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Title: Schleswig-Holstein. 18. April 1849 (1849)
Description: Meldung der Neuen Rheinischen Zeitung vom schleswig-holsteinischen Krieg: die Erstürmung der Düppler Schanzen, mit den Berichten der Börsenhalle und des Altonaer Merkur, und der aufgeschobene Einmarsch in Jütland.
Author: Friedrich Engels
Date: 1849-04-18
URL: https://marxismo.school/archivo/marx-engels/originales/1849%20Schleswig-Holstein.%2018.%20April%201849
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*Ohne Unterschrift erschienen in der* Neue Rheinische Zeitung *Nr. 275 vom 18. April 1849 (Köln), S. 2; nach der MEGA² (I/9) von Friedrich Engels. Text nach dem Original der Zeitung (Digitalisat der USB Köln). [Traducción al español](https://marxismo.school/archivo/marx-engels/1849%20Schleswig-Holstein.%2018%20de%20abril%20de%201849)*

\* *Aus Schleswig-Holstein*, 13. April. Die Düppler Schanzen sind nach hartem Kampfe heute Morgen von den Sachsen und Baiern erstürmt worden. Die Dänen haben sich einer kleinen Flottille, aus vielen kleinen den Bewohnern der Inseln Sylt, Föhr ꝛc. gehörigen Fahrzeuge bemächtigt, mit denen sie sich in Gewässer wagen, wohin sie mit ihren Kriegsfahrzeugen nicht gelangen könnten. Gestern haben sie sich mit gedachter Flottille vor Husum gezeigt und waren zu Südwestkörn ans Land gestiegen. Etwas weniger Nachlässigkeit, und diese Masse kleiner Fahrzeuge wäre den Dänen nicht in die Hände gerathen. Wie es heißt, bringt heute die 1. schleswig-holsteinsche Brigade nach Jütland vor; man glaubt, daß sie morgen dort wirklich einrücken werde.

Ein Extrablatt der „Börsenhalle“ bemerkt, daß die Nachricht von Erstürmung der Schanzen bei Düppel durch die „Reichs“-Truppen offiziell ist, daß aber noch keine Einzelheiten über den Kampf vorliegen. Wir geben hier folgenden Bericht aus *Gravenstein* vom 13. April:

„Mittags. Gestern Abend 8 Uhr rückten die hier liegenden Baiern in aller Stille nach Nübel vor; diesen Morgen mit Tagesanbruch wurden die Düppeler Höhen mit den darauf belegenen Schanzen (welche nicht mit der hart am Alsener Sunde lieg'nden Hauptschanze zu verwechseln) von den Unsrigen genommen. Nachdem entspann sich ein heftiges Artilleriefeuer, jedoch avancirten die Deutschen bis vor die Düppeler Mühle, welche 8½ Uhr Morgens von den Dänen in Brand geschossen wurde und gegen 10 Uhr niedergebrannt war. Es folgte heftiges Gewehrfeuer, worüber ich noch nichts berichten kann. — Bis jetzt sind hier 30 bis 40 Verwundete angekommen. Die meisten Verwundeten sind Baiern.

*Nachmittags 5 Uhr.* Die Dänen griffen kurz vor Mittag mit frischen Truppen wieder an, wurden aber durch die tapfern Hannoveraner neuerdings geworfen, und die Deutschen sind Herren der Düppeler Höhe. Man hört noch immer Kanonendonner. Es heißt, daß Dänen gefangen sind; hinsichtlich der Zahl variiren die Gerüchte, und ich gebe daher keine an. Ein Baier erzählt mir eben, Sonderburg brenne; ich glaube es nicht, wenn gleich in jener Gegend ein starker Rauch aufsteigt. Mehrere Bauerhäuser in Sundewitt sind in Brand gerathen.“

Dem „Altonaer Merkur“ wird aus *Flensburg* vom 13. April geschrieben:

„Der heutige Tag ist ein sehr blutiger gewesen. Die deutschen Truppen haben die Düppeler Schanzen gestürmt und sind bis an den Alsener Sund vorgedrungen; die Dänen haben sich nicht behaupten können und sind in eiliger Flucht nach Alsen hinübergegangen. Gestern Abend um 7 Uhr sind die Deutschen von Gravenstein ausgerückt und haben heute früh um 5 Uhr den Angriff auf die dänischen Schanzen begonnen. Die baierischen Truppen haben den Kampf eröffnet, die Preußen (Sachsen) haben sie später bei eingetretener Ermüdung abgelöst. Lange haben sich noch die Dänen in der Düppeler Mühle gehalten, bis die Baiern diese in Brand gesteckt; man hat die Flammen derselben hier aus der Nähe sehen können. Der Kampf muß sehr erbittert gewesen sein und hat auf beiden Seiten viel Blut gekostet, wenn auch die ungefähre Schätzung von 1000 Opfern im Ganzen übertrieben sein mag. In den ersten Frühstunden des Tages haben die Baiern 50 bis 60 Todte und bedeutend viele Verwundete gehabt; leider soll auch Aldosser verwundet sein. Die Todten hat man nach Aussage der Baiern, die hierher die Verwundeten brachten, in ein benachbartes Kirchdorf (vermuthlich Rinkenis) gebracht. So eben sind hier bereits 30 Verwundete, zum Theil mit sehr schweren Kopf- und Brustwunden, angelangt; diese Nacht werden gewiß noch viel mehr kommen. Zwei Kompagnieen Dänen sind, da sie nicht so schnell mit den Uebrigen über die Brücke hinüberkommen konnten, ins Wasser gesprengt worden und ertrunken. Ihr Verlust ist überhaupt in jeder Beziehung viel größer gewesen. Diese Nachrichten stammen natürlich vom Vormittag; die Baiern, die ich sprach, hatten zwischen 7 und 9 Uhr den Schauplatz des Kampfes mit ihren verwundeten Brüdern verlassen.“

Das nämliche Blatt theilt noch folgende mit dem letzten Eisenbahnzuge am 14. April Abends in Altona eingetroffene, übrigens nicht verbürgte, Nachrichten mit:

„Am 13., Morgens 5 Uhr, hat der Angriff der Baiern und Sachsen auf die Düppeler Schanzen begonnen. Die Düppeler Schanzen sind genommen, wenn auch theuer erkauft; es sollen 1000 Mann (?) Baiern und Sachsen gefallen sein; der Brückenkopf ist im Besitz der deutschen Truppen; die Brücke zwischen Alsen und Sundewitt ist von den Dänen selbst zerstört, bei welcher Gelegenheit 2 bis 3 Bataillone Dänen in's Wasser gedrängt sein sollen. Sonderburg soll brennen. Im Ganzen sollen 9 Batterien Antheil am Kampfe genommen haben, darunter einige schleswig-holsteinische. Es kamen mit dem Zuge 109 Kranke und leicht Verwundete aus den Lazarethen zu Schleswig an, die daselbst den angekommenen Verwundeten haben Platz machen müssen.“

Der „Börsenhalle“ wird aus *Hadersleben* unterm 14. April gemeldet:

„*Der heute bestimmt von unseren Truppen erwartete Einmarsch in Jütland ist, zum großen Mißvergnügen derselben, unterblieben;* auch General Bonin hat noch nicht, wie er anfänglich beabsichtigte sein Hauptquartier weiter nordwärts verlegt.“
