Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester, [London], 12. April 1860. Text nach MEGA¹ III/2, Berlin 1930, Nr. 658, S. 479, ohne den Apparat der Herausgeber. Traducción al español.
- April 1860.
Lieber Engels,
Best thanks für den Hundertpfünder. Der war eine famose Überraschung this morning. Großer Jubel im ganzen Haus.
Du wirst gesehn oder auch nicht gesehn haben, daß die Köln[ische] Zeit[ung] (Schlesinger-London) die Frechheit hatte, von der Schwefelbande und ihrer Russenriecherei zu sprechen. Well! Vermittelst meines bankrotten Freundes Speck bin ich nun der ganzen Londoner Schwefelbande ernstlich auf der Spur.
D’abord wirst Du aus den Zeitungen gesehn haben, daß Palmerston den Witz sich gemacht hat, Herrn Reuter (den Triester Telegraphenjuden) der Königin vorzustellen. Des nicht orthographisch schreiben könnenden Jud Reuters Faktotum ist — Siegmund Engländer, der aus Paris ausgewiesen wurde, weil er, obgleich bezahlter französischer Spion (600 fcs. per Monat), sich als „geheimer“ russischer Spion auswies. Dieser Reuter, Engländer, Hörfel und Schlesinger hatten in Paris zusammen (ihr Ehrenmitglied war ein Esterhazy, ein man about town und Vetter des östreichischen Gesandten Esterhazy) eine bonapartistische lithographische Korrespondenz, entzweiten sich etc. Herr Bernhard Wolff, der Hauptproprietär der Berliner Nationalzeitung und Inhaber des Berliner Telegrammbureaus, ist ein Herz und ein Beutel (Kompanie) mit dem unter Reuters Namen jetzt die europäische Weltgeschichte redigierenden S. Engländer. Notabene. Rußland hat sich jetzt dem „Deutsch-östreichischen Telegraphenverband“ angeschlossen und seinen Reuter „pour encourager les autres“ durch Pam der Queen vorstellen lassen. Des Schlesingers ganzer Lebenslauf wird mir detailliert gegeben werden, ebenso der des Reuter.
Salut.
Dein K. M.
Dank an Siebel für die Notizen, die er mir heut geschickt. Ebenso seine „Religion und Liebe“. Meine Frau findet letztres sehr gut.