Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester, [London,] 13. März 1865. Mit den Resolutionen des Zentralrats der Internationalen Arbeiterassoziation über den Pariser Streit (englisch). Text nach MEGA¹ III/3, Berlin 1930, Nr. 914, S. 252–256, ohne den Apparat der Herausgeber. Traducción al español.

  1. März 1865.

Lieber Engels,

Mit der Geldrechnung irrst Du Dich sofern, als Du mir am 8. Juni £ 235, Anfang Juli £ 350 (das Datum steht nicht auf dem Brief, worin das Geld war, ich sehe es aber aus einem Brief vom 5. Juli, worin seine Sendung angekündigt wird) und am 9. November 1864 200 £ schicktest, dagegen die letzten in Rechnung gebrachten £ 40 als eventuell ankündigtest (in dem einliegenden Brief vom 9. November), aber nie geschickt hast. Ich hoffe, daß Du Dich durch abermalige Einsicht Deiner Bücher überzeugen und in diesem Fall das Geld mir umgehend schicken wirst, vor meiner Abreise nach dem Kontinent (mit meiner niece), die wohl Ende dieser Woche stattfindet.

Was die Schweitzersche Frechheit betrifft, so habe ich mich anders entschlossen. Es gibt gewisse Dinge, die man gern dem Publikum gegenüber aufklärt, aber nur so tun kann als Antwort auf direkte Provokation, wo man also die oppurtune time of a reply nicht passieren lassen darf. Und dies ist der Fall mit der mit Blindschem Dreck verquickten Randnote des Schweitzer. Ich will in der Düsseldorfer Zeitung antworten, zwar für uns beide, aber nur in meinem Namen zeichnen, weil es lächerlich wäre, Dich mitverantwortlich zu machen für den „Achilles“, und da überhaupt hauptsächlich (nur nach meinem Plan) des S[chweitzer] Briefe an mich zitiert werden.

Mein Plan also der:

Schweitzer druckt die ihm als Lügen bewußten Lügen der N[euen] F[ran]k[furter] Z[eitung] ab. (Ist der Artikel in dem Blatt als Redaktionsartikel oder wie?) Nämlich: 1., der uns zugesandte und „als Manuskript gedruckte Prospektus“ enthielt weder den Namen Lassalles, noch ein Wort von Lassalle. (Liebknecht hatte das verhindert.) 2. Wegen der Schamlosigkeit, Stelle aus Privattrostbrief seiner Lobhudelei vor- und nachzuhängen, bittet S[chweitzer] demütigst bei mir ab in Zettel vom 30. Dezember. 3. Ich werde durch kurze Auszüge aus Schweitzers Briefen vom 30. Dezember 1864 bis 15. Februar 1865 (seinen letzten Brief) zeigen, daß der Konflikt mit der „Taktik“ von der ersten Probenummer bis zu unsrer Austrittserklärung permanent war, keineswegs plötzlich vom Zaun gebrochen, wie Ehren-Schweitzer, die Blindscheiße bestätigend, vorgibt. Es wird diese kurze Mosaik aus Schweitzerschen Briefexzerpten zugleich zeigen, wie servil dasselbe Vieh uns gegenüber, der plötzlich, nach erhaltenem Fußtritt, gemein wird. Dies heilsam zu lesen für Bürger und Arbeiter (und für Rüstow). Überhaupt gute Einleitung zu dem Bruch mit „Lassallianismus“, der doch unvermeidlich kömmt. (Natürlich, dem Studiosus Blind gegenüber, sollte der Molch wieder come out, werde ich immer den Lassalle als einen toten Löwen gegenüber einem lebendigen Esel behandeln. Es ist unanständig, daß ein „so ungelernter“ badensischer Wirt mit einem Manne, der Heraklit und römisches Erbrecht trieb, überhaupt sich auf eine Stufe stellt.)

Schreib umgehend, ob Du meinen Plan billigst, da ich keine Zeit zu verlieren. (Auch vergiß nicht zu schreiben, in welcher Form die Blindsche Seiche in der N[euen] F[ran]k[furter] Z[eitung] erschien.) Ich halt’s für nötig.

