Brief von Friedrich Engels an Karl Marx in London, Manchester, 4. Mai 1852. Text nach MEGA¹ III/1, Berlin 1929, Nr. 170, S. 347–349, ohne den Apparat der Herausgeber. Traducción al español.
Lieber Marx,
Deine amerikanische dicke Sendung ist noch nicht angekommen. Ich habe bei Pickfords anfragen lassen, da in meiner Straße die Häuser neu numeriert werden, wodurch Konfusion entsteht; aber bei P[ickford]s ist kein Paket für mich. Entweder hast Du die Geschichte also nicht abgeschickt, oder, wenn per Post, vielleicht nicht in der vorgeschriebenen Form, oder es ist sonst etwas damit vorgefallen. Zieh’ also Erkundigungen ein, was aus der Sache geworden ist.
Ich werde diese Woche meinen Herrn Alten hier besichtigen, wo dann die ganze Geschäftsscheiße ihre Erledigung finden und auch meine Position sich weiter regulieren wird. Entweder wird das Geschäft hier durch Kontraktserneuerung weiter fortgeführt, was aber nicht sehr wahrscheinlich ist, oder ich werde durchzusetzen suchen, daß mein Alter hier spätestens Ende des Jahres, vielleicht schon Ende Juni des Jahrs, austritt. Dann gibt’s eine Liquidation vom Teufel, die indes in sechs à acht Monaten so ziemlich beendigt sein wird, wonach ich dann etwas anders anfangen werde, entweder nach Liverpool gehn oder Gott weiß was. In vierzehn Tagen wird das wohl entschieden sein. Es ist mir lieb, daß mein Alter jetzt schon kommt, damit der unvermeidliche Dreck hier sobald als möglich abgemacht wird und ich weiß, woran ich bin.
Inliegend auch der Clußsche Brief zurück. Die Jonesschen Artikel hab’ ich hier, dagegen nicht die von Harney, die Du mir gelegentlich schicken kannst, damit man beide Seiten kennen lernt und Vater Harney in seiner neuen Rolle sieht. Der fleißige Jones wird diesen trägen Hund sehr bald aus dem Feld schlagen, wenn es ihm nur gelingt, eine Zeitlang auszuhalten. Und eine Zirkulation von 4000 wöchentlich, die schon Profit bringt (3600 decken die Kosten), wird er doch aufzubringen imstande sein.
Das Herkommen meines Alten schiebt meine Danaschen Pläne natürlich um acht à vierzehn Tage auf. Dagegen könntest Du inzwischen durch Szemere die Unterhandlung mit dem Buchhändler wegen der Skizzen fortführen, in betreff der zu schildernden Heroen Deine Korrespondenz und die Neue Rheinische Zeitung (besonders Nationalversammlungs-Vota und Reden) durchsehn, und wenn die Sache zum Abschluß gediehen, kämst Du auf eine Woche her und wir machten das Ding. Ich denke doch, es wird sich so machen lassen, daß man die paternité des Dings nicht entdeckt, und selbst wenn dies geschehe, der Sache nichts anhaben kann.
Wie mir Ebner schreibt, steht er wegen Deiner Ökonomie noch immer mit Löwenthal in Unterhandlung, der sich in Brüssel etablieren will und einstweilen noch Associé im Frankfurter Geschäft bleibt.
Wie kommt Freiligrath mit meinem Schwager voran? Antworte mir wegen Pindar, c’est une bête ennuyeuse et assez confuse. Ist er im B[un]d?
Die von Weydemeyer angezeigten Turnzeitungen sind noch immer nicht angekommen, er muß irgendein Versehen damit gemacht haben.
Schreib bald.
Dein F. E.
Manchester, 4. Mai 1852.
Bei Paketen, die nicht durch die Post gehn, schreibst Du besser statt der alten Nr. 70 beide, die alte und neue Nummer auf die Adresse, so: Nr. 44/70, Great Ducie Street, Strangeways, Manchester.
Die Geschichte für Szerelmey womöglich morgen.