dem *sinnlichen*, *handgreiflichen*, *augenfälligen* Geldsack festhält und daher an den absoluten Wert der edlen Metalle wie an ihren Besitz, als die einzige Realität des Reichtums glaubt, — wenn dann der aufgeklärte, weltkundige Nationalökonom kommt und ihnen beweist, daß das Geld eine Ware wie jede andre ist, deren Wert daher, wie der jeder andren Ware, von dem Verhältnis der Produktionskosten zur Nachfrage (Konkurrenz) und Zufuhr, zu der Quantität oder Konkurrenz der andren Waren abhängt, — so wird diesem Nationalökonomen richtig erwidert, daß doch der *wirkliche* Wert der Dinge ihr *Tauschwert* sei und dieser in letzter Instanz im Geld, wie dieses in den edlen Metallen existiere, daß also das Geld der *wahre* Wert der Dinge und darum das wünschenswerteste Ding sei. Die Lehren des Nationalökonomen liefen ja selbst in letzter Instanz auf diese Weisheit hinaus, nur daß er die Abstraktionsfähigkeit besitzt, dieses Dasein des Geldes unter allen Formen von Ware zu erkennen und darum nicht an den exklusiven Wert seines offiziellen metallenen Daseins zu glauben. — Das metallene Dasein des Geldes ist nur der offizielle sinnfällige Ausdruck der Geldseele, die in allen Gliedern der Produktionen und Bewegungen der bürgerlichen Gesellschaft steckt.

Der Gegensatz der modernen Nationalökonomen zu dem Geldsystem ist nur der, daß sie das *Geldwesen* in seiner Abstraktion und Allgemeinheit gefaßt und daher aufgeklärt sind über den *sinnlichen* Aberglauben, der an das exklusive Dasein dieses Wesens im edlen Metall glaubt. Sie setzen an die Stelle dieses rohen den raffinierten Aberglauben. Weil aber beide im Wesen eine Wurzel haben, so bringt es die aufgeklärte Form des Aberglaubens nicht dahin, die rohe sinnliche Form desselben gänzlich zu verdrängen, weil er nicht dessen Wesen, sondern nur die bestimmte Form dieses Wesens angreift. — Das *persönliche* Dasein des Geldes als Geld — und nicht nur als das innere, an sich seiende, versteckte Konversationsverhältnis oder Standesverhältnis der Waren zu einander — dies Dasein entspricht umso mehr dem Wesen des Geldes, je abstrakter es ist, je weniger *natürliches* Verhältnis es zu den andren Waren hat, je mehr es als Produkt und doch wieder als Nichtprodukt des Menschen erscheint, je weniger *naturwüchsiger* sein Daseinselement, je geschaffner es vom Menschen ist, oder nationalökonomisch, je größer das *umgekehrte* Verhältnis seines *Wertes als Geld* zum Tauschwert oder Geldwert des Materials ist, in welchem es existiert. Daher ist das *Papiergeld* und die Zahl der *papiernen Repräsentanten des Geldes* (wie Wechsel, Mandate, Schuldscheine etc.) das *vollkommenere* Dasein des *Geldes als Geld* und ein notwendiges Moment im Fortschritt der Entwicklung des Geldwesens. Im *Kreditwesen*, dessen vollständiger Ausdruck das *Bankwesen* ist, gewinnt es den Schein, als sei die Macht der fremden, materiellen Macht gebrochen, das Verhältnis der Selbstentfremdung aufgehoben und der Mensch wieder in menschlichen Beziehungen zum Menschen. Die *St. Simonisten*, von diesem *Schein* getäuscht, betrachten die Entwicklung von Geld, Wechselbriefen, Papiergeld, papiernen Repräsentanten des Geldes, *Kredit*, *Bankwesen* als eine stufenweise Aufhebung der Trennung des Menschen von der Sache, des Kapitals von der Arbeit, des Privateigentums vom Gelde und des Geldes vom Menschen, der Trennung des Menschen vom Menschen. Das organisierte *Bankwesen* ist daher ihr Ideal. Aber diese Aufhebung der [XXVI] Entfremdung, diese *Rückkehr* des Menschen zu sich selbst und daher zum andern Menschen ist nur ein *Schein*, sie ist eine um so *infamere* und *extremere* Selbstentfremdung, Entmenschung, als ihr Element nicht mehr Ware, Metall, Papier, sondern das *moralische* Dasein, das *gesellige* Dasein, das *Innere* der menschlichen Brust selbst ist; als sie unter dem Schein des *Vertrauens* des Menschen zum Menschen, das höchste *Mißtrauen* und die völlige Entfremdung ist. Was konstituiert das Wesen des *Kredits*? Wir sehn hier ganz vom *Inhalt* des Kredits ab, der wieder das Geld ist. Wir sehn also vom *Inhalt* dieses Vertrauens ab, wonach ein Mensch den andern dadurch *anerkennt*, daß er ihm Werte vorschießt und — im besten Fall, wenn er sich nämlich den Kredit nicht zahlen läßt, d. h. kein Wucherer ist — seinem Mitmenschen das Vertrauen schenkt, daß er kein Spitzbube, sondern ein „guter“ Mann ist. Unter einem „guten“ Mann versteht der Vertrauende hier, wie Shylock, einen „zahlbaren“ Mann. — Der Kredit ist unter zwei Verhältnissen und unter zwei verschiednen Bedingungen denkbar. Die zwei Verhältnisse sind: Einmal ein Reicher kreditiert einem Armen, den er für fleißig und ordentlich hält. Diese Art von Kredit gehört in den romantischen, sentimentalen Teil der Nationalökonomie, zu ihren Verirrungen, Exzessen, *Ausnahmen*, nicht zu der *Regel*. Allein selbst diese Ausnahme unterstellt, diese romantische Möglichkeit zugegeben, so gilt das Leben des Armen und sein Talent wie Tätigkeit dem Reichen für eine *Garantie* der Rückerstattung des geliehenen Geldes; d.h. also alle sozialen Tugenden des Armen, der Inhalt seiner Lebenstätigkeit, sein Dasein selbst, repräsentiert dem Reichen das Remboursement seines Kapitals mit den gewöhnlichen Zinsen. Der Tod des Armen ist daher für den Kreditierenden der schlimmste Fall. Er ist der Tod seines Kapitals samt Zinsen. Man bedenke, was in der *Schätzung* eines Menschen in *Geld*, wie sie im Kreditverhältnis geschieht, [für] eine Niederträchtigkeit liegt. Es versteht sich von selbst, daß der Kreditierende, außer den *moralischen* Garantien auch die Garantie des *juristischen* Zwangs und noch mehr oder minder *reale* Garantien für seinen Mann hat. Ist nun der, dem kreditiert wird, selbst vermögend, so wird der *Kredit* bloß zu einem erleichternden *Vermittler* des Austauschs, d. h. es ist das *Geld* selbst in eine ganz *ideale* Form erhoben. Der *Kredit* ist das *nationalökonomische* Urteil über die Moralität eines Menschen. Im Kredit ist statt des Metalls oder des Papiers der *Mensch* selbst der *Mittler* des Tausches geworden, aber nicht als Mensch, sondern als das *Dasein eines Kapitals* und der Zinsen. Das Medium des Austauschs ist also allerdings aus seiner materiellen Gestalt in den Menschen zurückgekehrt und zurückversetzt, aber nur weil der Mensch selbst außer sich versetzt und sich selbst zu einer materiellen Gestalt geworden ist. Nicht das Geld ist im Menschen — innerhalb des Kreditverhältnisses aufgehoben, sondern der Mensch selbst ist in *Geld* verwandelt oder das Geld ist in ihm *inkorporiert*. Die *menschliche Individualität*, die menschliche *Moral* ist sowohl selbst zu einem Handelsartikel geworden, wie zum *Material* worin das Geld existiert. Statt Geld, Papier ist mein eignes persönliches Dasein, mein Fleisch und Blut, meine gesellige Tugend und Geltung die Materie, der Körper des *Geldgeistes*. Der Kredit scheidet den Geldwert nicht mehr in Geld, sondern in menschliches Fleisch und in menschliches Herz. So sehr sind alle Fortschritte und Inkonsequenzen innerhalb eines falschen Systems der höchste Rückschritt und die höchste Konsequenz der Niedertracht. — Innerhalb des Kreditsystems bestätigt sich seine Menschen entfremdete Natur unter dem Schein der höchsten nationalökonomischen Anerkennung des Menschen auf doppelte Weise: 1) Der Gegensatz zwischen Kapitalist und Arbeiter, großem und kleinem Kapitalist wird noch größer, indem der Kredit nur dem gegeben wird, der schon hat und eine neue Chance der Akkumulation für den Reichen ist, oder indem der Arme in zufälligen Belieben und Urteil des Reichen über ihn seine *ganze* Existenz bestätigt oder verneint, sie völlig von diesem Zufall abhängig sieht; 2) indem die wechselseitige Verstellung, Heuchelei und Scheinheiligkeit bis auf die Spitze getrieben werden, daß über den Kreditlosen nun außer dem einfachen Urteil, daß er arm ist, nun auch das moralische Urteil, daß er kein Vertrauen, keine Anerkennung besitzt, also ein geselliger Paria, ein schlechter Mensch ist, hinzukommt; und indem der Arme zu seiner Entbehrung diese Erniedrigung und die erniedrigende *Bitte* um Kredit bei dem Reichen hinzubekommt; [XXVII] 3) indem durch diese ganz *ideelle* Existenz des Geldes die *Falschmünzerei* von dem Menschen an keinem andern Stoff, sondern nur mehr an seiner eignen Person vorgenommen werden kann, er selbst sich zu einer falschen Münze machen, Kredit erschleichen, erlügen etc. muß und dieses Kreditverhältnis — sowohl nach Seite des Vertrauenden, als dessen, der das Vertrauen braucht — zum Handelsgegenstand, Gegenstand des wechselseitigen Betrugs und Mißbrauchs wird. Hier zeigt sich dann noch brillant das *Mißtrauen* als die Basis dieses nationalökonomischen Vertrauens; das mißtrauische Abwägen, ob der Kredit geschenkt werden soll oder nicht; die Espionnage nach den Geheimnissen des Privatlebens etc. des Kreditsuchenden; das Verraten momentaner Übelstände, um einen Rivalen durch plötzliche Erschütterung seines Kredits zu stürzen etc. Das ganze System des Bankerotts, die Scheinunternehmungen etc. ... Im *Staatskredit* hat der Staat ganz dieselbe Stellung, die oben der Mensch ... Im Spiel mit Staatspapieren zeigt sich, wie er zum Spielzeug der Handelsleute geworden ist etc.