Obgleich ich nicht das Vergnügen habe wie Du, mit Gescheit zu korrespondieren, aber auch den Gescheit nicht bescheißen zu können, so bin ich doch in der letzten Zeit, abgesehn von der Fortdauer der furuncles, höllisch harassed, kam z. B. gestern Nacht erst um 4 Uhr Morgens zu Bett. Neben meiner Arbeit an dem Buche nimmt die International Association ganz enorm viel Zeit weg, da ich in fact das head der Geschichte bin. Und welcher Zeitverlust! (Jetzt grade, wo gleichzeitig die Geschichte mit den Franzosen, Wahlgeschichte hier usw.) Z. B. die Franzosenscheiße:

28. Februar. Tolain und Fribourg von Paris da. Sitzung des Central Council, vor dem sie sich zu erklären und zu zanken mit Le Lubez bis 12 Uhr Nachts. Dann Nachsitzung in Bolleters Kneipe, wo ich etwa 200 Karten noch zu zeichnen hatte. (Ich habe jetzt diesen Blödsinn dahin verändern lassen, daß unsre Handschrift auf der Platte eingegraben und nur der General secretary handschriftlich zeichnet. Indes mußten die noch vorhandnen 1000 Karten, Rest of the old edition, gezeichnet werden in the old style.

1. März. Polenmeeting.

4. März. Sitzung des subcommittees über die französische Frage bis 1 Uhr Nachts.

6. März. Sitzung des subcommittees über ditto bis 1 Uhr Nachts.

7. März. Sitting of the Central Council bis 12 Uhr Nachts. Beschlußnahme. (Ich lege die Beschlüsse bei, neben der Privatinstruktion, die der Central Council dem Schily schickt, der, wie Du aus Resolution V siehst, zum Delegate (Ambassador) des Central Council at Paris ernannt ist.)

(Diese Sitzung vom 7. März, worin Le Lubez ganz culbuté, war sehr peinlich, stürmisch und machte speziell auf die Engländer den Eindruck, that the Frenchmen stand really in need of a Bonaparte!) Dazwischen nun noch Hin- und Herlaufen der Leute zu mir wegen der letzten Sonnabend (11. März) gehaltenen Konferenz mit Bright etc. Über selbe kurz an Jones reportiert (er hatte bei mir Freitag darüber im voraus angefragt), ihn beauftragt, Dir den Brief mitzuteilen.

Well, mon cher, que faire? Man muß B sagen, sobald man A gesagt.

Aus einliegendem Nordstern (see the 2 first leaders) siehst Du, daß Bruhn, trotz seines Hasses gegen uns, aus Brotneid gleich angebissen hat gegen den Schweitzer. Dies sehr wichtig, da B[ruhn]s Blatt das ältere und jedenfalls so Zwiespalt im Lager der Kerls selbst hervorgerufen ist.

Diese Woche erscheint kurze Notiz über Deine Broschüre in Benders „Anzeiger“. Dem Hermann (Juch) habe ich sie geschickt: er solle seiner Ansicht gemäß darüber urteilen etc. Dies wird geschehn. Ich erwählte diese Form, weil ich bei Juch mich immer lustig über die von Blind für Blind über Blind dem Hermann zugeschickten Inserate machte, und wir beide hier als Eine Person gelten.

Salut.

Dein K. M.

I. Resolution. Whereas citizen Tolain has several times tendered his resignation, and the Central Council has as often refused to accept it, the said Council now leaves it to citizen Tolain and the Paris Administration to reconsider, whether or not under present circumstances, this resignation be opportune. The Central Council confirms beforehand whatever resolution the administration may come to on this point.

II. Resolution. In deference to the wishes of a meeting of 32 members of the Workingmen’s International Association held at Paris February 24, and in obedience to the principles of popular sovereignty and selfgovernment, the Central Council cancels its resolution relating to the appointment of an official vindicator for the French press. At the same time the Council seizes this opportunity of expressing its high esteem for citizen Lefort, in particular as one of the initiators of the Workingmen’s International Society and in general for his approved public character, and further it protests that it does not sanction the principle that none but an ouvrier is admissible as an official in our society.

III. Resolution. The Council resolves that the present Administration with the addition of citizen Vinçard be confirmed.

IV. Resolution. The Central Council earnestly requests the Administration at Paris to come to an unterstanding with citizens Lefort and Beluze, so as to admit them, and the group of ouvriers they represent, to be represented in the Administration by three members, but the Council while emitting such a wish, has no power nor design to dictate.

V. The Administration at Paris having expressed its readiness to acknowledge a direct delegation from the Central Council, the Council accordingly appoints citizen Schily to be its delegate to the said Administration.

Privatinstruktion an Schily.

„In case no compromise be arrived at, the Council declare that the group Lefort, after having taken out their cards of membership, will have the Power under our Statutes (see § 7) to form a Local branch Society.“ This to be held out in terrorem, but confidentially, to Fribourg et Co., in order to induce them to make the necessary concessions, supposed Lefort and Beluze (the director of the Banque du Peuple) are earnest in inducing their group to become members.