Karl Marx an Heinrich Heine in Paris. Text nach dem Erstdruck: Gustav Mayer, «Drei Briefe von Karl Marx an Heinrich Heine», in: Archiv für die Geschichte des Sozialismus und der Arbeiterbewegung, hg. von Carl Grünberg, Jg. 9, Leipzig 1921, S. 132-133. Der Brief ist undatiert; das Datum ist erschlossen (Anfang April 1846, vor Annenkows Reise nach Paris). Vollständig. Übersetzung ins Spanische
Mein lieber Heine!
Ich benutze die Durchreise des Überbringers dieser Zeilen, des Herrn Annenkoff, eines sehr liebenswürdigen und gebildeten Russen, um Ihnen meine besten Grüße zukommen zu lassen.
Vor einigen Tagen fiel mir zufällig eine kleine Schmähschrift gegen Sie in die Hand — Hinterlassene Briefe Börnes. Ich hätte ihn nie für so fad, kleinlich und abgeschmackt gehalten, als es da schwarz auf weiss zu lesen ist. Und welch elendes Gekohl nun gar der Nachtrag von Gutzkow, etc. Ich werde in einer deutschen Zeitschrift eine ausführliche Kritik Ihres Buchs über Börne schreiben. Eine tölpelhaftere Behandlung als dies Buch von den christlich-germanischen Eseln erfahren hat, ist kaum in irgend einer Literaturperiade aufzuweisen und doch fehlt’s keiner deutschen Periode an Tölpelei.
Haben Sie mir vielleicht noch „Spezielles“ über Ihre Schrift mitzuteilen so tun Sie’s rasch.
Ihr
K. Marx.
Rue de l'Alliance 5. Hors de la Porte de Louvain. Bruxelles.