Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester, [London], 25. November [1864]. Text nach MEGA¹ III/3, Berlin 1930, Nr. 884, S. 208–209, ohne den Apparat der Herausgeber. Traducción al español.

  1. November.

Dear Frederick,

Einliegend zurück W[eydemeyer]s Brief (wie sonderbar, daß er mit dem der Gräfin zusammenfällt!) und Schweitzers Brief, den ich vergessen hatte, gestern einzulegen.

Den „Ausschnitt“ muß ich noch halten.

Die Sache steht nun so:

  1. hat der Blind, wie mir nach meinem Schreiben an Dich erst zu Gesicht kam, durch den Dr. Bronner (natürlich anonym, aber mit Datum Bradford; Brief natürlich geschrieben von Blind selbst) eine Antwort in den „Schwäbischen Beobachter“ geschickt, worin er erstens nachweist, daß Blind die amerikanische Politik durch seinen Einfluß auf „sieben“ Millionen Deutschen in der Tat gemacht hat; zweitens die Frechheit hat zu sagen, daß die Vogtaffäre durch allseitige Erklärungen beseitigt ist. Ich habe also hier Anlaß zu antworten und auf die „Affidavits“ zu verweisen, und gleichzeitig würde ein Auszug aus W[eydemeyer]s Brief zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, erstens den B[lind]schen Einfluß auf Amerika enthüllen und zweitens für die alte Gräfin eine Art Satisfaktion wegen Lassalle sein.

  2. Der „Republikanische Protest“, den Blind vom selben Datum nach St. Louis und nach Frankfurt a. M. und an den Londoner „Hermann“ schickt, sind nur der allgemeinen Tendenz nach identisch. In der Scheiße im „Hermann“ und „Frankfurter Journal“, die ich suchen werde, Dir heute noch zuzuschicken, hat dieser badische Wirt die Stellen einfach zusammengestellt, die uns selbst höchst fatal waren, während er jenseits des Ozeans frecher ist und direkt drauflos lügt.

Aber der eigentliche „Point“ ist dieser, der für die Fabrikation seiner Flugblätter charakteristische „Point“: In der europäischen Ausgabe sagt er, daß der Protest von Amerikanischen und Europäischen Republikanern kommt, in der amerikanischen Ausgabe fordert er die Amerikanische Regierung auf zu protestieren. Hier haben wir den Hund in flagranti.

  1. Da Lassalle tot ist und nicht mehr schaden kann, muß man natürlich — soviel möglich, d. h., ohne sich selbst zu kompromittieren — ihn gegen diese kleinbürgerlichen Canaillen verteidigen.

Mein Plan ist also der: zu antworten (kurz) in dem „Schwäb[ischen] Beobachter“; 1. aufklärend über die „allseitigen Erklärungen“ in der Vogtaffäre; 2. Auszug aus W[eydemeyer]s Brief gebend über Blinds Einfluß in Amerika; 3. durch Vergleichung zwischen seiner europäischen und amerikanischen Ausgabe des „Republikanischen Protests“ den Kerl von neuem bloßstellend; endlich 4. damit schließen, daß es not worth while, den Lassalle gegen eine solche komische Figur zu verteidigen.

Wenn Dir dies recht scheint, so telegraphiere, da ich die Sache dann Morgen abmache, um andrerseits auch Ruhe mit dem „alten Menschen“ zu haben. Ich habe ihr übrigens geschrieben, daß Lassalle dadurch, daß er meine Denunziation gegen Blind im „Herr Vogt“ nicht, trotz meiner dringenden und wiederholten Aufforderung, an die große Glocke in Deutschland hing, selbst schuld ist an diesem Tritt des Esels.

Salut.

Dein K. M.