4) Das *Kreditsystem* hat endlich seine Vollendung im *Bankwesen*. Die Schöpfung der Bankiers, die Staatsherrschaft der Bank, die Konzentration des Vermögens in diesen Händen, dieser nationalökonomische *Areopag* der Nation, ist die würdige Vollendung des Geldwesens. Indem im Kreditsystem die *moralische Anerkennung eines Menschen*, wie das *Vertrauen zum Staat* etc. die Form des *Kredits* erhielt, tritt das Geheimnis, welches in der Lüge der moralischen Anerkennung liegt, die *unmoralische* Niedertracht dieser Moralität, wie die Scheinheiligkeit und der Egoismus in jenem Vertrauen zum Staat hervor und zeigt sich als das, was er wirklich ist.

Der *Austausch* sowohl der menschlichen Tätigkeit innerhalb der Produktion selbst, als auch der *menschlichen Produkte* gegen einander ist = der *Gattungstätigkeit* und Gattungsgeist, deren wirkliches, bewußtes und wahres Dasein die *gesellschaftliche* Tätigkeit und der *gesellschaftliche* Genuß ist. Indem das *menschliche Wesen* das *wahre Gemeinwesen* der Menschen, so *schaffen*, produzieren die Menschen durch Betätigung ihres *Wesens* das menschliche *Gemeinwesen*, das gesellschaftliche Wesen, welches keine abstrakt-allgemeine Macht gegenüber dem einzelnen Individuum ist, sondern das Wesen eines jeden Individuums, sein eigne Tätigkeit, sein eignes Leben, sein eigner Geist, sein eigner Reichtum ist. Nicht durch Reflektion entsteht daher jenes *wahre Gemeinwesen*, es erscheint daher durch die *Not* und den *Egoismus* der Individuen, d. h. unmittelbar durch die Betätigung ihres Daseins selbst produziert. Es hängt nicht vom Menschen ab, daß dies Gemeinwesen sei oder nicht; aber solange der Mensch sich nicht als Mensch erkennt und daher die Welt menschlich organisiert hat, erscheint dies *Gemeinwesen* unter der Form der *Entfremdung*. Weil sein *Subjekt*, der Mensch, ein sich selbst entfremdetes Wesen ist. Die Menschen, nicht in einer Abstraktion, sondern als wirkliche, lebendige, besondre Individuen *sind* dies Wesen. *Wie* sie sind, so ist daher es selbst. Es ist daher ein identischer Satz, daß der *Mensch* sich selbst entfremdet, und daß die *Gesellschaft* dieses entfremdeten Menschen die Karikatur seines *wirklichen Gemeinwesens*, seines wahren Gattungslebens sei, daß daher seine Tätigkeit als Qual, seine eigne Schöpfung ihm als fremde Macht, sein Reichtum als Armut, das *Wesensband*, was ihn an den andren Menschen knüpft, als ein unwesentliches Band und vielmehr die Trennung vom andren Menschen als sein wahres Dasein, daß sein Leben als Aufopferung seines Lebens, daß die Verwirklichung seines Wesens als Entwirklichung seines Lebens, daß seine Produktion als Produktion seines Nichts, daß seine Macht über den Gegenstand als die Macht des Gegenstandes über ihn, daß er der Herr seiner Schöpfung als der Knecht dieser Schöpfung erscheint.

Die Nationalökonomie nun faßt das *Gemeinwesen des Menschen*, oder ihr sich betätigendes *Menschenwesen*, ihre wechselseitige Ergänzung zum Gattungsleben, zum wahrhaft menschlichen Leben unter der Form des *Austauschs* und des *Handels* auf. Die *Gesellschaft*, sagt Destutt de Tracy, ist eine *Reihe von wechselseitigen échanges*. Sie ist eben diese Bewegung der wechselseitigen Integration. Die *Gesellschaft*, sagt Adam Smith, ist eine *handeltreibende Gesellschaft*. Jedes ihrer Glieder ist ein *Kaufmann*.

Man sieht, wie die Nationalökonomie die *entfremdete* Form des geselligen Verkehrs als die *wesentliche* und *ursprüngliche* und der menschlichen Bestimmung entsprechende *fixiert*.

[XXVIII] Die Nationalökonomie — wie die wirkliche Bewegung — geht aus von dem *Verhältnis des Menschen zum Menschen*, als dem des *Privateigentümers zum Privateigentümer*. Wenn der Mensch als *Privateigentümer* vorausgesetzt wird, d.h. also exklusiver Besitzer, der durch diesen exklusiven Besitz seine Persönlichkeit bewährt und sich vom andern Menschen unterscheidet, wie auf sie bezieht — das Privateigentum ist sein persönliches, sein ihn *auszeichnendes*, darum sein wesentliches Dasein — so ist der *Verlust* oder das *Aufgeben* des Privateigentums eine *Entäußerung des Menschen*, wie des *Privateigentums* selbst. Wir halten hier nur die letztere Bestimmung fest. Wenn ich mein Privateigentum an einen andren ablasse, so hört es auf, *mein* zu sein; es wird eine von mir unabhängige, *außer* meinem Bereich liegende Sache, eine mir *äußerliche* Sache. Ich *entäußere* also mein Privateigentum. In Bezug auf mich setze ich es also als *entäußertes* Privateigentum. Aber ich setze es nur als *entäußerte* Sache überhaupt, ich hebe nur mein *persönliches* Verhältnis zu ihm auf, ich gebe es den *elementarischen* Naturmächten zurück, wenn ich es nur in Bezug auf mich entäußere. Entäußertes *Privateigentum* wird es nur, wenn es zugleich aufhört, *mein* Privateigentum zu sein, ohne deswegen aufzuhören, überhaupt *Privateigentum* zu sein, d. h. also, wenn es zu einem *andren* Menschen *außer* mir in dasselbe Verhältnis tritt, in welchem es zu mir selbst stand, mit einem Wort, wenn es das *Privateigentum* eines *andren* Menschen wird. Den Fall der *Gewalt* ausgenommen — wie komme ich nun dazu, an einen andren Menschen *mein* Privateigentum zu entäußern? Die Nationalökonomie antwortet richtig: Aus *Not*, aus *Bedürfnis*. Der andre Mensch ist auch Privateigentümer, aber von einer *andren* Sache, die ich entbehre und die ich nicht entbehren kann oder will, die mir ein *Bedürfnis* zur Vervollständigung meines Daseins und Verwirklichung meines Wesens scheint.

