Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester, London, 18. August 1853. Text nach MEGA¹ III/1, Berlin 1929, Nr. 266, S. 492–493, ohne den Apparat der Herausgeber. Das Papier ist an einigen Stellen beschädigt; die Ergänzungen in eckigen Klammern stammen von den Herausgebern. Traducción al español.
- August 1853.
28, Deanstreet, Soho.
Lieber Engels,
Lupus wird wahrscheinlich eine gute Stelle in Liverpool bekommen. In diesem Fall wird er über Manchester reisen. Die Schwierigkeit besteht darin, daß er sein Gehalt erst am Ende des Vierteljahrs ausgezahlt erhielte. Er erwartet dann allerdings einige Gesamthilfe von Dir und Strohn. Ist letztrer retourniert?
Der Stänker Dronke schreibt natürlich sehr wichtigtuende Briefe in alle Welt, z. B. an Imandt, „daß er Anstalten getroffen zur Übersiedlung Lupi nach Amerika“. Entre nous, es scheint mir, daß der kleine Ladenhüter, um sich in wohlfeiler Weise wichtig zu machen, dem Lupus zu verstehn gegeben hat, daß er, statt Deiner, die Sache in die Hand genommen hat. Wenigstens glaubte ich, on the part of Wolff eine gewisse Spannung gegen Manchester wahrzunehmen. Daß Dronke ein lebendiger cancan ist, no doubt about that. Experto crede etc.
Pieper mußt Du durchaus umgehend wenigstens so viel schicken, daß er sich Rock und Hose schaffen kann. Wie er jetzt abgerissen ist, ist es ihm unmöglich, selbst günstige Chancen, die [sich ihm] bieten, zu benutzen. Er ist unpräsentabel geworden. Zudem hast Du ihm die Sache bei [Deiner] Abreise versprochen. Er hält sich brav in seinem Pech. Indes hat alles eine Grenze.
[Ich habe] besonders Unglück in Geldnegoziationen. Ich habe jetzt für 42 £ St. — zwei [Wech]sel — auf Amerika laufen und kann dabei nicht über 42 farthing kommandieren, obgleich ich nicht [nur] für mich, sondern auch für den Pieper die Subsistenzmittel schaffen muß. Den ersten Wechsel von 24 £ St. gab ich Herrn Spielmann, er sagte, ich solle in fünf Wochen wiederkommen. Jetzt sind es schon sieben. Dabei verliere ich durch dieses elende Laufen nach der City immer grade Montag und Donnerstag, d. h. die beiden Tage, wo ich die Korrespondenz für Dienstag und Freitag vorbereiten müßte. Spielmann schickt mich immer zurück mit der jüdisch-genäselten Bemerkung: „Kaine Nootiz da.“ Wegen solcher „kleinen“ Summen schrieben seine Korrespondenten nur gelegentlich. Wenn ich das Geld gleich gebraucht hätte, so hätte ich ihm im voraus sagen müssen, daß ich das Porto für einen besondern Brief zahlen wollte etc. etc. Dadurch bin ich nun nicht nur in täglichem Dreck, sondern meine Frau, die auf das exakte Eintreffen gerechnet, hatte den verschiednen Gläubigern Termine angesetzt, und nun stürmen die Hunde das Haus. Ich schreibe unterdes wie der Teufel drauf los. Es wäre sehr gut, wenn Du mir irgend einen Artikel dazwischen schicktest oder zwei, damit ich Zeit erhielte, wieder etwas Besseres auszuarbeiten. Dreiviertel der Zeit geht mit den Pennylaufereien fort.
Heise ist jetzt hier, persönlich gar kein übler Kerl. Herr Kossuth macht sich jetzt lächerlich als Korrespondent der „Daily New York Times“. Vier Briefe von D. Urquhart über die orientalische Frage im Advertiser enthielten trotz seiner Marotten manches Interessante. Gegen Jones „we strike“ seit zwei Wochen.
Dein K. M.