Friedrich Engels (Oswald) an Arnold Ruge in Dresden, Berlin 1842, 15. Juni. Nach: Marx/Engels, Gesamtausgabe (MEGA¹), Abt. I, Bd. 2, Berlin 1930, S. 631. Erstveröffentlichung: Archiv für die Geschichte des Sozialismus und der Arbeiterbewegung, 11. Jg., Leipzig 1925. Traducción al español

Geehrter Herr Doktor!

Inliegend einen Artikel für die Jahrbücher. Die Dante-Geschichte hab’ ich einstweilen beiseite gelegt. Ich würde bereits ihn geschickt haben, wenn ich einigermaßen Zeit gehabt hätte.

Ihren Brief empfing ich, nachdem er viele Irrfahrten gemacht hatte. Warum ich „Schelling und die Offenbarung“ nicht für die Jahrbücher einsandte? 1. weil ich auf ein Buch von 5—6 Bogen rechnete und erst im Laufe der Unterhandlungen mit dem Verleger auf den Raum von 3½ Bogen beschränkt wurde; 2. weil die Jahrbücher bis dahin über Schelling noch immer etwas zurückgehalten hatten; 3. weil mir hier abgeraten wurde, Schelling fernerhin in einem Journale anzugreifen, dagegen lieber gleich eine Broschüre gegen ihn loszulassen. „Schelling, der Philosoph in Christo“ rührt ebenfalls von mir her.

Doktor bin ich übrigens nicht und kann es nie werden, ich bin nur Kaufmann und k. preuß. Artillerist; erlassen Sie mir also gütigst jenen Titel.

Ich denke mich recht bald wieder mit einigem Manuskript bei Ihnen einzustellen, einstweilen empfehle ich mich Ihnen

Hochachtungsvoll
F. Engels (Oswald)
Dorotheenstr. 56.

Berlin, 15. Juni 42.