Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester, London, 30. November 1854. Text nach MEGA¹ III/2, Berlin 1930, Nr. 336, S. 66–67, ohne den Apparat der Herausgeber. Traducción al español.

  1. November 1854. 28, Deanstreet, Soho.

Lieber Engels,

Du hast vergessen, mir den Brief von Dana — der mir bei meinem Verhältnis mit den Kerls sehr wichtig ist — zurückzuschicken. Aus Versehn fehlten an Deinem famosen Artikel von Dienstag die zwei ersten Seiten. Das Wesentliche war allerdings auf den fünf folgenden erhalten, so daß dies Pech nur stilistisch Unheil anrichtete.

Von dem würdigen Dr. Freund erhalte ich den anliegenden dritten Tritt. Was glaubst Du, soll ich dem Kerl antworten? Mir scheint, daß er zu extremen Schritten geneigt ist, ce bon ami. Bei der positiven Verkleinrung der Einnahme von der Tribune, wodurch ich unter das Niveau des großen Dronke herabgefallen bin, sind die Aussichten für den edlen Freund finstrer als je. Das schlimmste ist, daß ich ihn bald wieder brauche. Durch Tucker bin ich aufgefordert worden, an einer Revue Retrospective, die hier in London erscheint, zu arbeiten; habe aber noch keine nähere Antwort über den punctum puncti, das Honorar, erhalten.

Vorgestern erhielt ich endlich die zwei Bände von Ripleys „Mexican war“, ungefähr 1200 Seiten, großes Format. Ripley scheint mir — also reines Laienurteil — sich nach Napier plus ou moins gebildet zu haben als Militärhistoriker. Das Buch ist verständig und, wie mir scheint, nicht unkritisch. Dana hat es sicher nicht gelesen. Er würde sonst gesehn haben, daß ihr Held, General Scott, by no means, neither als Oberfeldherr noch als Gentleman in vorteilhaftem Licht erscheint. Mich interessiert die Geschichte speziell, da ich vor kurzem den Zug des Fernando Cortez in Antonio de Solis’ „Conquista de Mexico“ gelesen habe. Es ließen sich sehr interessante Vergleichungen zwischen den zwei Conquistas anstellen. Übrigens, obgleich die Oberfeldherrn — Taylor sowohl wie Scott — mir sehr mittelmäßig vorkommen, ist der ganze Krieg sicher eine würdige Ouverture für die Kriegsgeschichte des großen Yankeelandes. Die enormen Räume, auf denen die Aktion vor sich geht, und die kleine Zahl von Menschen, mit denen sie ausgeführt wird (dabei mehr volunteers als regular army), geben ihr „amerikanische“ Originalität. Was Taylor und Scott angeht, so scheint ihr ganzes Verdienst darin zu bestehn, daß sie überzeugt waren, Yankees würden sich immer herausbeißen, wie tief man sie auch in die Patsche reiten möge. Anfang nächster Woche schick ich Dir die zwei Bände. Schreib mir — da sie voluminös —, ob durch Post (ich bin nicht klar über die neuern Bestimmungen) oder Parcel Company.

Addio.

Dein K. M.