Das Band, welches die beiden Privateigentümer auf einander bezieht, ist die *spezifische Natur des Gegenstandes*, der die Materie ihres Privateigentums ist. Die Sehnsucht nach diesen beiden Gegenständen, d. h. das Bedürfnis nach ihnen, zeigt jedem der Privateigentümer, bringt es ihm zum Bewußtsein, daß er außer dem Privateigentum noch ein andres *wesentliches* Verhältnis zu den Gegenständen hat, daß er nicht das besondre Wesen ist, wofür er sich hält, sondern ein *totales* Wesen, dessen Bedürfnisse im Verhältnis des *innern* Eigentums — denn das Bedürfnis nach einer Sache ist der evidenteste, unwiderleglichste Beweis, daß die Sache zu *meinem* Wesen gehört, daß ihr Sein für mich, ihr *Eigentum* das Eigentum, die Eigentümlichkeit meines Wesens ist — auch zu den Produktionen der Arbeit des Andren stehn. Beide Eigentümer werden also getrieben, ihr Privateigentum aufzugeben, aber es so aufzugeben, daß sie zugleich das Privateigentum bestätigen, oder das Privateigentum innerhalb des Verhältnisses des Privateigentums aufzugeben. Jeder entäußert also einen Teil seines Privateigentums an den andern.

Die *gesellschaftliche* Beziehung oder das *gesellschaftliche* Verhältnis der beiden Privateigentümer ist also die *Wechselseitigkeit* der *Entäußerung*, das Verhältnis der Entäußerung auf beiden Seiten gesetzt, oder die *Entäußerung* als das Verhältnis der beiden Eigentümer, während im einfachen Privateigentum die *Entäußerung* nur noch in Bezug auf sich, einseitig stattfindet.

Der *Tausch* oder der *Tauschhandel* ist also der gesellschaftliche, der Gattungsakt, das Gemeinwesen, der gesellschaftliche Verkehr und Integration der Menschen innerhalb des *Privateigentums* und darum der äußerliche, der *entäußerte* Gattungsakt. Eben darum erscheint er als *Tauschhandel*. Er ist darum ebenso das Gegenteil des *gesellschaftlichen* Verhältnisses.

Durch die wechselseitige Entäußerung oder Entfremdung des Privateigentums ist das *Privateigentum* selbst in die Bestimmung des *entäußerten* Privateigentums geraten. Denn erstens hat es aufgehört das Produkt der Arbeit, die exklusive, auszeichnende Persönlichkeit seines Besitzers zu sein, denn dieser hat es entäußert, es ist von dem Besitzer weggeraten, dessen Produkt es war und hat eine persönliche Bedeutung für den gewonnen, dessen Produkt es *nicht* ist. Es hat seine persönliche Bedeutung für den Besitzer verloren. Zweitens ist es auf ein andres Privateigentum bezogen worden, diesem gleichgesetzt worden. An seine Stelle ist ein Privateigentum von *andrer* Natur getreten, wie es selbst die Stelle eines Privateigentums von *andrer* Natur vertritt. Auf beiden Seiten erscheint also das Privateigentum als Repräsentant eines Privateigentums von andrer Natur, als das *Gleiche* eines andern Naturprodukts und beide Seiten beziehen sich so auf einander, daß jede das Dasein ihres *Andern* vertritt und beide wechselseitig sich auf einander als *Ersatzmänner* ihrer selbst und ihres Andern beziehn. Das Dasein des Privateigentums als solchen ist daher zum *Ersatz*, zum *Äquivalent* geworden. An die Stelle seiner unmittelbaren Einheit mit sich selbst ist es nur mehr als Beziehung auf ein *andres*. Als *Äquivalent* ist sein Dasein nicht mehr sein ihm eigentümliches. Es ist daher zum *Wert* und unmittelbar zum *Tauschwert* geworden. Sein Dasein als *Wert* ist eine von seinem unmittelbaren Dasein verschiedne, seinem spezifischen Wesen äußerliche, eine *entäußerte* Bestimmung [XXIX] *seiner selbst*; ein nur *relatives* Dasein desselben.

Wie nun dieser *Wert* sich näher bestimmt, ist anderswo zu entwickeln, ebenso, wie er zum *Preis* wird.

Das Verhältnis des Tausches vorausgesetzt, wird die *Arbeit* zur *unmittelbaren Erwerbsarbeit*. Dies Verhältnis der entfremdeten Arbeit erreicht seine Höhe erst dadurch, daß 1) von der einen Seite die *Erwerbsarbeit*, das Produkt des Arbeiters in keinem *unmittelbaren* Verhältnis zu seinem Bedürfnis und zu seiner *Arbeitsbestimmung* steht, sondern nach beiden Seiten hin durch dem Arbeiter fremde gesellschaftliche Kombinationen bestimmt wird; 2) daß der, welcher das Produkt *kauft*, selbst nicht produziert, sondern das von einem andren Produzierte vertauscht. In jener rohen Gestalt des *entäußerten* Privateigentums, des *Tauschhandels*, hat jeder der beiden Privateigentümer das produziert, wozu ihn unmittelbar sein Bedürfnis, seine Anlage und das vorhandene Naturmaterial trieb. Jeder tauscht daher gegen den andren nur den Überschuß seiner Produktion aus. Die Arbeit war allerdings seine unmittelbare *Subsistenzquelle*, aber zugleich auch die Bestätigung seiner *individuellen Existenz*. Durch den Tausch ist seine *Arbeit* teilweise zur *Erwerbsquelle* geworden. Ihr Zweck und ihr Dasein sind verschieden geworden. Das Produkt wird als *Wert*, als *Tauschwert*, als *Äquivalent*, nicht mehr seiner unmittelbaren persönlichen Beziehung zum Produzenten wegen produziert. Je vielseitiger die Produktion wird, je vielseitiger also einerseits die Bedürfnisse, je einseitiger andrerseits die Leistungen des Produzenten werden, um so mehr fällt seine Arbeit in die Kategorie einer *Erwerbsarbeit*, bis sie endlich nur mehr diese Bedeutung und es ganz *zufällig* und *unwesentlich* wird, sowohl ob der Produzent in dem Verhältnis des unmittelbaren Genusses und des persönlichen Bedürfnisses zu seinem Produkt steht, als auch ob die *Tätigkeit*, die Aktion der Arbeit selbst ihm Selbstgenuß seiner Persönlichkeit, die Verwirklichung seiner Naturanlagen und geistigen Zwecke ist.

In der *Erwerbsarbeit* liegt: 1) Die Entfremdung und Zufälligkeit der Arbeit vom arbeitenden Subjekt; 2) die Entfremdung und Zufälligkeit der Arbeit vom Gegenstand derselben; 3) die Bestimmung des Arbeiters durch die gesellschaftlichen Bedürfnisse, die ihm aber fremd und ein Zwang sind, dem er sich aus egoistischem Bedürfnis, aus Not unterwirft und die für ihn nur die Bedeutung einer Quelle der Befriedigung für seine Notdurft, wie er für sie nur als ein Sklave ihrer Bedürfnisse vorhanden ist; 4) daß dem Arbeiter die Erhaltung seiner individuellen Existenz als *Zweck* seiner Tätigkeit erscheint und sein wirkliches Tun ihm nur als Mittel gilt; daß er sein Leben betätigt, um *Lebens*mittel zu erwerben.

Je größer, je ausgebildeter also die gesellschaftliche Macht erscheint innerhalb des Privateigentumsverhältnisses, um so *egoistischer*, gesellschaftsloser, seinem eignen Wesen entfremdeter wird der Mensch.

Wie der wechselseitige Austausch der Produkte der *menschlichen Tätigkeit* als *Tauschhandel*, als *Schacher*, so erscheint die wechselseitige Ergänzung und Austauschung der Tätigkeit selbst als: *Teilung der Arbeit*, welche aus dem Menschen möglichst ein abstraktes Wesen, eine Drehmaschine etc. macht und bis zur geistigen und physischen Mißgeburt ihn umwandelt.

