Brief von Friedrich Engels an Karl Marx in London, [Manchester], 8. September 1851. Text nach MEGA¹ III/1, Berlin 1929, Nr. 117, S. 258-259, ohne den Apparat der Herausgeber. Traducción al español.
Lieber Marx,
Morgen geht mein Bruder fort, und ich werde dann endlich wieder zur Ruhe kommen. Ich bin die ganze Zeit über keinen Augenblick allein gewesen, und es war mir rein unmöglich, Dir die Banknote früher zu schicken als Samstag, und zwar beide Stücke mit derselben Post, da Sonntags nur eine delivery ist. Da hierbei Gefahr des Entwendens ist, so gebe ich Dir particulars der Note — sie war numeriert E/X 01780, und datiert Leeds, 15. July 1850. Sollte sie Dir also nicht zugekommen sein, so geh gleich auf die Bank und stop payment, was noch frühzeitig genug sein wird. Es war eine Fünfpfundnote.
Freitag abend erhalte ich plötzlich einen Brief von meinem Alten, worin er mir erklärt, ich verbrauche viel zu viel Geld und müsse mit £ 150 auskommen. Ich werde mir diese lächerliche Zumutung natürlich nicht gefallen lassen, um so weniger, als sie mit der Drohung begleitet ist, nötigenfalls die Ermens anzuweisen, mir nicht mehr als diese Summe auszuzahlen. Ich schreibe ihm natürlich gleich, daß ich keinen Schritt mehr aufs Comptoir gehe, sondern sofort wieder nach London aufpacke, sobald er versuchen sollte, diese Gemeinheit ins Werk zu setzen. Der Mensch ist wirklich verrückt. Die ganze Sache ist umso lächerlicher und abgeschmackter, als dieser Punkt hier zwischen uns mündlich längst abgemacht war und ich ihm absolut keinen Vorwand dazu gegeben hatte. Ich denke mit Hilfe meines Bruders und meiner Alten die Sache in Ordnung zu bringen, werde mich aber doch zunächst etwas einschränken müssen, da ich Summa Summarum hier schon £230 vermöbelt habe und bis zum November, wo ich ein Jahr hier bin, diese Summe nicht zu sehr steigern darf. Jedenfalls ist dieser neue Trick wieder sehr unangenehm und ärgert mich bedeutend, namentlich die gemeine Manier, die mein Alter dabei anschlägt. Es ist richtig, er verdient hier dies Jahr lange nicht so viel wie das vorige, aber das liegt einzig in dem schlechten management seiner Associés, über die ich keine Kontrolle habe.
Was ist das für ein neuer Tuck in Paris? Diesmal scheint die Clique Hippopotamus ins Pech geraten zu sein; was ich von den deutschen verhafteten Namen kenne, sind lauter alte Weitlingianer aus der Epoche von 1847 und früher. Es scheinen da mehrere Mogeleien durcheinander zu laufen. Der schwäbische Heiland scheint sich auch unter den Glücklichen zu befinden. Tant mieux pour lui. Was Du erfährst, teil mir mit.
Wie deutsche Blätter melden, sollen die Kölner nicht vor die nächsten — Oktober — Assisen kommen.
Morgen oder übermorgen mehr.
Dein F. E.
Montag, 8. September.