Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester, London, 9. März 1854. Text nach MEGA¹ III/2, Berlin 1930, Nr. 294, S. 7–10, ohne den Apparat der Herausgeber. Traducción al español.
9 March 1854. 28, Deanstreet, Soho.
Lieber Engels,
Ich habe lange nicht geschrieben, weil ich sehr viel trouble im Haus habe, so daß ich selbst die Zeitungen nicht ordentlich gelesen und daher nicht weiß, ob schon etwas von Dir in der Daily News erschienen ist und wie diese ganze Affaire steht.
Mit meinem Palmerston bin ich noch zu nichts, d. h. zu keinem farthing Geld gekommen und scheint mir auch keine Aussicht dazu zu sein. Herr Trübner hat mir selbst erzählt, daß, quant à lui, es sein principle ist, nie für die Sachen zu zahlen, die er verlegt. Außerdem ist die Sache au moment veraltet.
Dienstag werde ich den letzten Probeartikel nach dem Cape schicken. (Du mußt mir daher irgend etwas für die Tribune zurechtmachen, perhaps the Greek revolution?) Dienstag ist das letztemal, daß die regelmäßige Kompanie nach dem Cape geht, da sie sich mit der Regierung wegen der Preisbedingungen überworfen hat.
Es ist ekelhaft vorauszusehn, daß ich den kommenden Frühling und Sommer wieder in demselben chronischen Druck durchmachen werde wie die früheren, da es mir mit der bloßen Einnahme mit der Tribune nicht möglich ist, die vergangnen Passiva abzuarbeiten. Ich werde von Zeit zu Zeit wild, daß der Dreck gar kein Ende nimmt.
Den Brief von Lassalle hast Du nicht, wie Du in Deinem letzten Briefe anzeigst, zurückgeschickt. Ich brauch’ ihn nicht, aber muß nur wissen, daß er nicht per Post verloren gegangen oder in unrechte Hände gefallen.
Ich habe vom Labour Parliament eine Einladung erhalten, als Honorary Delegate in Manchester zu tagen (Nadaud und Louis Blanc auch). Ich hab ihnen heut ein Dankschreiben geschickt und einige Phrasen gemacht, die, je nachdem man sie liest, sehr extrem oder sehr mild verstanden werden können. Jones habe ich Deine Comptoiradresse heute geschickt.
Der große Ruge beabsichtigt, eine Universität (freie) in Amerika zu gründen, und sind, wie Heinzen anzeigt, zu diesem noblen Zweck schon 150 Dollars zusammengebracht.
Der große Franz Sigel ist Schwiegersohn Dulons geworden. Was sich sonst in dieser Bande zugetragen, wirst Du aus einem Paket ersehn, das Dir in ein paar Tagen über den Hals kömmt.
Urquhart hat gestern einen militärischen (?) Artikel in dem Advertiser, worin er behauptet, die Türken hätten ihre Hauptarmee in die Dobrudscha schicken und von dort den Russen auf den Pelz rücken müssen. Bezieht sich auf General Valentini. Ich werde sehn, daß ich Dir die Nummer hinschicke.
An Lassalle habe ich geschrieben und erwarte weitere Mitteilungen von ihm.
Tzschirner war hier, traf mich nicht, ist wegen einer Geldgeschichte mit seiner achtzigjährigen Mutter nach Amerika und siedelt sich dann hier an. Behauptet, Dich schon zu kennen, wie Imandt mir erzählt.
Dein K. M.