Gerade die Einheit der menschlichen Arbeit wird nur als *Teilung* betrachtet, weil das gesellschaftliche Wesen nur als sein Gegenteil, in der Form der Entfremdung zum Dasein kommt. Mit der Zivilisation steigert sich die *Teilung der Arbeit*.

Innerhalb der Voraussetzung der Teilung der Arbeit erhält das Produkt, das Material des Privateigentums für den einzelnen immer mehr die Bedeutung eines *Äquivalents* und wie er nicht mehr seinen *Überschuß* austauscht, sondern der Gegenstand seiner Produktion ihm schlechthin *gleichgültig* sein kann, so tauscht er auch nicht mehr sein Produkt unmittelbar gegen das ihm *bedürftige* Wesen aus. Das Äquivalent erhält seine Existenz als Äquivalent in *Geld*, welches nun das unmittelbare Resultat der Erwerbsarbeit und der *Mittler* des Tauschs ist. (Siehe oben.)

Im *Geld*, der vollständigen Gleichgültigkeit sowohl gegen die Natur des Materials, gegen die spezifische Natur des Privateigentums, wie gegen die Persönlichkeit des Privateigentümers, ist die vollständige Herrschaft der entfremdeten Sache *über* den Menschen in die Erscheinung getreten.

Was als Herrschaft der Person über die Person, ist nun die allgemeine Herrschaft der *Sache* über die *Person*, des Produkts über den Produzenten. Wie schon im *Äquivalent*, im Wert die Bestimmung der *Entäußerung* des Privateigentums lag, so ist das *Geld* das sinnliche, selbst gegenständliche Dasein dieser *Entäußerung*.

[XXX] Es versteht sich, daß die Nationalökonomie diese ganze Entwicklung nur als ein factum, als die Ausgeburt zufälliger Not begreifen kann.

Die Trennung der Arbeit von sich selbst = Trennung des Arbeiters vom Kapitalisten = Trennung von Arbeit und Kapital, dessen ursprüngliche Form in *Grundeigentum* und *bewegliches Eigentum* zerfällt ... Die ursprüngliche Bestimmung des Privateigentums ist das Monopol; sobald es sich daher eine politische Konstitution gibt, ist sie die des Monopols. Das vollendete Monopol ist die Konkurrenz. — Dem Nationalökonomen zerfallen *Produktion*, *Konsumtion* und als Vermittler von beiden der *Austausch* oder die *Distribution*. Die Trennung von Produktion und Konsumtion, von Tätigkeit und Geist an verschiedne Individuen und in demselben Individuum, ist die *Trennung der Arbeit* von ihrem *Gegenstand* und von ihr selbst als einem Geist. Die *Distribution* ist die sich betätigende Macht des Privateigentums. — Die Trennung von Arbeit, Kapital, Grundeigentum wechselseitig, wie die der Arbeit von der Arbeit, des Kapitals vom Kapital, und des Grundeigentums vom Grundeigentum, endlich die Trennung der Arbeit vom Arbeitslohn, des Kapitals von dem Gewinn und des Gewinns von den Zinsen, endlich des Grundeigentums von der Grundrente, läßt die Selbstentfremdung sowohl in der Gestalt der Selbstentfremdung als der wechselseitigen Entfremdung erscheinen.

„Man unterstelle nun den Fall, daß das Gouvernement die Vermehrung und Verminderung des Geldes fixieren will. Bestrebt es sich, die Quantität des Geldes unter dem Maß zu halten, den der freie Verlauf der Dinge produzieren würde, so erhebt es den Wert des gemünzten Goldes und macht es zum Interesse aller, die Barren in Münze zu verwandeln. Dann entsteht heimliche Fabrikation, das Gouvernement muß sie durch Strafen verhindern. Will das Gouvernement die Goldquantität *über* der nötigen Höhe erhalten, so drückt es seinen Wert herab, jeder sucht es in Barren zu gießen, wogegen es wieder nur das Mittel der Strafe hat. Aber die Hoffnung des Gewinns siegt über die Furcht vor der Strafe.“ p. 137, 138.

§ 9. „Wenn zwei Individuen sich eines dem anderen 100 £ schuldeten, statt sich wechselseitig diese Summe auszuzahlen, haben sie wechselsteitig nur ihre Obligationen auszutauschen. So auch zwischen zwei Nationen ... Daher *Wechselbriefe*, um so nötiger in einer Zeit, wo die wenig aufgeklärte Politik die *Exportation* edler Metalle verbot und grausam bestrafte.“ p. 142, 143 sq.

§ 10. Ersparung *unproduktiver* Konsumtion durch das Papiergeld. p. 146 sq.

§ 11. „Die Unbequemlichkeiten des Papiergeldes sind: 1) Die *Ermanglung* (Sünde) (manque) der Personen, die das Papiergeld ausstellen, ihre Verpflichtungen zu erfüllen. 2) Die Fälschungen. 3) Der Kurswechsel, altération des cours.“ p. 149.

§ 12. Edle Metalle sind Waren. Man exportiert Waren nur, die weniger teuer sind in dem Lande, woher sie kommen, als in dem Lande wohin sie gehen, und man importiert Waren nur, die teurer sind, in dem Land, wo sie hingehen, als in dem, wo sie herkommen. Also hängt es vom Wert der edlen Metalle in einem Lande ab, ob [man] sie importieren oder exportieren soll. p. 175 sq.

§ 13. „Der Wert der edlen Metalle ist die Quantität von anderen Sachen, die man für sie im Austausch gibt.“ p. 177. „Dies Verhältnis ist in verschiedenen Ländern und sogar in verschiedenen Gegenden desselben Landes verschieden ... „*La vie est moins chère*“ heißt, daß man an einem bestimmten Ort die Lebensmittel mit einer geringeren Summe Geldes kaufen kann.“ p. 177.

§ 14. „Das Verhältnis der Nationen ist wie das der Kaufleute ... ils achèteront toujours au meilleur marché possible, et vendront toujours le plus cher qu’ils pourront.“ p. 215.

IV. *De la consommation*.

„*Production*, *distribution*, *échange* sind bloße *Mittel*. Man produziert nicht, um zu produzieren. Es sind intermediäre, vermittelnde Operationen. Der Zweck ist die *Konsumtion*.“ p. 237.

§ 1. „Die Konsumtion ist: 1) *produktiv*. Begreift alles was depensiert wird im Zweck, eine Sache zu produzieren, umfaßt den Unterhalt des Arbeiters ... dann die Maschinen, Handwerkszeug, Gebäude, Tiere für die produktiven Operationen; endlich: die Rohstoffe, sei es nun, daß das zu produzierende Objekt unmittelbar aus ihnen geformt wird oder woher man es ziehen kann.“ p. 238, 239. „Nur die Sachen der zweiten Klasse sind nicht vollständig konsumiert im Lauf der produktiven Operation.“ l. c.

2) *improduktive* Konsumtion. „Gagen eines Lakais, jede Konsumtion, die nicht im Behuf der Produkte geschieht, um vermittelst einer Sache eine andre äquivalente zu erhalten, ist unproduktiv.“ p. 240. „Die produktive Konsumtion ist selbst ein *Mittel*, nämlich ein Mittel, der Produktion; die improduktive ist kein Mittel, sie ist Zweck, der *Genuß*, den die Konsumtion verschafft, der *Motiv* aller vorhergehenden Operation.“ p. 241. „Durch die erste Art der Konsumtion geht nichts, durch die zweite alles verloren.“ l. c. „Was man *produktiv* konsumiert, ist immer *Kapital*. Das ist eine besonders merkwürdige Eigenschaft der produktiven Konsumtion. Was produktiv konsumiert wird, *ist* Kapital und es *wird* Kapital durch die Konsumtion.“ p. 241, 242. „Die Totalität dessen, was die produktiven Kräfte eines Landes in einem Jahre schaffen, ist das produit annuel brut. Der größte Teil davon zur Ersetzung des konsumierten Kapitals bestimmt. Was übrig bleibt vom produit brut nach Ersetzung des Kapitals ist das produit net; es verteilt sich nur als Gewinn des Kapitals oder Grundrente.“ p. 242, 243. „Es ist der fonds, woraus gewöhnlich alle Zulage zum Nationalkapital herkommt.“ l. c. „Der *produktiven* und *improduktiven Konsumtion* entsprechen die *produktive* und *improduktive* Arbeit.“ p. 244.

