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Title: Ungarn. 11. Mai 1849 (1849)
Description: Die Rubrik Ungarn: Berichte aus Ofen und Wien über die magyarischen Rüstungen und die Phantasien der Schwarzgelben über die russische Invasion.
Author: Friedrich Engels
Date: 1849-05-11
URL: https://marxismo.school/archivo/marx-engels/originales/1849%20Ungarn.%2011.%20Mai%201849
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*Ohne Unterschrift erschienen in der* Neuen Rheinischen Zeitung*, Nr. 295, 11. Mai 1849 (Köln), S. 3, Rubrik „Ungarn“; von der MEGA² (I/9) Friedrich Engels zugeschrieben. Text nach dem Originaldruck der Zeitung (Digitale Sammlungen der USB Köln). [Traducción al español](https://marxismo.school/archivo/marx-engels/1849%20Hungr%C3%ADa.%2011%20de%20mayo%20de%201849)*

\* Die A. A. Z. schreibt aus *Ofen*, vom 30. April. In Pesth ist man freudetrunken, und kein Mensch scheint zu glauben, daß Oestreich je wieder im Stande sein werde in Ungarn seine Herrschaft geltend zu machen. Die Magyaren *machen die furchtbarsten Rüstungen*. Wenn Rußland nicht bei Zeiten mit imposanter Macht einschreitet, wird es Oestreich unendlich viel Kampf, Zeit und Menschen kosten das Verlorne wiederzugewinnen (!). Das Kossuth'sche Geld zieht viele Ueberläufer an. So ist die *seit einer Woche ausgeschriebene deutsche Legion* bereits auf etwa 600 angewachsen, meist Ausreißer der verschiedenen östreichischen Truppenkörper aus allen Nationen. Man *organisirt weitere 100 000 Mann (keine Uebertreibung,) denen binne. sechs Wochen abermals 100,000 Mann folgen sollenn* Großwardein ist der Hauptwaffenplatz, dort wird mit der ungeheuersten Thätigkeit gearbeitet. —

Dasselbe Blatt schreibt aus Wien, vom 3. März, daß die Eisenbahn für den 6. 7. und 8. Mai zum Transport von 30,000 Russen engagirt sei. Was an all diesen Gerüchten ist, läßt sich nicht sagen. Die N. Oder Z. schreibt jedoch auch, daß in Krakau am 6. endlich 3500 Mann Russen eingerückt seien. Derselbe wiener Korrespondent gibt eine Aufstellung der verschiedenen Streitkräfte, wonach die ungar. Armee 130,000 M. Inf. 24,000 M. Cavallerie und 250 bespannte Geschütze allermindestens zählt. Daß diese Angabe in allen Theilen, besonders aber für die *Kavallerie*, übertrieben ist, unterliegt keinem Zweifel.

Die östr. Armee Weldens soll 60,000 M. betragen (wovon nur 40,000 von Windischgrätz übernommen und 20,000 M. Verstärkungen); 20,000 M. in Galizien unter Vogel, Benedek u. Barko, 14,000 unter Jlachich, wozu noch 16,000 M. meist serbischer Landsturm unter Todorovich kommen würden.

Dann droht er mit einer Invasion von 170,000 Russen, wovon 20,000 durch die Bukovina, bei Bistritz, 20,000 durch den Tömöschen Paß, bei Kronstadt, und 20,000 durch den Rothenthurmpaß, bei Hermannstadt nach Siebenbürgen einfallen oder gar schon eingefallen sein sollen; fernere 40,000 M. sollen über Brody und Stry nach Munkacs in der Marmarosch, 40,000 M. über Lemberg und Dukla nach Eperies einrücken, und dazu die 30,000 Mann nach Wien, macht 170,000 Mann. Außer diesen sollen noch 200,000 M. Russisch Polen, Volhynien und Podolien besetzt halten. Man sieht, welche unbegränzte Phantasie das Standrecht bei den Schwarzgelben erzeugt!

Der Jablunkapaß ist nun wirklich von den Magyaren genommen; zwei östr. Regimenter sollen dabei aufgerieben worden sein.
