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Title: Kossuth, Mazzini und Louis-Napoleon (1852)
Description: Brief von Marx an die „New-York Tribune“ zu den Protesten gegen seine Enthüllungen über Kossuth und Mazzini.
Author: Karl Marx
Date: 1852-11-16
URL: https://marxismo.school/archivo/marx-engels/originales/1852%20Kossuth%2C%20Mazzini%20und%20Louis-Napoleon
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*Englisch geschrieben in London am 16. November 1852; gedruckt in der „New-York Daily Tribune“ Nr. 3627 vom 1. Dezember 1852. Der englische Text ist in keiner freien Quelle zugänglich; hier der deutsche Text nach Karl Marx/Friedrich Engels, Werke, Bd. 8, Berlin 1960, S. 392-393 (aus dem Englischen), ohne den Apparat der Herausgeber. [Traducción al español](https://marxismo.school/archivo/marx-engels/1852%20Kossuth%2C%20Mazzini%20y%20Luis%20Napole%C3%B3n).*

*An den Redakteur der "New-York Tribune"*

Sir,

mein Brief vom 28. September dieses Jahres, der Enthüllungen über die Tätigkeit von Kossuth und Mazzini enthielt, hat, wie ich sehe, beträchtliche Proteste hervorgerufen und der demokratischen Presse Gelegenheit gegeben zu einer Unmenge von überflüssigem Deklamieren, Schimpfen und Poltern.

Ich habe festgestellt, daß Kossuth sich an diesem Geschrei in keiner Weise beteiligt hat. Hätte er selbst den Mut gehabt, meine Behauptungen zu dementieren, so hätte ich die Frage wieder aufgegriffen und hätte unwiderlegbare Beweise für die angeführten Tatsachen erbracht.

Mein Brief war jedoch nicht als Angriff auf Kossuth gedacht, sondern sollte vielmehr eine *Warnung* sein. In der Politik darf man sich, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, mit dem Teufel selbst verbünden - nur muß man die Gewißheit haben, daß man den Teufel betrügt, und nicht umgekehrt.

Was nun den Herrn betrifft, der sich die Aufgabe gestellt, mich *autoritativ* zu widerlegen, so erlaube er mir, ihn an ein altes Sprichwort zu erinnern: *Americus incommodus ab inimico non differt*.

Den Herren von der demokratischen Presse und insbesondere von der deutschen demokratischen Presse, die wie üblich am lautesten geschrien haben, denen sage ich, daß sie alle bigotte Krypto-Royalisten sind. Diese Herren können ohne Könige, Götter und Päpste nicht auskommen. Kaum befreit vom Gängelband ihrer alten Herrscher, fabrizieren sie sich selber neue und regen sich auf über jene "Ungläubigen und Rebellen", die sich unangenehm bemerkbar machen, indem sie lästige Wahrheiten veröffentlichen und kompromittierende Tatsachen enthüllen und sich so der Gotteslästerung und Majestätsbeleidigung an den neuerdings heilig gesprochenen demokratischen Göttern und Königen schuldig machen.

*Ihr Privatkorrespondent*

London, 16. November 1852
