Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester, London, 4. Mai 1868. Text nach MEGA¹ III/4, Berlin 1931, Nr. 1130, S. 50–51, ohne den Apparat der Herausgeber. Traducción al español.
London, 4. Mai 1868.
Dear Fred,
Heut Morgen erhalte ich einliegenden Brief und Ausschnitt von Schweitzer. Da er sich an mich wendet als Arbeitervertreter eines der industriellsten Distrikte, muß ich natürlich antworten.
Meine Ansicht ist, daß die Deutschen Herabsetzung des Schutzzolls auf Roheisen vertragen können und daß die Fabrikanten auch in den andern Artikeln das Geheul übertreiben. Diese Ansicht beruht auf Vergleichung des englischen und deutschen Exports in neutralen Märkten. Beiliegend beispielsweis ein Zettel über den Export nach Belgien.
Aber zugleich handelt es sich meiner Ansicht nach jetzt darum, diese Frage im Parteiinteresse auszubeuten und zugleich den Engländern keine neue Erleichterung irgend einer Art zu verschaffen.
Mein Vorschlag wäre also:
Keine Zollherabsetzung, bevor parlamentarische Enquête über den Zustand der deutschen Eisen-Bergwerksproduktion und Manufaktur. Aber diese Enquête nicht, wie die Herrn Bourgeois wollen, bloß auf Handelskammern und „Sachverständige“ zu beschränken, sondern gleichzeitig auf die Arbeiterverhältnisse in besagten Zweigen auszudehnen, um so mehr, als die Herrn Fabrikanten nur „zum Schutz“ der Arbeiter die Schutzzölle „verlangen“ und außerdem entdeckt haben, daß „der Wert des Eisens“ nur „aus Arbeitslohn und Fracht“ besteht.
Keine Zollherabsetzung, bevor Enquête über die Art und Weise, wie die Eisenbahnen ihr Monopol mißbrauchen, und bevor ihre Fracht (und Personen-) Quotationen durch gesetzliche Bestimmungen reguliert sind.
Ich wünschte nun umgehend Deine Ansicht, ebenso umgehend Rücksendung der Einlagen.
Sehr hübsch, daß Deine vaterländische Handelskammer über die wachsende Macht und Gefährlichkeit der Internationalen Arbeiterassoziation jammert.
Salut. Dein K. M.