Brief von Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester, London, 23. Mai 1856. Text nach MEGA¹ III/2, Berlin 1930, Nr. 386, S. 135–136, ohne den Apparat der Herausgeber. Traducción al español.

  1. Mai 1856. 28, Deanstreet, Soho.

Lieber Engels,

Die Familie gestern abgereist. Ich war diese Woche arbeitsunfähig, teils durch den trouble im Haus, teils durch einen in dieser Form noch nicht bei mir stattgehabten Rückenrheumatismus.

Beiliegend Bazancourt — die „napoleonische“ Erzählung der Krimgeschichte. Ließe sich nicht draus etwas für Putnam machen? Ich habe sehr nötig, diese Firma in Requisition zu nehmen, da die Kosten und Ausstattung für die Reise mich zwangen, durch Hutschkes Vermittlung einen Solawechsel von 30 £ auf drei Monate Ziehung auf mich aufzunehmen. Einer von den Putnams war bei Freiligrath, und sie sind willig, Beiträge zu nehmen.

Ich habe von dem Bazancourt nur die Auszüge in den französischen Blättern gelesen. Danach scheint es mir viel Stoff zum Lustigmachen zu bieten. Anders als frivol scheint mir die Sache nicht behandelbar. Wenn gemacht, dürfte es nicht kurz gemacht werden, sondern mit der fixen Idee Raum zu füllen.

Trübner, der vor zwei Monaten auf meine schwedische Scheiße einzugehn schien, dann aber nichts von sich hören ließ, hat mir gestern geschrieben und auf Dienstag eine entrevue wegen der Sache festgesetzt. Das gäbe 20 Bogen Arbeit.

Ich bin in einem serious dilemma, ob ich jetzt einen trip machen soll oder nicht. Einerseits muß ich schanzen, um Gelder herauszuschlagen. Andrerseits hat mir der Doktor gesagt — und ich glaube, er hat recht — ich müsse etwas reisen und Luft verändern, da meine Leber wieder in unregelmäßiger Funktion. I am not yet decided, was ich tun soll. Der Aufenthalt hier ist nicht ganz so wohlfeil, da ich auch den Pieper auf dem Hals habe. Aber die Arbeiten sind die Hauptsache.

As to Bazancourt schreib mir, ob Du auch den ersten Teil brauchst. Läßt sich nichts mit der Sache machen, so ist es besser, ihn ungekauft zu lassen.

Ich bin heut nicht schreibfähig, muß Dich aber doch um Aufklärung über einen philologischen Skrupel angehn. In Shakespeare Henri IV. findet sich Hiren für Syrene und nach einer Note des Pedanten Johnson kömmt die Form Hiren auch bei andern ältern englischen Schriftstellern vor. Der Austausch von H und S quite in der Ordnung. Aber könnte Hiren nicht mit Hure zusammenhängen, und darum auch Syrene? Oder mit haeren, auris etc.? Du siehst, to which low state of spirit ich heute depressed bin, da mich dieser casus sehr interessiert.

Über Ruges Tragödie die „Neue Welt“, worin „die Tragödie der Liebe in ihre Farce umschlägt“, habe ich höchst kuriose Mitteilungen erhalten. Darüber das nächstemal.

Herzen geht nach der Schweiz. Ich erwarte Deine communications über Ireland.

Salut.

Dein K. M.