Brief von Karl Marx an seine Frau Jenny Marx in London, mit einer Nachschrift von Friedrich Engels, Manchester, 18. Juni 1852. Text nach MEGA¹ III/1, Berlin 1929, Nr. 179, S. 356–357, ohne den Apparat der Herausgeber. Traducción al español.
- Juni 1852.
70, Great Ducie Street, Manchester.
Liebes Herz,
Dein Brief hat mich sehr gefreut. Du brauchst Dich übrigens gar nicht zu genieren, mir immer alles mitzuteilen. Wenn Du, armes Teufelchen, die bittre Realität durchmachst, ist es nichts weniger als billig, als daß ich wenigstens ideal die Qual mitdurchlebe. Ich weiß übrigens, wie unendlich elastisch Du bist und wie das geringste Günstige Dich wieder neubelebt. Hoffentlich hast Du diese Woche noch oder höchstens bis Montag andre 5£.
Allerdings habe ich die Schnellpost mit eingepackt. Aber die alten Nummern, worin Ruge seinen Hauptkack ablagert, fehlen. Wir lachen Tränen bei der Einmarinierung dieser Stockfische.
Mit dem Oswaldschen Paket ist wenig anzufangen, doch immer etwas. Unser lieber A. R[uge] kann keine drei Zeilen schreiben, ohne sich zu kompromittieren. „Monte“ ist schon von mir korrigiert, wenn ich nicht irre.
Der Drucker in der City scheint ein kleines lumen zu sein, der sicher unendlich viel Zeit für einen Bogen braucht, da er keinen Überfluß an Handlangern besitzt. Sein Papier ist dreimal schlechter als das amerikanische und seine Typen ebenfalls. Sie sind offenbar ganz verschlissen. Dein Geschäft aber hast Du famos abgemacht.
Die Broschüre von Harro ist durch die Naivität der Dummheit wahrhaft rührend. Sei so gut und schneide Engels’ Artikel über Heinzen aus der Brüssler Zeitung und schick ihn uns, aber bald. Wenn der Kosmos nicht kommt, so schadet das auch nicht. Wir haben die Hauptsache hier in einem Briefe von mir vorliegen.
Küß und grüß meine Männerchen von mir.
Dein K. M.
Engels hat auch die Bemerkung gemacht: während ich in der ganzen Broschüre immer absichtlich „Louis Bonaparte“ setze, setzt Herr W[eydemeyer] auf seinen Titel „Louis Napoleon“.
P. S.
Liebe Jenny, sei so gut und sag dem Eccarius, daß er ein kleines Nachwort zu seinem Mechanics’ Strike macht, da W[eydemeyer] es doch drucken zu lassen „gedenkt“. Schon des Cluß wegen muß man darauf eingehn.
Liebes Herz, die zwei einliegenden Zettel „Chevalier Hulseman’s Farewell“ und „John Barney and the French Minister“ nebst dem kleinen Ausschnitt über „Cayenne“ schick Jones, am besten, wenn er nicht zu Dir kömmt, durch Post. Ich ersuche Dich, Herrn Pieper nicht mit dergleichen Aufträgen zu belästigen. Bei ihm ist alles Gegenstand der Rodomontade und ich will nicht, daß Jones, der ihn übrigens so üppig gemacht hat, ihn als mein alter ego betrachtet. Da P[ieper] glaubt, die Briefe seien für „die Partei“ geschrieben, soll er sobald keine mehr zu Gesicht bekommen.
[Nachschrift von Engels]
Prego il Signor Colonello Musch di gradire le mie migliori e piu cordiali felicitazioni.
F. Engels.