§ 2. „Alles, was im Lauf eines Jahres produziert ist, ist im Lauf des folgenden Jahres konsumiert, produktiv oder improduktiv.“ p. 246.

§ 3. „Die Konsumtion dehnt sich aus nach dem Maß der Produktion; ein Mensch produziert nur, weil er *zu haben* verlangt. Ist das produzierte Objekt das, was er haben will, so hört er, wenn er sich so viel verschafft hat, als er braucht, zu arbeiten auf ... Produziert er mehr, so geschieht es, weil er im Austausch gegen dies Mehr irgend ein anderes Objekt haben will ... Er produziert die eine Sache, aus Begierde die andere zu besitzen. Die Produktion dieser Sache ist ihm das einzige Mittel, die andere Sache zu erhalten, und er erhält sie so wohlfeiler, als wenn er gezwungen wäre, sie selbst zu produzieren. Bei der Teilung der Arbeit beschränkt er sich, eine bestimmte Sache oder nur einen Teil derselben zu produzieren, nur einen kleinen Teil seiner eigenen Produktion wendet er für sich an; den Rest bestimmt er dazu, alle andern Waren zu kaufen, welche er verlangt; und wenn sich ein Mensch auf die Produktion einer einzigen Sache beschränkt und sein Produkt gegen alle andern austauscht, findet man, daß jeder mehr von den verschiedenen Sachen, die er begehrt, erhält, als er davon erhalten hätte, wenn er selbst sie hätte produzieren wollen. Produziert ein Mensch für sich selbst, so findet der *Austausch* nicht statt ... Er verlangt nichts zu kaufen und bietet nichts zum Verkauf an. Er besitzt einen Gegenstand, er hat ihn produziert und hat nicht die Absicht, sich seiner zu entledigen. Wendet man als Metapher die terminos „offre und demande“ auf diesen Fall an, so sind offre und demande sich hier vollständig proportioniert. Was die offre und demande der verkäuflichen Gegenstände betrifft, so können wir ganz außer Frage stellen den Teil des jährlichen Produkts, welchen jeder producteur verzehrt unter der Gestalt, welche er produziert oder empfängt.“ p. 251.

„Sprechen wir hier von offre und demande, so sprechen wir im allgemeinen. Sagen wir von einer bestimmten Nation zu einer bestimmten Epoche, daß ihre offre gleich ist ihrer demande, so sagen wir das nicht in Bezug auf eine oder zwei Waren; wir wollen sagen, daß ihre demande von allen Waren en masse genommen gleich ist allem, was sie an Waren von jeder Art anbieten kann. Trotz dieser Gleichheit von offre und demande, im Allgemeinen genommen, kann es sehr wohl geschehen, daß man von einer oder mehreren „besondren Waren zu viel oder zu wenig in Bezug auf die Nachfrage dieser Waren produziert hat.“ p. 215, 252. „Zwei Sachen sind nötig, um eine *Nachfrage* (demande) zu konstituieren: die Begierde, eine Ware zu haben, und der Besitz eines äquivalenten Objekts, das man im Austausch geben kann. Eine demande bezeichnet die *Begierde* und das *Mittel*, zu kaufen. Wenn eines oder das andre mangelt, kann der Ankauf nicht stattfinden. Der Besitz eines äquivalenten Gegenstandes ist die notwendige Basis jeder Nachfrage. Vergeblich wünscht ein Mensch, irgend welche Gegenstände zu besitzen, wenn er nichts zu geben hat, um sie zu erhalten. Das äquivalente Objekt, welches ein Mensch hinzubringt, ist das *Instrument* der Nachfrage. Die Ausdehnung seiner Nachfrage mißt sich am Wert dieses Gegenstandes. Die Nachfrage und der äquivalente Gegenstand sind die termini, welche man *einen dem anderen* substituieren kann. Man hat schon gesehn, daß jeder Mensch, welcher produziert, den Besitz anderer Gegenstände erstrebt als dessen, zu dessen Produktion er konkurriert hat, und daß die Ausdehnung dieses Strebens, dieser Begierde *gemessen* ist durch die Totalität seiner Produktion, insofern er sie nicht für seine eigene Konsumtion behalten will. Eben so evident ist es, daß ein Mensch das, was er produziert hat und nicht selbst konsumieren will, im Austausch für andre Gegenstände geben kann. Sein *Wille zu kaufen* und sein *Mittel, es zu tun*, sind also gleich oder seine Nachfrage ist exakt gleich seinem Totalprodukt, sofern er es nicht selbst verzehren will.“ p. 252, 253.

[XXXI] Mill analysiert hier mit seiner gewohnten zynischen Schärfe und Klarheit den Austausch auf der Basis des Privateigentums.

Der Mensch — dies ist die Grundvoraussetzung des Privateigentums — *produziert* nur, um zu *haben*. Der Zweck der Produktion ist das *Haben*. Und nicht nur hat die Produktion einen solchen *nützlichen* Zweck; sie hat einen *eigennützigen* Zweck; der Mensch produziert nur, um für sich zu *haben*; der Gegenstand seiner Produktion ist die Vergegenständlichung seines *unmittelbaren*, eigennützigen *Bedürfnisses*. Der Mensch, für sich — im wilden, barbarischen Zustand — hat daher das Maß seiner Produktion an dem *Umfang* seines unmittelbaren Bedürfnisses, dessen Inhalt *unmittelbar* der produzierte Gegenstand selbst ist.

Der Mensch produziert daher in diesem Zustand *nicht mehr*, als er unmittelbar bedarf. Die *Grenze seines Bedürfnisses* ist die *Grenze seiner Produktion*. Nachfrage und Zufuhr decken sich daher genau. Seine Produktion ist *gemessen* durch sein Bedürfnis. In diesem Fall findet kein Austausch statt oder der Austausch reduziert sich auf den Austausch seiner Arbeit gegen das Produkt seiner Arbeit, und dieser Austausch ist die latente Form (Keim) des wirklichen Austausches.

Sobald der Austausch stattfindet, findet die Mehrproduktion über die unmittelbare Grenze des Besitzes hinaus statt. Diese Mehrproduktion ist aber keine Erhebung über das eigennützige Bedürfnis. Sie ist vielmehr nur eine *vermittelte* Weise, ein Bedürfnis, das nicht unmittelbar in *dieser* Produktion, sondern in der Produktion eines andren seine Vergegenständlichung findet, zu befriedigen. Die Produktion ist zur *Erwerbsquelle*, zur Erwerbsarbeit geworden. Während also in dem ersten Verhältnis das Bedürfnis das Maß der Produktion ist, ist in dem zweiten Verhältnis die Produktion oder vielmehr der *Besitz des Produktes* das Maß, wie weit sich die Bedürfnisse befriedigen können.

Ich habe für mich produziert und nicht für dich, wie du für dich produziert hast und nicht für mich. Das Resultat meiner Produktion hat an und für sich ebenso wenig Beziehung auf dich, wie das Resultat deiner Produktion eine unmittelbare Beziehung auf mich hat. D. h. unsere Produktion ist keine Produktion des Menschen für den Menschen als Menschen, d. h. keine *gesellschaftliche* Produktion. Als Mensch hat also keiner von uns eine Beziehung des Genusses auf das Produkt des andren. Als Menschen sind wir nicht für unsere wechselseitigen Produktionen vorhanden. Unser Austausch kann daher auch nicht die vermittelnde Bewegung sein, worin es bestätigt würde, daß mein Produkt [XXXII] [für] dich ist, weil es eine *Vergegenständlichung* deines eignen Wesens, deines Bedürfnisses ist. Denn nicht das *menschliche Wesen* ist das Band unserer Produktionen für einander. Der Austausch kann nur in *Bewegung* setzen, nur bestätigen den *Charakter*, den jeder von uns zu seinem eignen Produkt, also zu der Produktion des andern hat. Jeder von uns sieht in seinem Produkt nur seinen *eignen* vergegenständlichten Eigennutz, also in dem Produkt des andren einen *andren*, von ihm unabhängigen, fremden gegenständlichen Eigennutz.

