Brief von Friedrich Engels an Karl Marx in London, Manchester, 7. Mai 1869. Text nach MEGA¹ III/4, Berlin 1931, Nr. 1274, S. 188, ohne den Apparat der Herausgeber. Traducción al español.
Manchester, 7. Mai 1869.
Lieber Mohr,
Deine Leber scheint arg zu wüten, daß man nichts von Dir sieht und hört. Wie steht’s, und wann kommt Ihr? Und ist Deine Frau wieder wohl?
Von Wilh[elm] keine Antwort. Ich hatte ihm ganz businesslike geschrieben, sodaß er keine Flausen mehr machen konnte. Wenn er nicht bald antwortet, müssen wir sehn, daß Eichhoff das Ding druckt. Dieser, d. h. der W[ilhelm], scheint auch nichts von sich hören zu lassen.
Einige Zukünfte heute per Post, und inliegend den belgischen Brief mit Dank zurück. Es ist sonderbar, wie die Leute überall auf dem Kontinent im Verlaß auf die Internationale drauflos striken und dagegen nicht im Entferntesten daran zu denken scheinen, die allgemeine Kriegskasse zu füllen.
Morgen wird hoffentlich doch endlich einmal das mehrbewegte „Morgen“ kommen, wo Du „endlich“ dazu kommst, etwas Näheres von Dir hören zu lassen.
Bei der Debatte über die Gewerbeordnung hat Wilhelm eine ganz erbärmliche Rolle gespielt. Alle Anträge gingen entweder von Schweitzer oder Bebel aus, und Wilh[elm] hielt klüglich das Maul, da es hier auf positive Kenntnisse ankam. Schweitzer war auch gut, als er bewies, daß Verbot der Sonntagsarbeit = vermehrter Konsumtion des Arbeiters = Lohnerhöhung sei.
Beste Grüße.
Dein F. E.