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Title: „Fädrelandet“ über den Waffenstillstand (1848)
Description: Die Neue Rheinische Zeitung stellt den Behauptungen, mit denen die Frankfurter Nationalversammlung zur Annahme des Malmöer Waffenstillstands bewogen wurde, das dänische Ministerialblatt Fädrelandet gegenüber: jede Modifikation sei von dänischer Seite unmöglich.
Author: Friedrich Engels
Date: 1848-09-22
URL: https://marxismo.school/archivo/marx-engels/originales/1848%20%E2%80%9EF%C3%A4drelandet%E2%80%9C%20%C3%BCber%20den%20Waffenstillstand
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*Ohne Unterschrift erschienen in der* Neuen Rheinischen Zeitung*, Nr. 109, 22. September 1848 (Köln), S. 1; von der MEGA² (I/7) Friedrich Engels zugeschrieben. Text nach dem Originaldruck der Zeitung (Digitale Sammlungen der USB Köln). [Traducción al español](https://marxismo.school/archivo/marx-engels/1848%20El%20F%C3%A6drelandet%20sobre%20el%20armisticio%20%2822%20de%20septiembre%20de%201848%29)*

\*\* *Köln*, 21. Septbr. Die s. g. Nationalversammlung in Frankfurt hat bekanntlich den Waffenstillstand angenommen auf Preußens Versicherung hin, daß die dänische Regierung *offiziell mitgetheilt* habe, sie sei bereit, auf *Modifikationen* einzugehen.

Es ist aber bekannt, welche Intriguen bei der Abstimmung über die Vorfrage stattfanden. Die Intriguen in der Hauptfrage haben *außerhalb* der Versammlung stattgefunden.

Man höre, was Fädrelandet vom 16. September sagt:

Nachdem es die Nachtheile des wirklich abgeschlossenen Waffenstillstands gegen den ersten Entwurf auseinandergesetzt hat, kommt es auf die Vortheile für Dänemark. England und Rußland würden bei Wiederausbruch des Kriegs einschreiten; die deutsche Einheit, nothdürftig zusammengehalten durch den dänischen Krieg, würde sofort auseinanderfallen; die jütische Bevölkerung könne als Landwehr eingeübt, das Heer verdoppelt werden: „und 60,000 Mann auf der schmalen Halbinsel, von der Flotte unterstützt, sind ein Dannevirke, das das große einige Deutschland sich sehr besinnen wird zu stürmen.“

„Aber der Waffenstillstand mag sein wie er will, es ist gewiß, daß, nachdem er einmal abgeschlossen, ratifizirt und garantirt ist, so würde es unverantwortlich sein, wenn wir selbst unterließen, seine Bedingungen zu erfüllen oder duldeten, daß er von unsern Feinden übertreten würde. Das wird unsere Regierung ganz und gar nicht thun, darauf kann und muß man sich verlassen, und daher darf man sich nicht beunruhigen lassen durch alle die Gerüchte über *Veränderungen in den einmal angenommenen Bedingungen*, welche die schleswig-holsteinischen Organe zu Markte tragen. Wir wissen es sehr wohl, daß preußische Generale und Beamte und die Deutschen überhaupt, mit einzelnen ehrenvollen Ausnahmen, es mit Verpflichtungen und Gelübden, mit Treue und Glauben nicht so genau nehmen; wohl glauben wir gerne, daß es wahr ist, daß General Wrangel die Unverschämtheit gehabt hat, dem dänischen Kommissar Hrn. Reedtz Vorschläge zu machen zum Bruch der Bedingungen, um diese seinen schleswig-holsteinischen Freunden annehmlicher zu machen; wohl glauben wir gerne, daß sowohl die Frankfurter Versammlung wie das preußische Ministerium es für ganz in der Ordnung halten, uns willkürliche Veränderungen in dem, das einmal angenommen und unter allen gültigen Formen besiegelt worden ist, aufzudringen. Aber wir glauben auch, daß es das Schädlichste sein würde was unsre Regierung thun könnte, die Veränderung auch nur eines Titelchens in dem Traktat zuzulassen, denn dann würde die „deutsche Ehrlichkeit“ sich nicht geniren, ihn in Einem nn Allem unter die Füße zu treten. Kann Karl Moltke keine Mitregenten finden, so ist es ja bestimmt, wie diese ernannt werden sollen, so kann ja die dänische Regierung zwei wählen deren Einwilligung im Voraus sicher ist, und es bleibt dann die *Sache Preußens, wie es seine zwei finden will.* Wollen die Schleswig-Holsteiner nicht gehorchen, so ist es *Preußen's* Sache, sie dazu zu *zwingen*. Und fehlt am letzten anberaumten Termin, d. h. morgen den 17. Sept., etwas Wesentliches an der Ausführung des Traktats, nachdem von unsrer Seite alle Verpflichtungen gewissenhaft erfüllt sind, so ist es Sache *der dänischen Regierung*, eine äußerste Frist zu stellen, und verläuft auch diese vergebens, so ist es *ihr Recht und ihre Pflicht, das dänische Heer nach Schleswig rücken und es besetzen zu lassen.* Wir werden dann sehen, was Europa sagen wird, und was Garantien und Verpflichtungen zu bedeuten haben. Wir brauchen uns wahrlich nicht vor den Folgen zu fürchten; in allen Fällen können wir sie eher tragen als uns entwürdigen in unseren eigenen und der ganzen Welt Augen, als uns wie den sclavischen Knecht (Trael) des deutschen Hochmuths und der deutschen Unredlichkeit behandeln lassen.

Es freut uns, daß wir im Augenblick, wo wir die Feder niederlegen, die *positive* Versicherung geben können: *daß jede Modifikation* in der einmal abgeschlossenen Waffenstillstands-Convention *von Seiten der dänischen Regierung unmöglich ist.*“

Soweit das halboffizielle Organ des dänischen Kabinets.

Und nun? Wer ist nun der Betrüger, wer der Betrogene, wer der *betrogene Betrüger*?