Du hast allerdings als Mensch eine menschliche Beziehung zu meinem Produkt; du hast das *Bedürfnis* meines Produktes. Es ist daher für dich als Gegenstand deiner Begierde und deines Willens vorhanden. Aber dein Bedürfnis, deine Begierde, dein Wille sind ohnmächtiges Bedürfnis, Begierde, Wille für mein Produkt. D. h. also dein *menschliches* und darum auf meine menschliche Produktion notwendig in innerlicher Beziehung stehendes Wesen, ist nicht deine *Macht*, dein Eigentum an dieser Produktion, denn nicht die *Eigentümlichkeit*, nicht die *Macht* des menschlichen Wesens ist anerkannt in meiner Produktion. Sie sind vielmehr das *Band*, welches dich mir abhängig macht, weil sie dich in eine Abhängigkeit von meinem Produkt versetzen. Weit entfernt, daß sie das *Mittel* wären, welches dir *Macht* über meine Produktion gäbe, sind vielmehr das *Mittel*, mir Macht über dich zu geben.

Wenn ich *mehr* produziere, als ich unmittelbar selbst von dem produzierten Gegenstand brauchen kann, so ist meine *Mehr*produktion auf dein Bedürfnis *berechnet*, raffiniert. Ich produziere nur dem *Schein* nach ein Mehr von diesem Gegenstand. Ich produziere der Wahrheit nach einen *andren* Gegenstand, den Gegenstand deiner Produktion, den ich gegen dies Mehr auszutauschen gedenke, ein Austausch, den ich in Gedanken schon vollzogen habe. Die *gesellschaftliche* Beziehung, in der ich zu dir stehe, meine Arbeit für dein Bedürfnis ist daher auch ein bloßer *Schein* und unsere wechselseitige Ergänzung ist ebenfall ein bloßer *Schein*, dem die wechselseitige Plünderung zur Grundlage dient. Die Absicht der Plünderung, des Betrugs liegt notwendig im Hinterhalt, denn da unser Austausch ein eigennütziger ist, von deiner wie meiner Seite, da jeder Eigennutz den fremden zu überbieten sucht, so suchen wir uns notwendig zu betrügen. Das Maß der Macht, welche ich meinem Gegenstand über deinen einräume, bedarf allerdings, um zu einer wirklichen Macht zu werden, deiner *Anerkennung*. Unsere wechselseitige Anerkennung über die wechselseitige Macht unserer Gegenstände ist aber ein Kampf, und im Kampf siegt, wer mehr Energie, Kraft, Einsicht oder Gewandtheit besitzt. Reicht die physische Kraft hin, so plündere ich dich direkt. Ist das Reich der physischen Kraft gebrochen, so suchen wir uns wechselseitig einen Schein vorzumachen und der Gewandteste übervorteilt den andern. Wer den andern übervorteilt, ist für das *Ganze* des Verhältnisses ein Zufall. Die *ideelle*, *gemeinte* Übervorteilung findet auf beiden Seiten statt, d. h. jeder der beiden hat in seinem eignen Urteil den andren übervorteilt.

Der Austausch vermittelt sich also von beiden Seiten notwendig durch den *Gegenstand* der wechselseitigen Produktion und des wechselseitigen Besitzes. Das ideelle Verhältnis zu den wechselseitigen Gegenständen unserer Produktion, ist allerdings unser wechselseitiges Bedürfnis. Aber das *reelle*, sich in *Wirklichkeit* setzende, das *wahre*, sich ausführende Verhältnis ist nur der wechselseitige *exklusive Besitz* der wechselseitigen Produktion. Was deinem Bedürfnis zu meiner Sache einen *Wert*, eine *Würde*, einen *Effekt* für mich gibt, ist allein dein *Gegenstand*, das *Äquivalent* meines Gegenstands. Unser wechselseitiges Produkt ist also das *Mittel*, die *Vermittelung*, das *Instrument*, die *anerkannte Macht* unsrer wechselseitigen Bedürfnisse auf einander. Deine *Nachfrage* und das *Äquivalent deines Besitzes* sind also *gleichbedeutende*, gleich gültige termini für mich und deine Nachfrage hat erst einen *Sinn*, weil eine Wirkung, wenn sie Sinn und Wirkung in Bezug auf mich hat. Als bloßer Mensch, ohne dies Instrument ist deine Nachfrage ein unbefriedigtes Streben deinerseits, ein nicht vorhandner Einfall für mich. Du als Mensch stehst also in keinem Verhältnis zu meinem Gegenstande, weil *ich selbst* kein menschliches Verhältnis zu ihm habe. Aber das *Mittel* ist die *wahre Macht* über einen Gegenstand und daher schauen wir wechselseitig unser Produkt als die *Macht* eines jeden über den andren und über sich selbst an, d. h. unser eignes Produkt hat sich auf die Hinterfüße gegen uns gestellt, es schien unser Eigentum, in Wahrheit aber sind wir sein Eigentum. Wir selbst sind von dem *wahren* Eigentum ausgeschlossen, weil unser *Eigentum* den andren Menschen ausschließt.

Die einzig verständliche Sprache, die wir zu einander reden, sind unsre Gegenstände in ihrer Beziehung auf einander. Eine menschliche Sprache verständen wir nicht und sie bliebe effektlos; sie würde von der einen Seite als Bitte, als Flehen [XXXIII] und darum als eine *Demütigung* gewußt, empfunden und daher mit Scham, mit dem Gefühl der Wegwerfung vorgebracht, von der andren Seite als *Unverschämtheit* oder *Wahnwitz* aufgenommen und zurückgewiesen werden. So sehr sind wir wechselseitig dem menschlichen Wesen entfremdet, daß die unmittelbare Sprache dieses Wesens uns als eine *Verletzung der menschlichen Würde*, dagegen die entfremdete Sprache der sachlichen Werte als die gerechtfertigte, selbstvertrauende und sichselbstanerkennende menschliche Würde erscheint.

Allerdings: In deinen Augen ist dein Produkt ein *Instrument*, ein *Mittel* zur Bemächtigung meines Produkts und daher zur Befriedigung deines Bedürfnisses. Aber in meinen Augen ist es der *Zweck* unsres Austauschs. Du giltst mir vielmehr als Mittel und Instrument zur Produktion dieses Gegenstandes, der ein Zweck für mich ist, wie du umgekehrt in diesem Verhältnis zu meinem Gegenstand giltst. Aber 1) jeder von uns *tut* wirklich das, als was der andre ihn anschaut. Du hast wirklich dich zum Mittel, zum Instrument, zum Produzenten *deines* eignen Gegenstandes gemacht, um dich des meinigen zu bemächtigen; 2) dein eigner Gegenstand ist dir nur die *sinnliche Hülle*, die *verborgne Gestalt* meines Gegenstandes; denn seine Produktion *bedeutet*, will *ausdrücken*: den *Erwerb* meines Gegenstandes. Also bist du in der Tat für dich selbst zum *Mittel*, zum *Instrument* deines Gegenstandes geworden, dessen *Knecht* deine Begierde ist, und du hast Knechtsdienste getan, damit der Gegenstand deiner Begierde nie wieder eine Gnade antue. Wenn diese wechselseitige Knechtschaft des Gegenstandes bei uns im Beginn der Entwicklung nun auch wirklich als das Verhältnis der *Herrschaft* und *Sklaverei* erscheint, so ist das nur der *rohe* und *offenherzige* Ausdruck unsres *wesentlichen* Verhältnisses.

Unser *wechselseitiger* Wert ist für uns der *Wert* unsrer wechselseitigen Gegenstände. Also ist der Mensch selbst uns wechselseitig *wertlos*.

