Friedrich Engels an Joseph Weydemeyer in der Schweiz, [Manchester], 7. August 1851. Bruchstück: Franz Mehring zitierte den Brief auszugsweise in „Neue Beiträge zur Biographie von Karl Marx und Friedrich Engels“, Die Neue Zeit, 25. Jg., 2. Bd. (Stuttgart 1907), S. 57-58; hier ohne Mehrings Zwischenbemerkungen. Übersetzung ins Spanische
[…]
Daß Du nach Amerika gehst, ist schlimm, indessen ich wüßte wahrhaftig nicht, welch anderen Rat ich Dir geben sollte, wenn Du in der Schweiz nichts findest. In London ist durchaus nicht viel los, und Lupus hat noch immer nichts gefunden. Er sieht sich nach einer Stelle um, und ich suche ihm hier eine zu verschaffen, aber bis jetzt erfolglos. In Musik ist die Konkurrenz hier enorm. Après tout sieht sich New York von England und besonders von hier aus nicht so weit an, wenn man die Steamers regelmäßig vom Mittwoch der einen bis zum Samstag der anderen Woche die Passage machen sieht, wobei die zehn Tage selten voll werden. In New York ist übrigens sehr viel zu tun, und ein ordentlicher Repräsentant unserer Partei, der auch theoretisch gebildet ist, fehlt dort sehr. Du wirst Elemente genug vorfinden. Dein größtes Hindernis wird aber sein, daß die brauchbaren Deutschen, die etwas wert sind, sich leicht amerikanisieren und alle Absicht auf Rückkehr fahren lassen, und dann kommen eben die besonderen amerikanischen Verhältnisse in Erwägung: die Leichtigkeit des Abflusses der Überbevölkerung aufs Land, die notwendig rasch und rascher steigende Prosperität des Landes, die ihnen die bürgerlichen Verhältnisse als beau idéal erscheinen lassen usw. Was unter den dortigen Deutschen an Rückkehr denkt, sind meist nur verbummelte Subjekte à la Metternich und Heinzen. Du findest übrigens den ganzen Reichsmob in New York; daß Du Dich dort wirst halten können, bezweifle ich nicht. Die Korrespondenz von dort aus geht am besten durch mich; ich lasse dann die Firma das Porto zahlen. […]