Ohne Unterschrift erschienen in der Neue Rheinische Zeitung Nr. 267 vom 8. April 1849 (Köln), Zweite Ausgabe, S. 2; nach der MEGA² (I/9) von Friedrich Engels; ohne die beiden als fremden Blättern entnommen gezeichneten Meldungen „(C. Bl. a. B.)“ und „(Lith. Corr.)“. Text nach dem Original der Zeitung (Digitalisat der USB Köln). Traducción al español
Ungarn.
* Die magyarische Korrespondenz der Bresl. Ztg. meldet heute, daß Bem am 20. März Kronstadt genommen, und zwar ohne Schwertstreich. Die Reste der Oestreicher und Russen hätten sich nach der Walachei zurückgezogen. Hermannstadt wie Kronstadt hätten jedes 1000 Fl. täglich baar an die Russen zahlen müssen und seien außerdem den schamlosesten Requisitionen und Diebstählen ausgesetzt gewesen. Bem habe in beiden Städten eine allgemeine Amnestie verkündet. Die Sachsen sollen sofort öffentlich erklärt haben, sie seien durch die Oestreicher gezwungen worden, die Russen zu rufen, (jedenfalls nicht wahr). — Am 29. hätten die Kaiserlichen unter Welden einen Sturm auf Komorn versucht (?) und seien so geschlagen worden, daß sie die Cernirung Komorns aufgegeben. Nur bei Gönyö stehe noch ein Observationskorps. Das italienische Bataillon Wimpfen sei zu den Ungarn übergegangen. Wir geben diese Nachrichten unter allen Reserven, obwohl in der letzten Zeit die wesentlichsten Mittheilungen der magyarischen Korrespondenz sich regelmäßig bestätigt haben.
In Debreczin werden noch fortwährend Banknoten verfertigt, da den Magyaren durch Schmuggel eine neue bedeutende Quantität Banknotenpapier zugekommen ist.
Schlick und Jelachich sind wieder (zum zehnten Mal) zu einem Kriegsrath in Pesth. General Jablonowski soll nach östr. Berichten gegen Losoncz vorgerückt sein.
Das Agramer Konzessionsplakat löst sich in blauen Dunst auf. Bis jetzt hat sich noch Niemand gemeldet um es zu vertreten, und man glaubt allgemein daß es ein Puff ist.