Gesetzt, wir hätten als Menschen produziert: Jeder von uns hätte in seiner Produktion sich selbst und den andren *doppelt bejaht*. Ich hätte 1) in meiner *Produktion* meine *Individualität*, ihre *Eigentümlichkeit* vergegenständlicht und daher sowohl während der Tätigkeit eine individuelle *Lebensäußerung* genossen, als im Anschauen des Gegenstandes die individuelle Freude, meine Persönlichkeit als *gegenständliche*, *sinnlich anschaubare* und darum *über allen Zweifel erhabene* Macht zu wissen. 2) In deinem Genuß oder Deinem Gebrauch meines Produkts hätte ich *unmittelbar* den Genuß, sowohl des Bewußtseins, in meiner Arbeit ein *menschliches* Bedürfnis befriedigt, als das *menschliche* Wesen vergegenständlicht und daher dem Bedürfnis eines andren *menschlichen* Wesens seinen entsprechenden Gegenstand verschafft zu haben, 3) für dich der *Mittler* zwischen dir und der Gattung gewesen zu sein, also von dir selbst als eine Ergänzung deines eignen Wesens und als ein notwendiger Teil deiner selbst gewußt und empfunden zu werden, also sowohl in deinem Denken wie in deiner Liebe mich bestätigt zu wissen, 4) in meiner individuellen Lebensäußerung unmittelbar Deine Lebensäußerung geschaffen zu haben, also in meiner individuellen Tätigkeit unmittelbar mein wahres Wesen, mein *menschliches*, mein *Gemeinwesen bestätigt* und *verwirklicht* zu haben.

Unsere Produktionen wären ebensoviele Spiegel, woraus unser Wesen sich entgegen leuchtete.

Dies Verhältnis wie dabei wechselseitig von deiner Seite geschehe, was von meiner gesch[ieht].

Betrachten wir die verschiedenen Momente, wie sie in der Unterstellung erscheinen:

Meine Arbeit wäre *freie Lebensäußerung*, daher *Genuß des Lebens*. Unter der Voraussetzung des Privateigentums ist sie *Lebensentäußerung*, denn ich arbeite, *um zu leben*, um mir ein *Mittel* des Lebens zu verschaffen. Meine Arbeit *ist nicht* Leben.

Zweitens: In der Arbeit wäre daher die *Eigentümlichkeit* meiner Individualität, weil mein *individuelles* Leben bejaht. Die Arbeit wäre also *wahres, tätiges Eigentum*. Unter der Voraussetzung des Privateigentums ist meine Individualität bis zu dem Punkte entäußert, daß diese *Tätigkeit* mir *verhaßt*, eine *Qual* und vielmehr nur der *Schein* einer Tätigkeit, darum auch eine nur *erzwungene* Tätigkeit und nur durch eine *äußerliche* zufällige Not, *nicht* durch eine *innere notwendige* Not mir auferlegt ist.

Nur als das, was meine Arbeit ist, kann sie in meinem Gegenstand erscheinen. Sie kann nicht als das erscheinen, was sie dem Wesen nach *nicht* ist. Daher erscheint sie nur noch als der gegenständliche, sinnliche, angeschaute und darum über allen Zweifel erhabene Ausdruck meines *Selbstverlustes* und meiner *Ohnmacht*.

4) „Es ist klar, daß jeder Mensch zu der allgemeinen Masse [der Produkte], welche die Zufuhr konstituieren, die Totalität dessen, was er produziert hat und was er nicht verzehren will hinzuträgt. Unter welcher Form nun auch ein Teil des jährlichen Produkts in die Hände eines Menschen gefallen sei, wenn er sich vornimmt, nichts selbst zu verzehren, so will er sich dessen allen entledigen und dies Ganze kömmt daher dazu, die Zufuhr zu vermehren. Wenn er einen Teil davon verzehrt, will er sich des ganzen Restes entledigen und der ganze Rest wird zur Zufuhr geschlagen.“ p. 253. „Weil also die Nachfrage jedes Menschen = der Portion des jährlichen Produkts ist, oder anders ausgedrückt, = der Portion vom Reichtum, dessen er sich entledigen will, und weil die Zufuhr jedes Menschen exakt dieselbe Sache ist, so sind offre und demande eines Individuums notwendig gleich. Offre und demande haben untereinander eine partikuläre Beziehung. Jede dargebotene, zugeführte, ausgebotene Ware ist immer zu gleicher Zeit das *Objekt* einer Nachfrage und eine Ware, welche das Objekt einer Nachfrage ist, macht immer zu derselben Zeit einen Teil der allgemeinen Masse der Produkte aus, welche das Offre, die Zufuhr konstituieren. Jede Ware ist immer *zugleich* Gegenstand der Nachfrage und der Zufuhr. Wenn zwei Menschen einen Austausch machen, so kommt der eine nicht, um nur eine Zufuhr, und der andere nicht, um nur eine Nachfrage zu tun; ... *das Objekt*, der *Gegenstand* seiner *Zufuhr* (offre) muß ihm das seiner Nachfrage (demande) verschaffen, und folglich sind seine demande und offre, seine Nachfrage und Zufuhr vollständig gleich. Sind aber offre und demande eines jeden Individuums immer gleich, so ist es auch die aller Individuen einer Nation in Masse genommen. Wie hoch daher der montant des jährlichen Produkts sei, er kann niemals die Höhe der jährlichen Nachfrage überschreiten. Die Totalität des jährlichen Produkts ist geteilt in eine Anzahl von Portionen = der Anzahl der Individuen, worunter das Produkt verteilt ist. Die Totalität der Nachfrage = der Summe dessen, was auf alle Teile die Besitzer nicht für ihre eigene Konsumtion behalten; aber die Totalität der Teile ist = dem ganzen jährlichen Produkt.“ p. 253—255. „Man wirft dagegen ein, Lebensmittel und Waren fänden sich oft in zu großem Überfluß verhältnismäßig zur Nachfrage vor. Wir bestreiten das Faktum nicht. Es bestreitet unsere Behauptung nicht.“ p. 255.

„Obgleich die Nachfrage = der Zufuhr (offre) jedes Individuums, das auf den Markt kömmt, um einen Austausch zu machen, kann es dennoch begegnen, daß er hier nicht die species von Käufer findet, die er sucht: es kann niemand da sein, der das Objekt begehrt, das er austauschen will. Dennoch streng genommen demande = offre, denn er *begehrte* eine Sache im Austausch der von ihm zugeführten zu haben. Denn das *Geld* selbst ist eine Ware, und niemand will Geld, als um es in produktiver oder unproduktiver Konsumtion zu depensieren.“ p. 256. „Da Nachfrage und Zufuhr von Seiten eines jeden Individuums unter sich gleich sind, so muß, wenn sich auf dem Markte eine Ware oder Lebensmittel *über* der Nachfrage, eine andere sich *unter* derselben befinden.“ l. c. „Die individuellen offres und demandes gleichsetzt, sind die allgemeinen offres und demandes immer gleich ... In diesem Fall Überfluß von keiner Sache, so hoch auch das jährliche Produkt sei. Gesetzt nun, diese exakte Korrespondenz eines Teils der Nachfrage zu einem Teil der Zufuhr sei gestört; z. B. die Nachfrage nach Getreide bleibe dieselbe, dagegen sei die Zufuhr von Tuch bedeutend vermehrt: dann Ueberfluß von Tuch, weil die Nachfrage nach Tuch sich nicht vermehrt hätte, aber notwendig muß ein verhältnismäßiges Defizit von anderen Sachen vorhanden sein; denn die additionelle Quantität von Tuch, die man gemacht hat, konnte nur durch ein einziges Mittel gemacht werden, dadurch daß man ein Kapital der Produktion einiger anderer Sachen entzog und durch die Verminderung der produktiven Quantität. Findet sich aber die Quantität eines Artikels vermindert, wenn die *Nachfrage* für eine größere Quantität existiert, so ist ein Defizit dieses Artikels vorhanden. In einem und demselben Land können daher niemals einer oder mehrere Artikel in einer die Nachfrage überbietenden Weise vorhanden sein, ohne daß eine oder mehrere Waren in einer minderen Quantität als die der Nachfrage vorhanden sind.“ p. 256—258.

„Die praktischen Folgen eines Mangels an Korrespondenz zwischen den Teilen der Nachfrage und Zufuhr sind bekannt. Der überflüssige zugeführte Artikel fällt im Preis, der, wovon ein Defizit vorhanden ist, steigt ... Das Fallen des ersten Artikels entwendet bald, durch die Verminderung der Gewinne, einen Teil des Kapitals von dieser Produktionsart. Das Steigen des selten gewordenen Artikels zieht einen Teil des Kapitals auf diesen Produktionszweig; diese Bewegung findet statt, bis die Gewinne egalisiert sind, d. h. bis Nachfrage und Zufuhr sich decken.“ p. 258. „Das Stärkste, was man zu Gunsten der Behauptung, daß das jährliche Produkt sich schneller als die Konsumtion vermehren kann, anführen könnte, wäre der Fall, wo jeder nur Gegenstände erster Notwendigkeit konsumierte und so der ganze Rest des jährlichen Produkts erspart werden könnte; dies ein unmöglicher Fall, weil er unverträglich ist, unvereinbar mit den Prinzipien der menschlichen Natur. Wir untersuchen nichtsdestoweniger seine Konsequenzen, um zu bestätigen l’égalité qui existe entre le produit et la demande.“ p. 258, 259.

