Friedrich Engels an seine Schwester Marie in Barmen, [Bremen, um Weihnachten 1838]. Nach: Marx/Engels, Gesamtausgabe (MEGA¹), Abt. I, Bd. 2, Berlin 1930, S. 576. Traducción al español

Liebe Marie!

Nun Du machst auch was rechts her mit Deinem Kranksein, alle Augenblicke liegst Du Spinte im Bett, das mußt Du Dir abgewöhnen. Daß Du mir nur ja wieder auf bist, wenn Du diesen Brief kriegst, hörst Du? Für die schöne Zigarrenbüchse danke ich Dir und kann Dir versichern, daß sie den komplettesten Beifall sowohl in Wahl des Musters als auch in der Ausführung bei dem strengsten aller Rezensenten, d. h. G. W. Feistkorn Maler gefunden hat. Die Marie Tr[eviranus] hatte mir auch eine gestickt, sie hat sie aber wieder zurückgenommen, und die geht jetzt nach Münster am Stein bei Kreuznach zum Herrn Pastor Hessel, dem Marie auch eine versprochen hatte. Sie macht mir ein Zigarrenkörbchen dafür. Die Frau Pastorin hat mir einen Geldbeutel gehäkelt. Auch Leupolds Jungen haben eine Flinte für Zündhütchen bekommen, auch Säbel, und der Alte nennt sie nicht anders als: Du Kriegesknecht! Du Kaschube! Was das für ein Rätsel ist mit dem Teich, begreife ich nicht, aber ich will Dir eins aufgeben, weißt Du, was ein Ledschiak ist? (Ich weiß es selbst nicht, es ist ein Schimpfwort, welches der Alte sehr oft gebraucht. —) Das ist die Auflösung, wenn Du es nicht raten kannst, so halt’ es gegen den Spiegel, da kannst Du es lesen. Eben höre ich, daß die Familie Leupold durch ein kleines Mädchen einen Zuwachs bekommen hat. —

Ich will Dir doch auch erzählen, daß ich jetzt am Komponieren bin, und zwar mache ich Choräle. Es ist aber entsetzlich schwer, der Takt und die Kreuzer und die Akkorde machen einem sehr viel zu schaffen. Bis jetzt habe ich es noch nicht weit gebracht, aber ich will Dir doch eine Probe hersetzen. Es sind die beiden ersten Zeilen von: Ein’ feste Burg ist unser Gott.

Weiter hab’ ich’s noch nicht bringen können als zweistimmig, vierstimmig ist noch zu schwer. Ich hoffe, ich werde keinen Schreibfehler gemacht haben, und so probier Du einmal, das Ding zu spielen.

Adieu, liebe Marie,
Dein Bruder Friedrich.