„In diesem Fall würde der Teil des jährlichen Produkts, der jedem Individuum zugefallen ist, — das ausgenommen, was er an Gegenständen *erster* Notwendigkeit verzehren kann — zur Produktion angewandt worden. Das ganze nationale Kapital würde darauf verwendet werden, Rohstoff und eine kleine Quantität gewöhnlicher (communes) Waren zu produzieren, weil dies die einzig verlangten Artikel sein würden. Da der Teil jedes Individuums, seine Konsumtion abgerechnet, auf die Produktion verwandt würde, würde er *angewandt* in Objekten, dienend zur Produktion von Rohstoffen und einiger gewöhnlichen Waren; aber diese Gegenstände sind eben selbst Rohstoffe und gewöhnliche Waren; die Nachfrage eines jeden Individuums bestände daher ganz in diesen Artikeln; aber die Totalität der Zufuhr würde in denselben Artikeln bestehen; und es ist bewiesen worden, daß Totalnachfrage = Totalzufuhr, weil der Überschuß des jährlichen Produkts über die Konsumtion der Teilhaber Gegenstand der Nachfrage geworden ist und weil die Totalität der Produkte Gegenstand der Zufuhr geworden ist. Die Produktion kann also nie zu reißend im Verhältnis zur Nachfrage steigen. Die Produktion ist die Ursache und die *einzige Ursache* der Nachfrage. Sie schafft keine Zufuhr, ohne eine Nachfrage zu schaffen, zu derselben Zeit und beide gleich.“ p. 259, 260.

4) „Alle Konsumtion geht von den Individuen oder dem Gouvernement aus ... Und was das Gouvernement konsumiert, au lieu *d’être consommé, comme capital et remplacé par un produit* ist konsumiert und produziert nichts. Aber diese Konsumtion ist die Ursache des Schutzes, worunter alle Produktion stattfand. Wären aber nicht andre Sachen auf eine der Konsumtionsweise der Gouvernements differente Art konsumiert, so gäbe es kein Produkt.“

(So gäbe es also, dürfte Mill weiter sagen, keine Gouvernements.) p. 261, 262.

„Der Staatsrevenu muß sich aus den Mieten oder Grundrenten ziehen, aus dem Gewinn des Kapitals oder den Arbeitssalären.“ p. 262. „In welcher Proportion und welcher Weise muß es sie von jeder (nach Skarbek ist der Zins 1) Geldzins, 2) Grundrente, 3) Mietzins, von besonderer Form die Grundrente) der drei ziehen? Das ist die einzig hier interessante Frage.“ p. 262. Die Weise ist *direkt* oder *undirekt*. Die erstere untersuchen wir zuerst. p. 262, 263.

5) „Bestreitet man die Staatsausgaben aus der Grundrente, so affiziert das die Industrie des Landes nicht. Die Landkultur hängt vom *Kapitalisten* ab, der sich dieser Beschäftigung liefert, wenn sie ihm die gewöhnlichen Gewinne für sein Kapital abwirft. Ihm ist es gleichgültig, den Surplus unter der Form der Grundrente dem Eigentümer oder unter der Form der Steuer einem collecteur der Regierung zu zahlen.“ p. 264. „Früher bestritt der souverain seine größten gewöhnlichen Kosten aus den ihm gehörigen Grunddomänen, die Kriegskosten durch seine Barone, denen das Grundeigentum nur unter dieser ausdrücklichen Bedingung gegeben war. Zu dieser Zeit wurde also die Totalität der Regierungskosten, mit leichten Ausnahmen, durch die Grundrente bestritten.“ p. 265. Die Bestreitung der Staatskosten aus der Grundrente hat daher einen großen Nutzen. „Die Besitzer von Kapitalien würden davon Gewinn ziehen, die Arbeiter ihre Saläre ohne irgend einen Abzug erhalten, jedes Individuum sein Kapital auf die vorteilhafteste Weise anwenden, ohne gezwungen zu sein, in Folge der schädlichen Wirkung einer Steuer, es von einer für die Nation sehr produktiven Richtung, es auf eine minder produktive werfen zu müssen.“ p. 266.

Es versteht sich, daß Mill wie Ricardo dagegen protestiert, irgend einem Gouvernement den Gedanken einflößen zu wollen, die Grundrente zur einzigen Quelle der Steuern zu machen, da sie parteiisch ungerechte Belastung einer besondern Klasse von Individuen. *Aber* — und dies ist ein gewichtiges heimtückisches Aber — aber die Steuer auf die Grundrente ist die einzige, vom nationalökonomischen Standpunkt aus nicht *schädliche*, also die einzig *nationalökonomisch gerechte Steuer*. Ja, das einzige Bedenken, was die Nationalökonomie aufstellt, ist mehr anlockend als abschreckend, nämlich: „daß in einem selbst nur gewöhnlich bevölkerten und ausgedehnten Lande, die Höhe der Grundrente das Bedürfnis der Regierung übersteigen würde.“ —

„Die Grundrente, wie sie jetzt existiert, *kauft* und *verkauft* man, die Hoffnungen der schachernden Individuen sind auf sie basiert: sie muß also von jeder partikulären Taxe ausgenommen sein ... oder wenigstens muß ihr eine schwache Perspektive auf Verbesserung bleiben. Weiter können die Spekulationen eines Menschen nicht gehen. Unterstellen wir nun, es sei in der Gewalt der Legislatur, durch einen von ihr ausfließenden Akt, und alle übrigen Sachen sonst in derselben Situation verharrend unterstellt, das produit net der Ländereien zu verdoppeln, so gibt es keinen rechtlichen Grund, warum die Legislatur davon nicht profitieren sollte, und es gäbe sehr viele Gründe für sie, von dieser Macht zu profitieren, aus diesem neuen fonds die Staatskosten zu bestreiten, die Bürger von jeder anderen Last für diesen Gegenstand auszunehmen. Eine solche Maßregel würde dem Grundrentner keine Unbill zufügen. Seine Rente, wie er sie genossen hat und großenteils selbst so, wie er hoffen konnte, sie in Folge irgend einer Verbesserung zu genießen, wäre dieselbe geblieben und der Nutzen der Uebrigen wäre sehr groß.“ p. 268, 269.

„Die Legislatur besorgt wirklich die unterstellte Macht. Durch alle Maßregeln, wodurch sie die Bevölkerung und folglich die Nachfrage nach Lebensmitteln vermehrt, vermehrt sie so positiv die Reinprodukte der Ländereien, wie es durch ein Mirakel geschehen könnte. Daß sie in der Wirklichkeit stufenweise täte, was sie in der Imagination durch eine unvermittelte Operation tun würde, verändert die Sachlage nicht. p. 269, 270. „Im Maß des Wachstums der Bevölkerung und der mehr oder minder produktiven Anwendung des Kapitals auf die Erde geht ein immer größerer Teil des produit net der Ländereien eines Landes ein in die Konstitution der Grundrente, während die Kapitalgewinne verhältnismäßig abnehmen. Cette augmentation continuelle de la rente foncière, provenant des circonstances qui sont le fait de la communauté, et non le fait particulier des propriétaires, semble former einen nicht weniger geeigneten fonds, ihn auf eine spezielle Art zu den Landesbedürfnissen zu verwenden, als der Revenu der Erde in einem Lande, wo niemals Privateigentum gewesen wäre. Und der Grundrentner, der seine alte Einnahme behält, hat kein Recht zur Klage, wenn eine neue Quelle des Einkommens, die ihm nichts kostet, zum Staatsdienst appropriiert wird.“ p. 270, 271.

6) Eine direkte Taxe auf die *Kapitalgewinne* fiele nur auf die Kapitalisten, könnte keinem anderen Teil der Gesellschaft zugeschoben werden. „Übrigens würde der Wert aller Dinge derselbe bleiben.“ p. 272, 273.
